ÖOC hofft im Schlussspurt auf einen Medaillenregen

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Sieben Mal durfte bislang gejubelt, geschrien und gefeiert werden.

Sieben Medaillen haben Österreichs Athleten bei den Olympischen Spielen in Sotschi bereits in trockene Tücher gebracht.

Biathlet Dominik Landertinger eröffnete den heimischen Medaillenreigen, Österreichs Alpine sorgten für das Gros des Übergepäcks und zeichneten auch für die beiden Goldmedaillen - Matthias Mayer in der Abfahrt, Anna Fenninger im Super-G - verantwortlich.

Historisch war Daniela Iraschko-Stolz' Silberne im ersten olympischen Damen-Skispringen der Geschichte, ebenso jene der Linger-Brüder Wolfgang und Andreas, die zum dritten Mal in Folge auf dem Podest standen.

"Finale furioso"

Das Ende der Fahnenstange soll allerdings noch nicht erreicht sein. Im Gegenteil. Österreichs Starter bereiten sich auf den Endspurt vor, der zum "finale furioso" werden soll.

Marcel Hirscher, Marlies Schild, Joe Dürr oder auch unsere Biathlon-Staffel sind heiß auf Edelmetall. Wir bieten euch den Überblick über die Bewerbe, in denen wir auf weitere Medaillen hoffen dürfen.

SKI ALPIN DAMEN

Die ÖSV-Damen haben in der ersten Woche einen kompletten Medaillensatz abgeräumt: Gold für Anna Fenninger, Silber und Bronze für Nicole Hosp. Und die Chancen stehen gut, dass es in dieser Tonart weitergeht. In den Riesentorlauf gehen die Österreicherinnen als gefährliche Außenseiterinnen. Um die zwei Startplätze neben den gesetzten Fenninger und Kathrin Zettel kämpfen Hosp, Michaela Kirchgasser und Elisabeth Görgl in einer Vorausscheidung. Sollten die Bedingungen diese nicht zulassen, erfolgt die Nominierung durch Trainerentschied. Ihren Fixplatz sicher haben die Schild-Schwestern Marlies und Bernadette im Slalom – und auch richtig gute Medaillenchancen. 


SKI ALPIN HERREN

Marcel Hirscher Superstar. Der Edeltechniker ist am Sonntag in Sotschi angekommen. Ziel des Salzburgers: Mit Übergepäck in Form von Medaillen wieder nach Hause fliegen. Hirscher wird von den Buchmachern als Top-Favorit in Riesentorlauf und Slalom geführt. Zuletzt hat der 24-Jährige auf der Reiteralm das Gelände und die verschiedensten Bedingungen simuliert. Im Kampf um Slalom-Gold kommt nach dem Autounfall von Felix Neureuther einer der gefährlichsten Hirscher-Gegner aus dem eigenen Team: Keiner liebt weichen Schnee mehr als Mario Matt.

 

SKI-CROSS

Apropos Matt: Sotschi könnte einen Brother-Act erleben. Denn der Ski-Crosser, vor vier Jahren in Vancouver bereits versilbert, möchte auf dem extrem anspruchsvollen Kurs ein Wörtchen um die Medaillen mitreden. Aber der Teufel schläft nicht: Eine Unachtsamkeit reicht und alles ist vorbei. Das wissen auch die weiteren Österreicher: Patrick Koller, Christoph Wahrstötter und Thomas Zangerl können bei günstigem Rennverlauf ebenso überraschen wie das von Andrea Limbacher angeführte Damen-Team. 

SNOWBOARD ALPIN

Benjamin Karl ist wieder da, wenig überraschend genau zu einem Großereignis. Kaum ein Sportler kann seine Form so perfekt für Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften aufbauen wie der Niederösterreicher. Dass er bis zur letzten Minute um sein Ticket nach Sotschi kämpfen musste, brachte den Silbernen von Vancouver nie aus dem Konzept. Neben Karl greifen Anton Unterkofler, Andreas Prommegger und Weltcup-Gesamtsieger Lukas Mathies an. Bei den Damen hat Marion Kreiner schon, was Julia Dujmovits gerne möchte, nämlich eine Olympia-Medaille. Wenn die ÖSV-Boarderinnen mit dem Druck – und da vor allem mit dem eigenen – umgehen können, sieht es sehr gut aus. 


SNOWBOARDCROSS

Wenn das am Montag wegen Nebels verschobene Herren-Rennen so verläuft, wie der Wettkampf der Damen, dann gibt’s eine Medaille für Österreich. Denn am Sonntag setzten sich die Favoritinnen durch, standen die Besten der Saison im Finale. Aus rot-weiß-roter Sicht darf sich also Markus Schairer berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall machen. Dass die Form nach seinem Schlüsselbeinbruch stimmt, hat der Vorarlberger zuletzt bei den prestigeträchtigen X-Games unter Beweis gestellt. Nach Bestzeit in der Qualifikation sagte er: „Danke, das war's!“. Next stop: Sotschi.

 

SKISPRINGEN

Unseren Adlern wurden in den Einzelbewerben ganz klar die Flügel gestutzt. Zweimal in Folge gingen sie leer aus, am Montagabend bietet sich die letzte Chance, um ein totales Olympia-Desaster zu verhindern. Im Teambewerb ist Rot-weiß-rot seit 2005 bei Großereignissen ungeschlagen, allerdings ist die Konkurrenz im Sotschi enorm stark. Slowenien, Japan, Deutschland, Polen und Norwegen sind neben dem ÖSV-Quartett (Gregor Schlierenzauer, Michael Hayböck, Thomas Morgenstern und Thomas Diethart) die großen Rivalen im Kampf um Gold, Silber und Bronze.

LANGLAUF

Realistische Medaillenchancen gibt es nur zum Abschluss im 50km-Massenstart-Bewerb der Herren. Dort zählt Johannes Dürr – neben ihm wird auch Bernhard Tritscher an den Start gehen - zu den Geheimfavoriten. Dem Niederösterreicher kommt entgegen, dass im Skating-Stil gelaufen wird und die Strecke kurz vor dem Ziel einen schweren Anstieg beinhaltet. Im Rahmen der Tour de Ski glänzte er auf der Alpe Cermis mit der Bestzeit, wir hätten nichts gegen einen weiteren Geniestreich Dürrs. Sportdirektor Markus Gandler erhofft sich zudem im Team-Sprint (Damen: Teresa Stadlober/Katerina Smutna, Herren: Max Hauke/Harald Wurm) jeweils einen Top-10-Platz.

 

NORDISCHE KOMBINATION

Der Auftakt verlief verkrampft, ein Top-10-Platz wurde verfehlt. Österreichs Kombinierer sinnen daher auf Revanche und kündigen für die Bewerbe auf der großen Schanze (Dienstag Einzel, Donnerstag Team) vollen Angriff an. Bernhard Gruber glänzte im Training und ist doppelt heiß, nachdem er zu Beginn der Spiele nicht zum Einsatz kam. Leicht wird es nicht, die Konkurrenz war über die Saison gesehen stets eine Skilänge voraus. Unsere Kombinierer sind allerdings Spezialisten für Großereignisse und daher guter Dinge, auch in Sotschi zuschlagen zu können.

 

BIATHLON

Unsere Loipenjäger haben uns schon den einen oder anderen Thriller aufs Tablett serviert, weiter sollen folgen. Der Massenstart soll - wenn der Nebel es zulässt - noch am Montag stattfinden. Dominik Landertinger und Simon Eder zählen zum engsten Favoritenkreis, Christoph Sumann peilt eine Überraschung an. Im erstmals ausgetragenen Mixed-Bewerb am Mittwoch muss ein Top-10-Platz das Ziel sein, zum Abschluss hoffen die heimischen Biathleten in der Staffel (Samstag) auf den ganz großen Wurf. Die Dichte ist im Biathlon höher als in anderen Sportarten, doch die starke Form spricht für das ÖSV-Team. Von Gold bis Blech ist alles möglich!

 

EISHOCKEY

„Wir wollen eine Medaille“, erklärte Teamchef Manny Viveiros vor Beginn der Spiele und wurde dafür belächelt, teilweise sogar verspottet. Das 4:8 gegen Finnland sowie das 0:6 gegen Kanada spielten den Kritikern in die Karten, doch der ÖEHV schlug zurück. Nervenstark und mit tollen Defensivleistung wurde Norwegen mit 3:1 bezwungen. In der Viertelfinal-Qualifikation wartet Slowenien, ein harter, aber durchaus machbarer Gegner. Danach ginge es im K.o.-System weiter. Eine Medaille wäre keine Sensation, sondern ein Wunder. Doch wie heißt es so schön: Wunder gibt es immer wieder ...

 

Aus Sotschi berichten Stephan Schwabl und Christoph Nister

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