Wing(wo)men des Super-Adlers

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Das sind die Menschen hinter Gregor Schlierenzauer

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Es war der erste große Aufreger bei diesen Olympischen Spielen: Nach den unglücklichen Aussagen von Alex Pointner (LAOLA1-Story zum Nachlesen) in Richtung Gregor Schlierenzauer gingen hinter verschlossenen Türen die Wogen hoch.

Der Cheftrainer der ÖSV-Adler fühlt sich missverstanden, will sich nicht mehr zu dem Thema äußern.

Schlierenzauer wiederum ließ sich mit dem Hinweis, dass er sich einzig und allein auf den Bewerb auf der Großschanze konzentrieren möchte, auf keine weiteren Diskussionen ein.

Umfeld hält ihm Rücken frei

Sein Umfeld - von Freundin Sandra über seinen Pressebetreuer bis hin zu Manager-Onkel Markus Prock - hielt ihm an einem turbulenten Tag den Rücken frei.

In der abendlichen Trainingssession war der Tiroler bei allen drei Sprüngen bei den Weitesten dabei. Sehr zur Freude von Heimtrainer Markus Maurberger, der auf Anweisung von Pointner nicht mit nach Sotschi durfte.

Aber wer gehört eigentlich zum Inner Circle des Super-Adlers? Wer sind die Leute, denen er vertraut? LAOLA1 beleuchtet die wichtigsten Personalien.

DER (HEIM)TRAINER

Markus Maurberger ist nicht nur Schlierenzauers Trainer am Stützpunkt Innsbruck. Er ist auch seit vielen Jahren sein Vertrauensmann. Das Erfolgsduo spricht die selbe Sprache.

Nach außen hin ist der Tiroler kein Mann großer Worte – er lässt lieber Erfolge für sich sprechen. Solche durfte er auch schon mit Andreas Kofler oder Florian Liegl feiern.

Mit Rekord-Adler Schlierenzauer, dem er auch das Fliegen beigebracht hat, verbindet ihn, dass beide akribische Arbeiter sind. Gerne hätte ihn der Ausnahmespringer bei den Olympischen Spielen dabei gehabt. ÖSV-Cheftrainer Alex Pointner legte sich aber in letzter Minute quer, obwohl für den 44-Jährigen sogar schon ein Hotelzimmer reserviert war.

Jetzt ist Maurberger via Skype täglich mit seinem Schützling in Kontakt, bekommt die Sprünge zugeschickt, wertet sie mit Hilfe einer speziellen Software aus und gibt Feedback.

Im Weltcup war Maurberger nur bei ausgewählten Springen dabei, also zum Beispiel bei der Vierschanzen-Tournee. Bleibt er daheim, ist schon seit Jahren Alex Pointner die erste Bezugsperson im Team für Schlierenzauer.

DIE FAMILIE

Bei den Schlierenzauers werden familiäre Werte sehr hoch gehalten. Gemeinsame Mittagessen an wettkampffreien Sonntagen sind für den Skispringer keine lästige Pflicht.

Die Eltern Paul und Angelika sind am Freitag in Sotschi angekommen, Schwester Gloria und Bruder Lukas, ein talentierter Rodler, waren schon beim Springen auf der Normalschanze dabei.

Dass er in Internet-Foren wegen seiner „Mama“-Werbespots als Muttersöhnchen verunglimpft wird, lässt Schlierenzauer kalt. Er weiß, wie viel eine intakte Familie in der heutigen Zeit wert ist.

Zwar bleibt in Sotschi zwischen Vorbereitung, Trainings und Wettkämpfen nur wenig Zeit für Eltern und Geschwister. Aber schon das Wissen um die Unterstützung hilft ihm, Abstand vom olympischen Trubel zu gewinnen.

DIE FREUNDIN

Vor den Sprüngen von Gregor Schlierenzauer wird, wenn immer sie vor Ort ist, eine junge Dame ins Bild gerückt. Der Name der feschen Blondine: Sandra Stiegler.

Die Steirerin spielt im Skisprung-Universum des 24-Jährigen eine maßgebliche Rolle, vor allem im mentalen Bereich.

Sie sorgt dafür, dass sich die Welt des Super-Adlers nicht 24 Stunden am Tag um Skispringen dreht. Daheim wird nur äußerst selten über Skispringen gesprochen.

Als ehemalige Langläuferin kennt sie aber die Bedürfnisse eines Sportlers, nimmt sich auch in Sotschi völlig zurück.

Die Ernährungsexpertin hat ihren Liebsten aber zum Beispiel bei der Umstellung zu einer noch bewussteren Ernährung geholfen, damit er mehr Energie in den Speichern hat.
 

DER MENTOR

Onkel Markus Prock ist der Grund, warum Gregor Schlierenzauer überhaupt mit Spitzensport begonnen hat.

Die Karriere des erfolgreichsten österreichischen Rodlers aller Zeiten, hat den Anstoß gegeben. Der heute 49-Jährige hat seinen Neffen schon in jungen Jahren mit den Bedürfnissen des Sports vertraut gemacht.

Als der Höhenflug des damals 16-Jährigen begann, übernahm Prock das Management und führte Schlierenzauer in die Welt von Red Bull ein, wo sich der Skispringer bis heute sehr wohlfühlt.
 

DER TÜFTLER

Balthasar Schneider ist erster Ansprechpartner beim Material. Der ehemalige Skispringer, der 2007 in Vikersund auf 216,5 Meter geflogen ist, ist wie Schlierenzauer ein irrsinniger Tüftler.

Ähnlich wie Trainer Markus Maurberger lässt auch der ruhige Vorarlberger lieber Taten als Worte sprechen.

Seit dem Sommer haben die beiden in Heimarbeit an einem speziellen Belag für die Olympischen Spiele gearbeitet – mit Erfolg.

Schlierenzauer ist auf den Schanzen im RusSki Gorki Jumping Center stets bei den Schnellsten dabei.

DIE SERVICELEUTE

Mathias Hafele und Christoph Probst, der auch an der Testspur in der Ramsau mitarbeitet, sind als Serviceleute vom ÖSV die ganze Saison über mit den Springern unterwegs.

Sie richten aber nicht nur die Sprungski für Gregor Schlierenzauer her. Vom Team, das bei jedem Weltcup dabei ist, sind die beiden wahrscheinlich am nächsten am Stubaier dran.

So fand zum Beispiel bei der Tournee ein besonders reger Austausch statt – und das nicht nur zum Thema Material.
 

DER PRESSESPRECHER

Gregor Schlierenzauer Superstar. Der Tiroler ist einer der wenigen Athleten im rot-weiß-roten Olympia-Aufgebot, der über einen Bekanntheitsgrad verfügt, der über Österreich hinausgeht.

Bei seinem persönlichen Pressesprecher Klaus Rieder landen täglich fünf bis zehn Anfragen aus dem In- und Ausland im Postfach oder am Handy.

Der Niederösterreicher unterstützt Schlierenzauer in Abstimmung mit der ÖSV-Medienabteilung dabei, Medientermine mit Training, Wettkampf und Regeneration unter einen Hut zu bekommen.

Die Hauptzeit für große Interviews ist eigentlich der Sommer. Perfektionist Schlierenzauer ist es wichtig, dass dem Zuschauer, Zuhörer oder Leser ein Blick hinter die Kulissen ermöglicht wird.

Seinen Besuch bei Stefan Raab und „TV Total“ musste er drei Mal absagen, weil es sich zwischen den Trainings nicht ausgegangen ist. Aber dann eroberte er die Herzen der deutschen Fans mit einem sympathischen Auftritt im Sturm.

 

DIE MEDIZINER

Im medizinischen Bereich vertraut der Tiroler seit Jahren auf zwei Koryphäen. Dr. Andreas Lotz arbeitet in Innsbruck als Chiropraktiker.

In seine begnadeten Hände begeben sich zum Beispiel noch Benni Raich und Marlies Schild.

Bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano hat der Präsident des Bob- und Skeleton-Verbands Hermann Maier nach seinem Horror-Sturz fast rund um die Uhr behandelt und ihn fit gemacht für seine zwei Goldmedaillen.

Andreas Ratz ist erster Ansprechpartner wenn es zu einem gesundheitlichen Ungleichgewicht im fragilen System des Spitzensportlers kommt.

Der Apotheker versorgt unter anderem auch Lindsey Vonn mit homöopathischen Produkten und Vitamin-Cocktails.

DER SPONSOR

Das hat auch mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz zu tun, der vom ersten Tag weg mehr als nur ein Geld- und Pickerlgeber für Helme und Hauben war.

Zwischen Sponsor und Gesponsertem findet ein regelmäßiger Austausch statt. Die Gespräche sind von gegenseitigem Respekt geprägt. Schlierenzauer imponiert, welches Imperium der ehemalige Zahnpasta-Vertreter im Namen der Dose erschaffen hat.

Mateschitz' Faible für fliegende Objekte aller Art ist bekannt, er wollte einst sogar am Großglockner eine Naturschanze bauen, die 300-Meter-Flüge zulässt.

Bei Red Bull stehen „Schlieri“ alle Türen offen. So hat ihm das Unternehmen zum Beispiel einen Fotografen zur Seite gestellt, der ihn bei der Zusammenstellung seiner ersten Foto-Ausstellung beraten hat.

 

Stephan Schwabl
 

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