Wurschtigkeit und Wehmut

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Matt glaubt an sich: "Ich kann hier gewinnen!"

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Matt: Das entscheide ich nach dem Weltcup-Finale. Wichtig ist für mich, dass ich weiter um den Sieg mitfahren kann. Das Gefühl muss passen. Aber es gibt schon auch immer wieder den Gedanken, ob ich es nicht g'scheiter lassen soll.

LAOLA1: Aber du bist nach Marcel Hirscher die unangefochtene Nummer zwei im Slalom-Team?

Matt: Ich weiß, dass ich bei einigen Rennen sehr viel Pech hatte. Und dass bei allen drei Rennen, die ich nicht beendet habe, ein Stockerl möglich gewesen wäre. Aber das ist der Slalom. Sieg und Niederlage liegen richtig eng beisammen.

LAOLA1: Viele Läufer in deinem Alter, zum Beispiel Bode Miller oder Benni Raich, klagen über körperliche Verschleißerscheinungen. Von dir hört man diesbezüglich relativ wenig.

Matt: Sicher ist nicht jeder Tag super, das ist klar. Nur das muss man ja nicht an die große Glocke hängen. Als ich 2007 den Bandscheibenvorfall hatte, war es viel, viel schlimmer. Ansonsten sehe ich zwischem dem 29-jährigen und dem 34-jährigen Mario Matt keinen großen Unterschied.

LAOLA1: Könnte das an deinem Fahrstil liegen, der im Vergleich zu Hirscher oder Alexis Pinturault immer sehr ruhig wirkt?

Matt: Es hängt sicher sehr viel mit meiner Körpergröße zusammen. Wenn du groß bist, musst du mehr mit den Bewegungen haushalten. Weil das alles auf die Kräfte, die beim Slalom wirken, Einfluss hat.

LAOLA1: Äußere Einflüsse scheinen auf dich überhaupt nicht zu wirken. Bist du wirklich so cool, dass du, wenn du eine Startnummer an hast, Eiswürfeln pinkeln kannst?

Matt: Ich kann diesen Schalter sehr gut umlegen. Man hat mir früher schon nachgesagt, dass ich im Rennen noch einmal zulegen kann. Aber das kann man nicht lernen. Manche Dinge hat man einfach, manche Dinge nicht.

LAOLA1: Wir danken für das Gespräch.

 

Das Interview führte Stephan Schwabl

Mario Matt greift an! Der "Adler vom Arlberg" greift am Samstag nach seiner ersten Olympia-Medaille.

Für viele Experten ist nicht Marcel Hirscher der Topfavorit, auch nicht Felix Neureuther, sondern der 34-jährige Doppel-Weltmeister.

Dass es bei Olympischen Spielen bislang noch nicht geklappt hat, ist für Matt kein Problem: "Ich weiß, dass ich hier gewinnen kann!"

Im Interview mit LAOLA1 spricht der Tiroler über Angriffslust, defensive Fahrweise, seinen Olympia-Abschied und das mögliche Karriereende.


LAOLA1:
Mario, du hast deinem Bruder Andy im Extreme Park die Daumen gedrückt. Was hast du von deinem Ausflug zum Skicross für deinen Olympia-Einsatz mitgenommen?

Mario Matt: Es war richtig lässig und nach fünf Tagen im Olympischen Dorf eine angenehme Abwechslung. Für mich war es auch das erste Mal, dass ich meinen Bruder live gesehen habe. Das Rennen war gewaltig, die Stimmung toll. Schade, dass der Sport in Österreich nicht mehr gepusht wird. Wenn man das in Kitzbühel machen würde, vielleicht mit Flutlicht, wäre das ein Publikumshit.

LAOLA1: Warum wird der Olympia-Slalom für dich ein Hit?

Matt: Ich höre immer wieder, dass das hier meine Bedingungen sind. Gut möglich. Aber es ist nicht viel anders, als wir es schon den gesamten Jänner gehabt haben, da sind wir eigentlich fast alle Rennen bei ähnlichen Bedingungen gefahren.

LAOLA1: Dein Jänner war aber eher durchwachsen mit drei Ausfällen in fünf Rennen.

Matt: Das ist mir egal. Ich war heuer schon bei allen Bedingungen schnell. Und ich bin darauf vorbereitet, dass im zweiten Durchgang viele Spuren in der Piste sein werden. Wenn's passt, dann passt's!

LAOLA1: Eine Olympia-Medaille wäre wohl das Tüpfelchen auf dem i für deine erfolgreiche Karriere, oder?

Matt: Daran denke ich nicht. Von der Herangehensweise ist es ein Rennen wie jedes andere. Ich brauche einmal zwei gute Läufe – das ist die Basis. Wenn bei mir alles zusammenpasst und ich vielleicht auch ein bisschen Glück habe, könnte es mit der Medaille klappen.

LAOLA1: Marcel Hirscher hat bei LAOLA1 gemeint, dass sein Favoritenkreis von Startnummer 1 bis 30 geht. Wie viele Läufer hast du auf der Rechnung?

Matt: Von den Top-15 kann jeder aufs Stockerl fahren. Da ist sicher alles möglich.

LAOLA1: Man leht sich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man sagt, dass es deine letzten Spiele sein werden.

Matt: Das sind sicher meine letzten Olympischen Spiele. Wenn es zum Abschluss sein will und noch einmal alles passt, freue ich mich. Aber das Leben geht auch ohne Medaille weiter.

LAOLA1: Bis Saisonende oder darüber hinaus?

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