"Kann es nicht erzwingen"

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Schild: "Kann es nur schaffen, wenn ich locker bleibe"

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Die Favoritenrolle schiebt Marlies Schild gerne von sich.
 
"Die wird wohl die Mikaela haben", sagte die zweifache Saisonsiegerin im Slalom über Mikaela Shiffrin aus den USA, die dreimal gewonnen hat.
 
Für Österreich starten am Freitag weiters Bernadette Schild, Kathrin Zettel und Michaela Kirchgasser in das letzte alpine Damenrennen bei den Winterspielen in Krasnaja Poljana (13.45/17.15 Uhr MEZ).
 
Dass es nicht nur auf ein Duell zwischen Marlies Schild und der Schladming-Weltmeisterin hinauslaufen wird, dafür wollen auch andere sorgen.
 
Die Schwedin Frida Hansdotter zum Beispiel, die zuletzt in Kranjska Gora vor den Schild-Schwestern nach acht zweiten Plätzen ihr erstes Weltcuprennen gewonnen hat.
 
Oder deren Landsfrau Maria Pietilä-Holmner. Und natürlich die bereits zweifachen Medaillengewinnerinnen Tina Maze aus Slowenien (Gold in Abfahrt und Riesentorlauf) und Maria Höfl-Riesch aus Deutschland (Gold in Super-Kombi, Silber in Super-G), die Slalom-Olympiasiegerin von 2010.
 
Schild will ihren Traum verwirklichen
 
Höfl-Riesch hatte wegen eines Infekts der oberen Atemwege auf den Riesentorlauf verzichtet, in dem Regenrennen holte sich die Niederösterreicherin Zettel eine Verkühlung. Ihr Antreten am Freitag ist aber nicht in Gefahr.
 
Shiffrin gewann mit Platz fünf Selbstvertrauen, die 18-Jährige war sogar auf Gold losgegangen.
 
"Ich dachte wirklich, dass ich meinen ersten Riesentorlaufsieg bei Olympia feiern werden", meinte sie. Doch die größeren Chancen liegen natürlich im Slalom.
 
 Dort will Marlies Schild ihren Traum verwirklichen und mit einem Olympiasieg ihre Karriere "perfekt" machen. "Aber ich hänge mich daran nicht auf. Wenn es passieren soll, passiert es."
 
Sie habe auf der Reiteralm, in Dienten und Jerzens trainiert, jeweils auf hartem Untergrund, und in Krasnaja Poljana auch bei Regen.
 
"Ich bin recht entspannt"
 
"Alle Bedingungen abgedeckt, überraschen kann uns nichts mehr", sagte die 32-Jährige, die davon überzeugt ist, auch bei weicheren Pistenbedingungen, die Shiffrin mehr liegen könnten, mitzuhalten.
 
"Mein Ziel ist es, mich auf meine Aktion zu konzentrieren. Ich war heuer noch nicht so souverän, ich bin recht entspannt."
 
Sie würde sich über jede Medaille freuen, aber am liebsten hätte sie natürlich Gold. "Aber da bin ich nicht die Einzige." Doch sie wisse, dass sie es schaffen könne, auch wenn bei allen anderen alles perfekt laufe.
 
"Weil ich weiß, dass ich gut fahren kann. Aber schaffen kann ich es nur, wenn ich locker bleibe und nicht probiere, etwas zu erzwingen."
 
Auch Schwester Schild will um Medaille mitfahren
 
Um eine Medaille mitfahren möchte auch ihre Schwester Bernadette Schild.
 
"Es muss alles passen. Wenn es keine Medaille wird, geht die Welt auch nicht unter. Es wird noch mehr Spiele für mich geben. Aber ich werde alles dafür tun, dass ich mit einer Medaille heimfahre", sagte die 24-Jährige.

 
"Der Hang ist steil, es ist nur ein kurzes Flachstück drinnen. Umso steiler, umso besser. Das könnte etwas für mich sein", meinte sie.
 
Vor ihrer Reise nach Russland hat sie sich die Rennen zu Hause vor dem Fernseher angeschaut. Die Siegerehrungen hat sie ausgelassen.
 
"Weil ich das Gefühl hatte, dass, wenn ich mir das anschaue, ich vielleicht dann zu viel den Willen habe, dass ich da auch dabeistehen will. Und dann vergesse ich, auf was es wirklich ankommt. Und das ist gut und locker Skifahren."
 
Kirchgasser will jetzt selbst zuschlagen
 
Das goldene und silberne Edelmetall ihrer Zimmerkollegen Anna Fenninger hat Kirchgasser zur Genüge betrachtet, nun will sie selbst eines einheimsen.
 
"Ich habe ein gutes Bild vor mir, was ich gerne haben würde. Ich weiß, dass mir der Slalomhang entgegenkommt. In der Kombi ist mir nur im oberen Teil ein guter Lauf gelungen."
 
Sie sei topmotiviert und sehe sich nach dem Saisonverlauf als Außenseiterin. "Letzes Jahr ist mir das auch gut entgegengekommen", sagte die Salzburgerin, die bei der Heim-WM in Schladming zu Silber gefahren war.
 
"Dieses Selbstvertrauen packe ich aus. Und ich muss keine Medaille machen wie manch andere, die permanent auf dem Stockerl oben waren."

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