Matt holt Gold! Krönung einer einzigartigen Karriere

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Marcel Hirscher, Henrik Kristoffersen, Felix Neureuther – die jungen Wilden hatten gegen den 35-Jährigen allesamt das Nachsehen.

Er könne es nicht genau erklären, ließ der Tiroler wissen, aber irgendwie ging an diesem Tag alles so leicht von der Hand.

Von Nervosität keine Spur. Weder vor dem Rennen, noch zwischen den Durchgängen. „Ein bisschen hat es sich angefühlt wie bei den österreichischen Meisterschaften.“


Mario Matt spricht bei LAOLA1 über …

… seine Gefühlswelt: „Jeder kann sich vorstellen, dass das der größte Tag in meiner Karriere ist. Alles hat vor 14 Jahren begonnen, jetzt reise ich als Olympiasieger ab. Ich spüre eine irrsinnige Genugtuung und Zufriedenheit, dass ich alles erreicht habe.“


… das Rennen: „Im ersten Lauf konnte ich eine sehr gute Basis legen. Der Vorsprung war ein großer Bonus. Im zweiten Durchgang habe ich versucht, mich auf mein Skifahren zu konzentrieren. Am Ende war ich froh, dass ich es runter gebracht habe.“


… die Kurssetzung von Ante Kostelic: „Wir sind von ihm ja so einiges gewöhnt, aber das war ein bisschen viel tricky. Ich glaube nicht, dass ich in meiner Karriere so etwas schon einmal gefahren bin. In gewissen Passagen musste ich das Tempo komplett rausnehmen, um überhaupt durchzukommen. Aber die Chancen waren für alle gleich – jeder musste diesen Kurs fahren.“

„Das Party-Verbot werden wir brechen!“ Mario Matt weiß als Besitzer einer Apres-Ski-Bar die Feste zu feiern, wie sie fallen.

Und wenn eine olympische Goldmedaille kein Grund zum Feiern ist, was dann?

Der „Adler vom Arlberg“ flog am Slalomhang von Rosa Khutor der Konkurrenz davon.

… die wichtigsten Unterstützer: „Mein Dank gilt den Leuten, die das ganze Jahr über hinter mir stehen und mich betreuen. Die auch dann zu mir stehen, wenn es nicht so läuft. Wie zum Beispiel im Jänner, als ich nach Schladming schon ein bisschen die Lust verloren hatte. Danach bin ich zwei Wochen überhaupt nicht Ski gefahren. Dass es dann so aufgeht, ist ein Wahnsinn.“

 

… die wunderbare Welt der Pferde: „Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mit den Pferden sehr viel unternehme. Dadurch habe ich auch viele Bekannte und Freunde aus der Pferdewelt. Viele haben mir SMS geschrieben, dass sie mir die Daumen drücken. Da wird dir erst bewusst, wie wichtig eigentlich Olympia ist. Irgenwann musste ich aber das Handy ausgeschalten, weil ich nur meine Ruhe haben und mich auf das Rennen konzentrieren wollte.“
 

… eine Fortsetzung der Karriere: „Schwer zu sagen, ob es nach der Saison weitergeht. Ich werde das nach dem Weltcup-Finale entscheiden. Weil vom Kopf her ist es nicht immer einfach. Auch nicht als Olympiasieger. Die Goldene ist beim nächsten Rennen in Kranjska Gora schon wieder Geschichte. Die Goldene hilft mir bei der Zeitnehmung nicht.“

 

Aus Sotschi berichtet Stephan Schwabl

… die Vorbereitung auf das Finale: „Jeden, den ich mir angeschaut habe, hat es rausgeschmissen oder gezaubert. Beim Besichtigen hatten wir kaum Zeit. Das letzte Drittel konnten wir gar nicht mehr anschauen. Aber ich bin dennoch locker an die Sache herangegangen. Zumindest habe ich es mir eingeredet.“
 

… das Ende der Olympia-Durststrecke: „Bis zum heutigen Tag wollte es nicht sein. Man sagt das immer so, aber es muss immer alles zusammenpassen. Bei Weltmeisterschaften hat es schon öfter gut gepasst. Gott sei Dank nun auch bei Olympia. In Schladming war ich noch viel nervöser, da wollte ich es erzwingen. Diesmal habe ich mir nur gedacht: Ich fahre gut Ski und schaue, was rauskommt.“
 

… das schönste Gold seiner Karriere: „In St. Anton war ich noch jung. Da hat man noch diese Unbekümmertheit. Die geht mit dem Alter etwas verloren. Are war nach den Verletzungen sehr speziell. Ich musste damals von ganz vorne beginnen. Aber diese Goldene ist das Highlight meiner Karriere.“

Alter Läufer Nation Jahr Disziplin
34J 10M Mario Matt AUT 2014 Slalom
34J 6M  Kjetil Andre Aamodt NOR 2006 Super G
32J 11M Stephan Eberharter AUT  2002 RTL
32J 5M Didier Defago SUI  2010 Abfahrt
31J 10M Jean Luc Cretier FRA 1998 Abfahrt

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