Morgenstern erleichtert nach "grausligem Gefühl"

Aufmacherbild
 

Keiner wollte es wahrhaben, doch die Ergebnisliste zeigte es deutlich auf.

Österreichs Skispringer erlitten im Olympischen Bewerb auf der Großschanze die nächste Niederlage.

Nach der Pleite auf der Normalschanze, als Thomas Diethart (Rang vier) und Michael Hayböck (Platz fünf) nur knapp an einer Medaille vorbei schrammten, hielt die große ebenfalls nichts Gutes parat.

Gregor Schlierenzauer landete als bester ÖSV-Adler unmittelbar vor Hayböck an achter Position, Diethart und Thomas Morgenstern verpassten in einem von wechselndem Wind geprägten ersten Durchgang sogar das Finale der Top 30.

"Ein grausliges Gefühl"

"Für mich waren die Bedingungen nicht unbedingt förderlich", spielte Morgenstern nach dem Wettkampf auf die letzten Wochen an.

Die Tatsache, dass er in Titisee-Neustadt und am Kulm in Tauplitz/Bad Mitterndorf jeweils schwer stürzte, setzte ihm im RusSki Gorki Jumping Center zu. "Das war ein grausliges Gefühl, ich bin aber froh, heil unten zu sein", erklärte der Kärntner.

Als großen Fortschritt wertete er es, dass er sich die Haare raufte nach seinem Sprung. "Das ist etwas, das mir taugt. Ich bin wieder so weit, dass ich mich über meinen Sprung ärgern kann."

Ärger über Durchführung

Wie auch sein Teamkollege Gregor Schlierenzauer bemängelte der Kärntner, dass wieder einmal die Durchführung des Wettkampfs über der Fairness, allen Teilnehmern (fast) gleiche Bedingungen zu ermöglichen, stand.

"Mich zipft es an, dass es in der Art und Weise durchgezogen wird", findet er klare Worte, erklärt aber auch, zuletzt "viel beschissenere Dinge" erlebt zu haben.

Deshalb tue er sich auch leichter damit, den Wettkampf hinter sich zu lassen. Es sei schließlich nur "eine Lappalie im Vergleich zu den letzten fünf Wochen".

Geht der ÖSV leer aus?

Groß zu jammern bringt ohnehin nichts, steht doch mit dem Teambewerb noch ein Wettkampf auf dem Programm, in dem das österreichische Team noch einmal alles mobilisieren muss, um nicht erstmals seit Salt Lake City 2002 ohne Edelmetall die Heimreise antreten zu müssen.

"Ich glaube, es ist alles drin", so der Kärntner, der die Verhältnisse zu einem entscheidenden Faktor macht. "Wir haben vier Leute, die ganz vorne mitmischen können. Ich bin der Letzte, der nicht an uns glaubt."

"Wie bei einem Fußballer"

Indes nimmt er die Akkreditierungs-Debatte um die Stützpunkt-Trainer Markus Maurberger (Schlierenzauer-Trainer) und Heinz Kuttin (Morgensterns Vertrauensmann) gelassen hin.

"Das ist etwas, über das ich mir nie Gedanken gemacht habe", meint der dreifache Olympiasieger zum Umstand, dass die beiden Coaches nicht mit nach Sotschi durften.

Die Athleten seien ausreichend versorgt. "Das ist wie bei einem Fußballer. Der wird auch nicht sagen, er nimmt seinen Vereinstrainer mit, weil er ihm so taugt."

Am Ende geht es um die Leistung des Athleten am Tag X. Und die soll am Montag, wenn sich die Springer mit dem Teambewerb verabschieden, zur Zufriedenheit aller stimmen.

 

Aus Sotschi berichtet Christoph Nister

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen