Gemischte Gefühle bei Fenninger

Aufmacherbild
 

Rummel verursacht gemischte Gefühle bei Fenninger

Aufmacherbild
 

Über den Stolz auf sich selbst: "Es ist nicht nur das, was hier passiert ist, sondern auch mein ganzer Werdegang. Was die letzten Jahre passiert ist, dass man daherkommt und so was gewinnen kann, das geht nicht über vereinzelte Tage, sondern über viel Arbeit, viel Zeit, viele Jahre und viele Menschen, die rundherum stehen, die auch wichtig geworden sind. Aber trotzdem muss man immer wieder selbst wichtige Entscheidungen treffen. Und genau an dem Tag bereit sein. Ich habe es geschafft, dass ich mich auf das vorbereitet habe, vor allem im Kopf und auf das bin ich einfach stolz, dass das so funktioniert hat."

Wäre der Erfolg ohne Tiefschlag in der Abfahrt denkbar? "Schwer zu sagen. Ich glaube schon, dass es sicher etwas ausgelöst hat in mir. Ich habe auch mit dem Meini (Trainer Tatschl/Anm.) schon darüber geredet. Der hat gesagt, er hat es gewusst, dass das passieren wird. Weil ich das einfach so verarbeitet habe, das hat er noch nie gesehen bei mir. Das habe ich selbst vielleicht gar nicht so gemerkt, aber von außen war es spürbar, dass mich das eigentlich gar nicht runtergezogen hat, sondern eher noch mehr motiviert hat."

Über die Ziele für den Rest der Saison: "Genug (lacht). So viele Rennen habe ich jetzt im Weltcup noch nicht gewonnen. Für mich ist jedes Rennen eine neue Herausforderung und eine neue Chance zu gewinnen und das sind auch meine Ziele."

Über den ewigen Vergleich mit Annemarie Moser-Pröll und einen neuen Zugang dazu: "Ja, ich denke, die Annemarie hat das auch einmal selbst ganz gut beschrieben. Immer wenn halt wer neu gekommen ist und gut war, und in dem hat man Hoffnung gesehen: das war immer die neue Pröll, das war damals bei Kronberger so und bei keiner Ahnung wem aller. Sie hat das schon öfters miterlebt, sie findet das auch, genauso wie ich, dass es nicht gut ist, wenn man mit jemanden verglichen wird. Vor allem mit so einer Größe verglichen zu werden, dass macht schon Druck. Aber trotzdem, wenn das wer sagt, denkst du dir, ja, das ist eigentlich eine Ehre und auch Druck. Am Anfang, da war vielleicht gar nicht so das Problem, dass ich so mit ihr verglichen worden bin, sondern nur, dass so viel erwartet worden ist. Unabhängig davon, wer die Annemarie Moser-Pröll ist - einfach die Erfolge, die sie gehabt hat, die sind unglaublich und ich kann es mir auch heute noch nicht vorstellen, dass ich das jemals erreichen kann."

Über den finanziellen Aspekt ihres Erfolgs: "Ja, ich weiß nicht genau, was das genau wert ist. Natürlich denkt man dran. Man hört immer, wenn man Olympiasieger ist, hat man ausgesorgt, aber man kann es sich im Moment nicht vorstellen. Das ist natürlich auch viel Arbeit mit dem Management, was dann von den Sponsoren kommt usw., aber das ist im Moment noch nicht das Erste, woran man denkt, weil einfach noch drei Wochen im Weltcup sind. Weil das andere, was passiert ist, eh schon genug ist, es ist alles ein Chaos da oben." (sie meint den Kopf)

Sie hat Super-G-Gold und Riesentorlauf-Silber bei den XXII. Olympischen Winterspielen gewonnen und ist innerhalb weniger Tage zu einem Topstar des österreichischen Sports geworden.

Anna Fenninger äußerte sich am Tag vor ihrer Heimreise nach Österreich u.a. noch einmal über ihre Gefühlswelt, die Freude und die Furcht vor dem Rummel und den ewigen Vergleich mit Annemarie Moser-Pröll.

ANNA FENNINGER ÜBER...

die Vorfreude auf die Heimreise: "Eigentlich fühle ich mich im Moment ein bisschen müde und wünschte mir ein bisschen Ruhe, aber das kann ich mir abschminken, glaube ich. Ich weiß nicht, was auf mich zuhause zukommt. Deshalb kann ich nicht sagen, worauf ich mich freue."

Was ihr bei einer Medaillenfeier durch den Kopf geht: "Einfach gar nicht so viel im Kopf. Es sind einfach Emotionen, die ich vielleicht ein bisserl mit Genugtuung beschreiben könnte oder vielleicht mit Stolz. Dass sich das Arbeiten auszahlt und man eben die Belohnung dafür umgehängt kriegt. Man ist eigentlich nur glücklich."

Dass man vielleicht Plätze oder Kinder nach ihr benennt: "Was dann genau passieren wird, kann ich mir nicht vorstellen. Im Moment versuche ich gerade die Silbermedaille zu verarbeiten, der Olympiasieg ist noch ein größeres Stück. Ob da ein Platz nach mir benannt wird oder nicht... Wenn es so wäre, ist es das Nächste, mit dem ich nicht umgehen kann, weil es einfach extrem groß ist. Das muss erst einmal in den Kopf reingehen, so viel auf einmal."

Ob sie sich vor dem Rummel mehr fürchtet oder sich darüber freut: "Beides (lacht). Es freut mich, dass ich das geschafft habe und dass es so viele auch wertschätzen. Auf der anderen Seite muss ich aufpassen, dass es mir nicht zu viel wird und ich mich von dem Ganzen nicht begraben lasse. Deswegen muss ich da eine gewisse Mitte finden."

Besondere Anrufe oder SMS: "Ich habe mich über jede SMS oder jeden Anruf gefreut: Natürlich meine Familie ganz vorne, mein Kopfsponsor, mein ganzer Freundeskreis ist fast ausgeflippt und ein paar Prominente waren auch dabei. Ich hoffe, ich kann mich bedanken, wenn ich daheim bin, weil von hier aus ist es doch weit weg."Google wirft sie als leidenschaftliche Skifahrerin aus: "Es ist nicht nur ein Erfolg der Leidenschaft, aber die Leidenschaft bringt mich zu dem, dass ich einfach hart arbeite und ich das auch gerne mache. Es ist sicher eine der wichtigsten Sachen, dass man es auch gerne macht und sich nicht in etwas reinzwängen lässt, wenn es mal nicht so läuft. Dass man das Skifahren im Vordergrund behält und es Spaß macht."

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen