"Eine g'scheite Watsch'n!"

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Hirscher: Den Rennhang kennt er nur von YouTube

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…sein Set-Up für den Kampf um Gold:
 „Wir sind für alle Bedingungen gut gerüstet und bei den Alternativen sehr breit aufgestellt. Schlussendlich ist es aber ein schmaler Grat, den es zu treffen gilt. Wir werden aber auch hier immer besser, weil es wird immer weniger Material, das wir mitnehmen.“
 

...den ihm unbekannten Riesentorlauf-Hang: „Im Gegensatz zu Ligety und den Russen kenne ich das Gelände überhaupt nicht. Bis jetzt habe ich nur ein YouTube-Video gesehen und viele Geschichten gehört. Normalerweise ist es schon gut, wenn du weißt, worum es geht.“
 

…die Testläufe von Ted Ligety im Vorjahr: „Wenn er Gold gewinnt, war es schlau, wenn nicht, war es wurscht. Ich wäre auch gerne herüber geflogen, um das Gelände kennenzulernen. Aber das war nicht möglich, weil es um die große Kugel gegangen ist. Da es jetzt kein Hangfahren gibt, sehe ich die Strecke das erste Mal bei der Besichtigung am Renntag.“
 

...seine Erwartungen für die Spiele: „Ich versuche sie möglichst gering zu halten. Das ist nicht einfach, weil die letzten Resultate so super waren. Ich kann nicht sagen: Schauen wir einmal, was passiert. Ich bin auch keinem böse, wenn er sagt, dass der Hirscher zwei Medaillen nach Hause bringen muss. Wenn ich die letzten 30 Rennen hernehme, ist das alles berechtigt.“
 

...das fehlende Gold in der Sammlung: „Ich bin nach Sotschi gekommen, um so ein deppertes Metalltrumm mit heim zu nehmen. Sonst hätte ich gar nicht herfahren brauchen. Mir ist schon bewusst, dass man, wenn man von einer perfekten Karriere sprechen möchte, eine olympische Goldmedaille daheim hängen haben sollte. Aber ob sich dieser Wunsch jemals erfüllt? Wer weiß! Ich habe jetzt jedenfalls einmal zwei Chancen.“
 

...die Olympiasieger Mayer, Viletta und Jansrud: „Wenn man sich die bisherigen Rennen ansieht, hat es schon ein großes Favoritensterben gegeben. Das zeigt, dass es alles andere als einfach ist, als Favorit ins Rennen zu gehen. Aber ich lasse mich davon hoffentlich nicht anstecken. Wobei ich für mich schon relativiere: Skifahren ist für mich nicht alles.“
 

…die bisherigen Ski-Erfolge seiner TeamkollegInnen: „Primär habe ich eine riesige Freude. Wenn man die Leute persönlich kennt, wie den Mothl, die Anna oder die Niki, ist es abartig, wie spannend das ist. Es macht mich bei meinen Rennen aber nicht schneller. Nur sollte ich nichts gewinnen, wird es kein Debakel für die Alpinen.“
 

...sein Verhältnis zu Ted Ligety und Alexis Pinturault: „Ich kenne sie nicht so gut, dass wir schon ein Seidl miteinander getrunken hätten. Aber es ist sehr viel gegenseitiger Respekt und Wertschätzung da. Ich habe zum Beispiel voll die Freude, wenn Ted sagt, dass er genau weiß, was los ist, wenn ich gut fahre. Und Alexis ist ein super Typ, der den Skisport mit gewissen Aktionen auf ein neues Level hebt.
 

...den folgenschweren Unfall von Kumpel Felix Neureuther: „Ich hoffe natürlich, dass er beide Rennen fahren kann. Leider hat der Felix schon so viele Erfahrungen mit Verletzungen gemacht. Aber dadurch kann er es auch gut einschätzen und damit umgehen. Also: Wenn nicht er, wer dann? Ich habe schon das Gefühl, dass er alles versuchen wird. Und wenn er am Start steht, wird er sicher stark sein.“

 

Aufgezeichnet von Stephan Schwabl

„Die Warterei war ein Wahnsinn! Ich bin daheim fast durchgedreht.“

Für Marcel Hirscher waren die zweieinhalb Wochen seit dem letzten Rennen eine Qual.

„Aber jetzt bin ich da, es geht los – und am Sonntag ist der Hokuspokus auch schon wieder vorbei.“

Vor dem ersten Einsatz des Salzburgers am Mittwoch im Riesentorlauf stellt sich die große Frage: Was zaubert er bei schwierigen Bedingungen aus dem Helm?

Und wie viel Boden konnte er wirklich auf Ted Ligety, der für den 24-Jährigen der „Favoritfavoritfavoritfavorit hoch Zehn“ ist, gutmachen?
 

Marcel Hirscher spricht bei LAOLA1 über …

...seine ersten Eindrücke von Sotschi: „Ich bin brutal überrascht, wie gewaltig es landschaftlich ist. Das Skigebiet ist ein Wahnsinn, im oberen Teil, wo wir am Montag trainiert haben, herrschen super-aggressive Pistenverhältnisse und feinste Winterbedingungen. Aber das hat null damit zu tun, was uns am Mittwoch erwartet. Auch wenn ich derzeit noch null einschätzen kann, was mich erwartet.“
 

...den Wohlfühlfaktor im Olympischen Dorf: „Es ist bis auf ein paar Kleinigkeiten wohnbar. Aber das Essen geht mir jetzt schon am Nerv. Es gibt jeden Tag dasselbe. Zum Frühstück, zu Mittag und zum Abendessen. Es war schon am ersten Tag so, dass ich überlegt habe, was ich als nächstes esse. Das ist der erste große Unterschied zu Vancouver, wo die Küche ausgezeichnet war. Aber zum Glück gibt es das Austria House Tirol, wo ich das Essen im Dorf mit der heimischen Küche kombinieren kann.“
 

...die Gewöhnung an die drei Stunden Zeitverschiebung: „Wenn ich daheim frei gehabt habe, bin ich trotzdem um 6 Uhr aufgestanden, um mich daran zu gewöhnen. Aber es war dann schon eine g'scheite Watsch'n, als hier um 6 Uhr der Wecker geläutet hat. Aber ich bin nicht komplett neben der Spur gestanden. Deshalb wird das bis Mittwoch kein Thema mehr sein.“
 

...seine Vorbereitung auf Sotschi-Bedingungen: „Wir haben probiert alles abzudecken. Von hart bis weich. Von Salz bis Wasser. Es ist kein Geheimnis, dass ich es lieber hart mag, aber ich muss es eh nehmen, wie es kommt. Ich wüsste jedenfalls nicht, was wir hätten noch mehr machen können.“
 

 

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