Dürrs langer Weg an die Spitze

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Mein Lieblingssportler ist … Hannes Reichelt. Er ist ein guter Freund von mir. Ich habe echt mitgelitten, als ich gehört habe, dass er nicht nach Sotschi mitkommen kann. Es tut mir so leid für ihn. Er war so gut drauf und hätte es sich mehr als verdient.

Ich könnte nie verzichten auf … Gesundheit. Ich würde nie – auch nicht für den Sport – meine Gesundheit aufs Spiel setzen. Sie ist das höchste Gut und Grundvoraussetzung für alles andere.

Der größte Moment meiner Karriere war …, als ich mich auf der Alpe Cermis umdrehte und gesehen habe, dass (Petter) Northug nicht mehr da war. Das war so ein unglaublicher Moment, ich kann es heute noch nicht wirklich realisieren. Da wusste ich, ich bin Dritter bei der Tour de Ski – einfach großartig. Normalerweise musste ich mir immer im Fernsehen hinterher ansehen, wie die Ersten eingelaufen sind, diesmal war ich selbst einer von ihnen.

Meine größte Stärke ist … mein Durchhaltevermögen. Gerade dadurch, dass ich ganz unten war, habe ich praktisch alles gesehen. Ich habe so wahnsinnig viel gelernt aus diesen Niederlagen. Gerade am Anfang, als es bergab ging, dachte ich, schlimmer geht es nicht mehr, doch ich habe es immer noch schlechter gemacht. Man muss sich ganz auf seine Stärken besinnen und einen Weg gehen, von dem man überzeugt ist. Die körperlichen Voraussetzungen sind natürlich wichtig, in letzter Konsequenz entscheidet aber der Kopf.

Meine Familie bedeutet mir … alles. Sie ist das Allergrößte für mich. Sport hat einen wahnsinnig hohen Stellenwert. Ich weiß aber, worauf es ankommt, und das ist meine Familie. Das macht im Leben reich. Nicht finanziell, denn das kostet alles einen Haufen Geld (lacht), aber man kann so viel Kraft daraus schöpfen. Es ist noch einmal eine andere Ebene als der Sport.

Hätte ich einen Wunsch frei, dann … würde ich gerne in Sotschi Gold holen. Wobei, nein. Ich würde ja schon gern Gold holen, aber bei einem einzigen Wunsch würde ich wählen, mit meiner Familie glücklich zu sein. Von der Medaille habe ich den Moment, der grandios ist, aber auf lange Sicht ist es wichtig, dass es familiär passt.

 

Aus Sotschi berichtet Christoph Nister

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