Erneute Massenstart-Absage: "Es wäre zu gefährlich"

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Es ist wie verhext.

Der Biathlon-Massenstart der Herren wurde abgesagt. Schon wieder.

Nachdem der Nebel bereits am Sonntagabend die Rolle des Spielverderbers einnahm, wurde er den Loipenjägern auch am Montag zum Verhängnis.

Die Sicht reichte nicht aus, um 11 Uhr Ortszeit war klar, eine weitere Verschiebung ist unvermeidlich.

Für Österreichs Trio Simon Eder, Dominik Landertinger und Christoph Sumann heißt es damit ebenso weiter warten wie für Millionen Biathlon-Fans vor den TV-Geräten.

Richtige Entscheidung

"Es ist gut, dass nun eine Entscheidung getroffen wurde", sucht Eder im Gespräch mit LAOLA1 das Positive.

Für die Athleten ist es keine einfache Situation, ständig warten zu müssen. "Dreimal die Spannung aufzubauen, ist schwierig. Deshalb sind wir froh, dass wir jetzt zurück (ins Quartier) können."

Ohnehin war es eine Umstellung, die den Biathleten alles abverlangte. Grundsätzlich sind sämtliche Biathlon-Bewerb in Sotschi als Abend-Events angesetzt, kurzfristig wurde der Massenstart zum Tages-Bewerb umfunktioniert.

Rhythmus-Änderung

Der Rhythmus wurde dadurch komplett über den Haufen geworfen. "Das Gute daran ist, dass es für alle gleich ist. Landi und ich schlafen aber zum Beispiel immer bis elf, jetzt war der Wettkampf für 10 Uhr geplant", erklärt der Salzburger das Dilemma.

So einfach sei es nicht, sich binnen weniger Stunden umzugewöhnen. "Ich habe es natürlich versucht, aber ich war trotzdem bis halb zwei wach. Und um halb sieben ging es schon wieder raus."

Nicht nur die Österreicher leiden darunter, sondern sämtliche Starter. "Die Italiener waren heute schon zweimal joggen. Die wissen auch nicht, was sie tun sollen."

Eder schüttelte den Kopf

Eder dachte zunächst ohnehin an einen schlechten Scherz. "Als es hieß, wir müssen um 10 Uhr laufen, habe ich gesagt, das können sie nicht ernst meinen. Ich konnte nur noch den Kopf schütteln."

Das Wetter sei allerdings nicht beeinflussbar, sodass er ohne keine andere Möglichkeit habe, als sich damit abzufinden.

Zum Nebel gesellt sich nun allerdings ein zweites Problem. Die Strecke leidet unter den Bedingungen, das Streusalz zeigt nicht die erhoffte Wirkung.

Sturzgefahr extrem hoch

"Das Salz auf der Strecke funktioniert nicht. Die gesamte Strecke wurde gesalzen, aber der Schnee und das Salz scheinen sich nicht miteinander zu verbinden", sagte Jury-Mitglied Fabrizio Curtaz am Vormittag.

Eder stimmt zu. "Der Schnee ist ganz komisch mehlig, es wäre zu gefährlich." Schon bei optimalen Bedingungen sei es grenzwertig, die Stecke mit 30 Mann gleichzeitig zu bewältigen.

"So geht es gar nicht. Da würde es jede Runde mehrere Stürze geben." Und die will nun wirklich keiner sehen.


Aus Sotschi berichtet Christoph Nister 

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