Striedinger: Das Glück war nicht auf seiner Seite

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„Ich bin mit Nummer 45 in die Saison gegangen. Wenn mir da wer gesagt hätte, dass ich zwei Mal bei Olympia am Start stehe und Fünfter werde, hätte ich ihn für verrückt erklärt.“

Damals waren die Ziele noch ganz andere. „Ich wollte im Super-G unter die Top-25 und mich im Weltcup-Team etablieren.“

Das gelang ihm bereits mit Platz zwei in Beaver Creek und veränderte auch die Ausgangslage. Nach dem olympischen Super-G sagte er: „Ich wollte gerne etwas um den Hals haben.“

 

Stephan Schwabl

Zwei Hundertstel. Zwei verdammte Hundertstel.

Für Otmar Striedinger war im olympischen Super-G die Medaille zum Greifen nah.

Am Ende stand der Kärntner aber als Fünfter mit leeren Händen da. In seinen Worten hörte sich das so an: „Leider stehe ich jetzt als Volldodel da!“

„Tut besonders weh“

Während die Medaillengewinner bei der Flower Ceremony im Zielraum geehrt wurden, stand Striedinger mit langem Gesicht da und ihm die Enttäuschung in selbiges geschrieben.

„Wenn man die Hundertstel so gegen sich hat, tut das besonders weh.“

Vorwerfen konnte sich einer aus der neuen Speed-Generation im ÖSV bei seinem zweiten Olympia-Start nichts.

„Ich habe alles riskiert, aber es braucht bei einem Tagesrennen immer auch das nötige Glück. Und das hatte ich leider nicht auf meiner Seite.“

Um die Chance gewusst

Dabei hatte Striedinger vor dem Rennen eine ähnliche Ausgangsposition wie Matthias Mayer in der Abfahrt. Nämlich die des brandheißen Außenseiters.

Vor dem Super-G sagte er: „Träumen darf man. Wichtig ist, dass man nicht zwischen den Toren träumt.“

Dass ihm die Strecke liegt, bewies er schon beim letztjährigen Europacup-Finale, wo er im Super-G Vierter wurde.

„Ich habe gewusst, dass ich meine Chance haben werde, ich habe alles riskiert. Aber an so einem Tag muss alles zusammenstimmen.“

Nur Medaillen zählen

Es war vielleicht nur eine Kleinigkeit, die bei Striedinger nicht passte, aber die machte einen großen Unterschied.

„Bei Olympischen Spielen zählen nur die Medaillen – dafür hat es leider nicht gereicht.“

Was Striedinger zuversichtlich stimmen kann: Bleibt er verletzungsfrei, hat er noch zumindest zwei weitere Olympische Spiele vor sich.

Nichts um den Hals

Von den Sotschi-Starts in Kombination und Super-G nimmt der Youngster viel für seine weitere Karriere mit. Das war ihm auch schon in der Stunde der Niederlage bewusst.

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