Norwegischer Doppelsieg, Gruber Fünfter

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Nichts ist es geworden aus der durchaus möglichen Olympia-Medaille in der Nordischen Kombination für Bernhard Gruber.

Bis zu km 9 kämpfte der 31-jährige Salzburger in der absoluten Spitzengruppe, verlor auf dem letzten Kilometer aber den Anschluss.

Gold und Silber ging an die Norweger Jörgen Graabak und Magnus Moan (+0,6 Sek.), Bronze an den Deutschen Fabian Rießle (+1,6).

"Gekämpft wie ein Löwe"

"Die anderen haben einfach Gas gegeben und ich bin nicht mehr mitgekommen. Ich bin irgendwie nicht mehr vorangekommen und habe nur noch gestapft. Ich habe alles versucht, aber die waren einfach zu schnell am Schluss", trauerte Gruber im Auslauf der Olympiaschanzen, der gleichzeitig auch das Loipenziel ist, seiner Chance nach.

"Es ist schon gut, aber bei Olympia zählen halt nur die ersten Drei. Ich habe gekämpft wie ein Löwe, dass sich eine Medaille ausgeht."

Das Material des Salzburgers sei top gewesen und auch vom Rennverlauf selbst konnte er sich nichts vorwerfen. Kein Wunder, war er doch bis einen Kilometer vor dem Ziel in der absoluten Spitze mitgelaufen und hatte auch Führungsarbeit geleistet.

"Bombiges" Material

"Ich habe geschaut, dass ich bei den Abfahrten immer vorne bin. Das Material war bombig. Da habe ich unten echt schauen müssen, dass es mich nicht auf den Gegenhang 'raufschmotzt'", berichtete Gruber, der 11,3 Sekunden hinter Sieger Graabak einlief. "Es tut weh. Es fehlt der letzte Endspeed, da verlässt mich irgendwie die Kraft."

Für die mannschaftlich enorm starken Deutschen wäre mehr drinnen gewesen. Doch ein Missgeschick machte ein noch besseres Resultat zunichte, darum konnte sich Rießle zunächst nicht über seinen dritten Rang freuen.

Er hatte in der vorletzten Spitzkehre Landsmann Johannes Rydzek derart bedrängt, dass dieser zu Fall kam. Die beiden Deutschen lagen zu diesem Zeitpunkt auf den Rängen zwei und drei, Moan zog vorbei, Rießle holte noch Bronze.

So schnell kanns gehen

"So schnell geht's im Sport. Die Emotionen sind groß gewesen, die Enttäuschung auch. Er konnte ja nicht wirklich etwas dafür", sagte Rydzek, der auf Platz acht zurückfiel.

Also sogar hinter den Fünften Gruber. Doch für die weiteren Österreicher waren die Top-Plätze - wie nach dem Sprung schon befürchtet - außer Reichweite.

Lukas Klapfer, Christoph Bieler und Mario Stecher belegten die Ränge 15, 17 und 19.

Klapfer war mit dem Rennen zufrieden. "Ich habe eine gute Laufleistung gebracht. Es war unmöglich, auf die Gruppe vorne hinzukommen, somit war es das Maximum, was rauszuholen war." Der starke Regen habe ihn nicht gestört. Im Gegenteil: "Der Regen hat die Loipe besser gemacht als zuletzt, durch das Salz und das Wasser war es fast schon eisig."

"In tausend Teile zerrissen"

Für Bieler war das Rennen nach dem Skispringen schon gelaufen, meinte der 36-jährige Tiroler. "Aber es war ein geiles Rennen, weil ich mich richtig ausgekotzt habe und mit (Magnus) Krog mitgelaufen bin.

Bis zur vierten Runde, in der es mich dann in tausend Teile zerrissen hat." Der gleich alte Stecher, der nach dem Wettkampf zu einer Dopingkontrolle musste, war mit seinem Ergebnis freilich auch unzufrieden.

"Es ist halt insgesamt einfach wieder zu wenig gewesen, im Langlauf war ich um fünf bis zehn Sekunden hinter der Gruppe."

Team noch nicht fix

ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen analysierte das Rennen gewohnt trocken.

"Bernie hat einen guten Wettkampf gemacht, aber es ist sich leider nicht ausgegangen. Ich habe zuerst ein sehr gutes Gefühl gehabt. Beim langen Anstieg am Schluss hat er es nicht ganz geschafft. Aber ich bin mit dem Bernie zufrieden", resümierte Eugen, der sich noch nicht festlegen wollte, wer am Donnerstag im Team stehen wird.

Diese Entscheidung wollte er erst am Mittwoch fällen.

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