Haben wir das wirklich nötig?

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ÖOC-Bosse loben Olympia in den höchsten Tönen

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Halbzeit bei Olympia.

Acht Tage sind vorbei, das österreichische Team hält nach dem überragenden Super-G-Ergebnis der Damen – Anna Fenninger gewann Gold, Nicole Hosp holte Bronze – bei sieben Medaillen (2x Gold, 4x Silber, 1x Bronze).

Der Erfolg der heimischen Alpinen bringt das ÖOC in eine komfortable Situation, spielt dadurch doch endlich wieder das Sportliche die Hauptrolle.

ÖOC-Bosse zurückhaltend

In den Tagen davor waren leider Machtspielchen und Spionage-Skandale an der Tagesordnung.

Das rot-weiß-rote Team sorgte für Negativschlagzeilen, als Toni Giger beim Training der Skispringer dabei erwischt wurde, wie er heimlich Fotos im Anlaufbereich knipste.

Österreichs Mannschaft hat sich dabei nicht mit Ruhm gekleckert. Eine Frage bleibt: Hat die vermeintlich stärkste Mannschaft der Welt, die in den letzten Jahren einen Erfolg nach dem anderen feierte, eine solche Aktion wirklich nötig?

„Wir waren nicht dabei, ich kann das im Moment nicht beurteilen“, so die ausweichende Antwort von ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel auf LAOLA1-Nachfrage.

„Ich denke, dass sich die zuständigen Gremien diese Angelegenheit noch anschauen werden und uns davon berichten.“ Offiziell gebe es keine Beschwerde, man habe aber mit Toni Giger gesprochen.

Würdige Spiele

Mennel und Präsident Karl Stoss heben lieber die erfreulicheren Aspekte dieser Spiele hervor. „Die Zwischenbilanz fällt sehr positiv aus mit sieben Medaillen in den ersten acht Wettkampftagen. Und der achte ist noch nicht zu Ende“, so Stoss.

Zudem fühle sich das gesamte Team ausgesprochen wohl. „Es ist ein riesiges, tolles Sportfest, das von Begeisterung getragen wird.“ Das Publikum lebe mit und sei ausgesprochen fair. „Auch für die Letztplatzierten gibt es Applaus. Es ist ein schönes, sportliches Fest, es sind tolle, würdige Olympische Winterspiele.“

Als großer Erfolg kann einmal mehr das Österreich Tirol Haus verbucht werden. „Das Haus hat eingeschlagen wie eine Bombe, Eine Bombe, über die wir uns kolossal freuen“, erklärt Mennel überschwänglich.

Mehr als 3.600 Gäste seien bereits im Haus gewesen, knapp 5.000 wurden draußen verköstigt. Die Art und Weise, wie man sich international präsentiere, sei „beeindruckend“.

Die Firma Kornspitz hat bereits 27.000 Stück Gebäck produziert, dabei kommen sogar die Deutschen, um für das „Deutsche Haus“ einzukaufen. Hinzu kommen 1.800 kg Gebäck, 1.000 kg Speck, 900 Liter Suppe, 800 Schnitzel und 450 kg Kartoffeln.

„Wir müssen den Speck inzwischen nachliefern, weil wir sonst an die Grenze stoßen“, freut sich Mennel, der zugleich Entwarnung gibt: „Das Bier wird uns nicht ausgehen.“

Lustiger als bei den Deutschen

Erfreulich sei auch, dass zahlreiche ausländische Medaillengewinner im Ö-Haus aufschlagen, um das Ambiente zu genießen.

„Es wurde Geschichte geschrieben“, so Mennel. „Dass ein Schweizer Olympiasieger (Sandro Viletta, Anm.) im Österreich-Haus seine Olympiamedaille feiert, ist wohl eine Premiere.“

Zudem waren die deutschen Rodler da und meinten: „Wir kommen irrsinnig gern, bei euch ist es einfach lustiger.“

Das ÖOC punktet mit Gastfreundschaft und Freundlichkeit. Wenn nun auch noch die Adler im Einzelbewerb von der Großschanze die Spionage-Affäre vergessen machen, wäre die Freude perfekt.


Aus Sotschi berichtet Christoph Nister

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