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"Schwergewicht" Vettori bringt Tisch zum Einstürzen

Pressekonferenzen laufen für gewöhnlich nicht sonderlich spektakulär ab.

Dieses Mal war ich froh, ins Lager der ÖSV-Kombinierer geeilt zu sein, um den Worten der rot-weiß-roten Hoffnungsträger zu lauschen.

Allzu viel verstanden habe ich allerdings nicht, als Sepp Schneider das Wort ergriff. Oder besser: ergreifen musste.

Der 23-Jährige steht vor seinem ersten Einzel-Bewerb im Rahmen eines Großereignisses und war daher noch nie im Fokus des Medieninteresses.

Entsprechend zurückhaltend wirkte er bei den Fragen von Medienbetreuer Clemens Derganc. Ein Beispiel: Als er gefragt wurde, ob ihm denn die Loipe entgegenkomme, gab er ein „richtig“ zum Besten.

"War ich das etwa?"

Und holte er dann doch einmal aus, um zumindest ein paar Worte zu spenden, schauten sich alle im Raum entgeistert an. Oder machten es wie Christoph Bieler, der zu lachen begann und fragte: „Wos sogt a?“

Der Ruf nach einer Übersetzung wurde laut, Derganc kam diesem gerne nach.

Schneider ist Vorarlberger und parlierte in feinstem Dialekt. „Selbst ich als Tiroler hab große Probleme“, erklärte Bieler später. Speziell Gespräche zwischen Sepp und seinem Bruder Balthasar, Ex-Springer und nun ÖSV-Servicemann, seien nicht nachvollziehbar.

„Die könnten über uns reden, was sie wollen, wir würden es nicht merken“, meinte Bieler, der - wie wir alle - zuvor schon einen echten Kracher erlebt hat.

Ernst Vettori, seines Zeichens ein äußerst ruhiger Zeitgenosse, wollte sich heimlich, still und leise zur PK mogeln und nahm auf dem einzigen Tisch im Raum Platz.

Plötzlich machte es einen lauten Tuscher. „Der Direktor war's“, schrie Teamarzt Dr. Stefan Hainzl und lachte laut los.

Vettori, schmächtige 1,67 Meter groß und wohl keine 50 Kilogramm schwer, brachte den Tisch zum Einsturz.

Ein Bild für Götter! Und eine willkommene Abwechslung vom WM-Stress.

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