Dicke Strafe für Dürr?

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Johannes Dürr droht vierjährige Sperre durch FIS

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Langläufer Johannes Dürr droht nach seinem Dopingfall nun eine vierjährige Sperre durch den Internationalen Skiverband (FIS).

Da die FIS in der Regel solche Fälle durch ihre Kommission selbst behandelt, wird die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) wohl nicht eingeschaltet werden, erklärte NADA-Geschäftsführer Michael Cepic am Sonntag.

Laut Cepic geschah die Kontrolle im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Sie wurde von einem ausländischen Dienstleister des IOC am 16. Februar in Obertilliach in Osttirol, wo Dürr sich auf den abschließenden 50-km-Olympia-Bewerb vorbereitete, durchgeführt.

Nennt Dürr Hintermänner?

"Es war definitiv EPO", bestätigte Cepic, dass Dürr das Hormon Erythropoietin (EPO), das die Bildung der für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlichen roten Blutkörperchen anregt, zu Dopingzwecken missbraucht habe.

Solche Vergehen können von der FIS nun mit vierjährigen Sperren bestraft werden.

Da Dürr geständig ist, könnte es aber auch zu einer Strafmilderung kommen, etwa wenn der 26-jährige Niederösterreicher Hintermänner nennen sollte.

Viele Tests wegen Leistungsexplosion

Die Anhörung des Dopingsünders durch die FIS-Kommission kann aber erst dann durchgeführt werden, wenn der Fall Dürr, der derzeit noch in der Obhut des IOC liegt, an den Internationalen Skiverband übergeben worden ist.

Dass Dürr in jüngster Zeit sehr oft kontrolliert worden ist - ÖOC-Präsident Karl Stoss sprach von 14 negativen Tests -, hängt mit seinen guten Resultaten im Olympia-Winter zusammen, vor allem seinem sensationellen dritten Platz in der Tour de Ski.

"Wenn ein Athlet signifikante Leistungssteigerungen aufweist, dann kommt er in einen internationalen Test-Pool", erklärte Cepic, ohne sich damit konkret auf den Fall Dürr zu beziehen.

Athleten ständig kontrolliert

Dabei wird dann auch der biologische Pass mit dem genauen Blutprofil eines Athleten von Experten genau analysiert.

Sofern sich in diesem nicht erklärbare Unregelmäßigkeiten herauskristallisieren, wird der Betroffene genau unter die Lupe genommen.

"Wenn man draufkommt, dass sich etwas nicht normal verhält und auch nicht durch bestimmte Ursachen wie etwa Krankheiten erklärbar ist, dann werden die Tests engmaschiger und gezielter", erläuterte Cepic, wie Dopingsünder mithilfe des biologischen Pass' entlarvt werden können.

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