Mit Attacke und Gefühl zu Edelmetall

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Kurssetzer aus dem eigenen Lager sind zuletzt bei Großereignissen kein schlechtes Omen gewesen.

ÖSV-Speedtrainer Florian Winkler steckt in Krasnaja Poljana den olympischen Super-G der Damen.

"Wir wollen nichts Kompliziertes runterzaubern. Wir wollen einen fairen Lauf setzen, das werde ich auch machen", sagte Winkler. "Und natürlich auch gewisse Sachen einbauen, die uns vielleicht liegen könnten."

Kein Vorteil

Und damit hebt sich der Vorteil schon auf, denn was den ÖSV-Damen Anna Fenninger, Elisabeth Görgl, Nicole Hosp und Regina Sterz gefällt, gefällt auch anderen.

"Was uns liegt, können auch andere sehr gut, weil sie alle gut Skifahren", sagte Winkler.

Trotzdem sei erwähnt, dass es sein jetziger Boss Jürgen Kriechbaum war, der als Speedtrainer 2010 bei Olympia in Whistler den Goldlauf für Andrea Fischbacher und 2011 bei der WM in Garmisch-Partenkirchen jenen für Elisabeth Görgl gesetzt hatte. Jeweils im Super-G wohlgemerkt.

Der Olympia-Hang mit den zwei Flachstücken ist nicht ganz nach dem Geschmack der Österreicherinnen, die technisch versiert im Steilen ihre Vorzüge besser ausspielen können.

Abfahrt abgehakt

Das schlechte Abschneiden in der Abfahrt will trotzdem vergessen gemacht werden.

"Ich glaube schon, dass es im Super-G anders ist, weil mehr Tore gesetzt sind. Es sind mehr Schwünge dabei, man kann sicher etwas mit der Kurssetzung rausholen", sagte Winkler.

Nach Weltcup-Saisonergebnissen ist Österreichs Mannschaft die stärkste der Welt in dieser Disziplin, sechs Stockerlplätze wurden in fünf Rennen eingefahren, darunter ein Sieg von Görgl.

"Topergebnisse können wir genauso am Samstag auch leisten. Wenn wird das herbringen, was wir bis jetzt gezeigt haben, dann habe ich keine Angst. Aber es ist ein eigenes Rennen, das ist klar, es ist Olympia."

In Whistler und auch in Garmisch, erinnerte Winkler, habe man nichts zu verlieren gehabt, sei man Außenseiter gewesen. "Da hat man Vollgas gegeben und es ist aufgegangen."

Richtige Mischung gefragt

Das Abfahrts-Ergebnis sei abgehakt, die Damen hätten wieder gut trainiert und seien locker drauf.

"Wir müssen die richtige Mischung finden zwischen Attacke und Gefühl und trotzdem noch mit Hirn fahren. Dann muss man schauen, wie es ausgeht. In der Abfahrt haben wir das leider nicht gefunden. Ich hoffe, dass es am Samstag hinhaut. Wir werden es probieren und Gas geben."

Bis ein Uhr in der Früh habe er nach der Abfahrt Videoanalyse gemacht.

"Weil ich mich selbst sehr geärgert habe, im wichtigsten Rennen seit langem so eine Abfuhr zu bekommen. Das ist natürlich blöd, da ärgert sich jeder, aber es nützt nix. Ich bin mir sicher, dass es am Samstag anders laufen wird."

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