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Liebe Schweden, das ist eine Schande!

Die Masse tobt, das Stadion bebt, die Schweden feiern. Der Lärmpegel erreicht Dimensionen eines Fußball-Champions-League-Spieles, man versteht kaum noch sein eigenes Wort. Das ist die Nordische Ski-WM in Falun.

Die Fans bleiben aus, das Stadion ist leer, niemand feiert. Der Lärmpegel ist derart niedrig, dass man überspitzt formuliert eine Stecknadel zu Boden fallen hört. Auch das ist die Nordische Ski-WM in Falun.

Der Unterschied? Geht es um Langlauf, kriegt sich das 9,6-Millionen-Volk gar nicht mehr ein, geht es um Skispringen oder Nordische Kombination, stehen die Schweden auf dem Schlauch.

In Zeitungen werden die beiden Sportarten erklärt, weil sie niemandem ein Begriff sind. Das Interesse daran tendiert gen null.

Da legen sie hierzulande zwischen 100 und knapp 700 Kronen (grob gerechnet zwischen zehn und 70 Euro) für ein gewöhnliches Tagesticket hin und könnten – so geschehen am Sonntag – vier Bewerbe bei einer Weltmeisterschaft verfolgen, üben sich stattdessen jedoch lieber in der neuen Trendsportart „Nach Hause laufen“. Es ist faszinierend, in welch kurzer Zeit die WM-Gastgeber das Gelände wieder verlassen haben.

Kurios ging es auch am Samstag zu. Da verirrten sich tatsächlich ein paar Schaulustige auf dem Weg von der Loipe nach Hause zum Skisprungstadion (es lag am Weg), ein Gros davon hatte nach dem ersten Durchgang allerdings genug gesehen und machte sich von dannen.

Die folgenden Zeilen verraten, was ich davon halte. 

Ganz begeistert sind die Schweden,
denn Langlauf interessiert hier jeden.
Richtig traurig wird das Ganze,
ist's ein Wettkampf auf der Schanze. 

Da gehn'n sie heim und laufen fort,
verzichten auf ganz großen Sport.
Es int'ressiert sie nur am Rande,
liebe Schweden, das ist eine Schande!

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