ÖSV sorgt mit "Spionage-Flop" für Kopfschütteln

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Im Adlerhorst der Österreicher kehrt weiter keine Ruhe ein!

Im Gegenteil. Vor dem Springen auf der Großschanze liegen im ÖSV-Team die Nerven blank.

Denn es herrscht nicht nur zwischen Cheftrainer Alex Pointner und Rekordspringer Gregor Schlierenzauer dicke Luft.

Die Österreicher haben es mit einer Aktion geschafft, den Rest der Welt gegen sich aufzubringen.

Im Finaldurchgang auf der Normalschanze kam es zum Eklat!

Das darf er nicht

Der Schweizer Simon Ammann beschwerte sich bei FIS-Kontrolleur Sepp Gratzer darüber, dass ein Österreicher beim Zitterbalken fotografiert.

Der großgewachsene Mann in offizieller ÖOC-Montur war nach Informationen von LAOLA1 Toni Giger, Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Ski-Verbands.

Gratzer handelte sofort: „Ich bin hin und habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er das nicht darf.“

Daraufhin, so der Kärntner gegenüber LAOLA1, sei Giger weggegangen. „Da hat er aber schon fotografiert gehabt.“

Wie kam er da rauf?

Wie der ehemalige Cheftrainer der Ski-Herren überhaupt bis in diesen sensiblen Bereich der Schanze kommen konnte, ist Gratzer ein Rätsel.

„Eigentlich darf überhaupt niemand da oben sein.“ Außer im Training und beim Probedurchgang, wo Fotografen nach oben geführt werden, um eine andere Perspektive zu bekommen.

Ammann („Auf meine Leistung hat das keinen Einfluss gehabt!“) soll nach dem Wettkampf seine Betreuer beauftragt haben, den Vorfall im Team-Captains-Meeting zur Sprache zu bringen.

Nicht zu akzeptieren

Nach der Qualifikation für die Großschanze darauf angesprochen, wer der ihm unbekannte Mann war, der ihn fotografiert hat, sagt der Schweizer nur: „Kein Kommentar!“

Der Vierfach-Olympiasieger möchte sich erst nach dem Springen auf der Großschanze zum „Spionage-Flop“ der Österreicher äußern.

Klar geäußert hat sich die Jury: „Dieses Vergehen ist nicht zu akzeptieren und sollte auch nicht wieder stattfinden.“

Cheftrainer Pointner entschuldigte sich für den Vorfall.

"Fairplay ist das nicht"

Die Konkurrenz hatte für die unsportliche Aktion der Österreicher nur Kopfschütteln übrig.

Allen voran der norwegische Teamchef Alexander Stöckl. „Thomas Morgenstern hat eine Ausnahmegenehmigung, er darf jemand mit nach oben bringen, das ist auch okay. Aber ansonsten ist das Reglement klar. Wenn jeder es schafft, sich daran zu halten, dann sollten es die Österreicher auch zusammenbringen.“

Der Deutsche Dieter Thoma, 1994 in Lillehammer mit der Mannschaft Olympiasieger, sieht es ähnlich.

„Es kann nicht sein, dass plötzlich der Chef der Entwicklungsabteilung oben Fotos macht. Fairplay ist das auf keinen Fall.“

Der Kommentar der Österreicher? „Kein Kommentar!“

 

Stephan Schwabl

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