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Nordische Ski-WM 2013: Bilder. Stories. Emotionen.

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Mit dem abschließenden 50-Kilometer-Bewerb der Langläufer ging die 49. Nordische Ski-Weltmeisterschaft zu Ende.

Die Region Val di Fiemme war bereits zum dritten Mal Gastgeber der Titelkämpfe, in insgesamt 21 Bewerben wurden neue Weltmeister gesucht.

Österreich, das bei der letzten WM in Oslo mit zehn Medaillen, davon sieben in Gold, verwöhnt wurde, schlug sich auch diesmal höchst beachtlich.

Mit einer Goldenen, fünf Silbernen und einer Bronzemedaille trat der ÖSV zufrieden die Heimreise an.

LAOLA1 blickt zurück auf zwei spannende Wochen - (inter-)nationale Heldentaten, Aufreger und Abräumer aus dem Fleimstal:

NATIONALE HELDENTATEN

Chiara Hölzl wurde nach dem Kreuzbandriss von Daniela Iraschko ins kalte Wasser geworfen und machte ihre Sache exzellent. Trotz ihrer Jugend, die Salzburgerin ist 15 Jahre jung, behielt sie im Mixed-Bewerb die Nerven und war maßgeblich an der rot-weiß-roten Silbermedaille beteiligt.

Einen höchst emotionalen Moment bescherten uns auch die Kombinierer im Teamsprint. Bernhard Gruber und Wilhelm Denifl bewiesen dabei vor allem auf der Loipe ihre Klasse und gewannen ebenfalls Silber. Für Denifl ein ganz besonderer Moment, war er doch bereits Teil der Gold-Staffel vor zehn Jahren.

Den Schreckmoment schlechthin lieferte Manuel Fettner: Nach der Landung ging ihm die Bindung am rechten Ski auf. Der 27-Jährige behielt die Balance, bewies Coolness ohne Ende und kam heil über die Sturzlinie. Damit ebenete er den ÖSV-Adlern den Weg zu Gold.

INTERNATIONALE HELDENTATEN

Den Superstar-Status einer Marit Björgen oder Therese Johaug zum Trotz drängte sich Langläuferin Heidi Weng ins Rampenlicht. Die 21-Jährige gewann mit der Staffel Gold und im Skiathlon Bronze - damit stahl sie teilweise sogar ihren Landsfrauen die Show.

Es wäre zu schön gewesen, um wahr zu sein: Biathlonstar Miriam Gössner wechselte einmal mehr das Terrain und war über 10 Kilometer Freistil drauf und dran, eine Medaille abzustauben. Letztendlich sollte es um 0,5 Sekunden nicht reichen. Im Zielbereich musste die 22-Jährige getröstet werden.

Ausreißversuche kennt man für gewöhnlich aus dem Radsport, diesmal sorgte jedoch Langlauf-Ass Johan Olsson für eine frühe Attacke, die zum Erfolg führen sollte. Bereits nach 12 Kilometern des 50ers setzte er sich ab und rettete schließlich 12,9 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

KRIEGSBEMALUNGEN

Im Fleimstal trat ein merkwürdiges Phänomen zu Tage. Sobald Mannschafts- beziehungsweise Teambewerbe auf dem Programm standen, wollten die einzelnen Nationen besonderen Spirit beweisen. Bunte Bemalungen waren die Folge.

So liefen u.a. die österreichische, deutsche, US-amerikanische und italienische Damenstaffel mit Herzchen oder Länderkürzeln auf den Wangen herum.

Besonders originell zeigten sich die US-Kombinierer. Todd Lodwick, Bill Demong und Kollegen präsentierten sich im klassischen Teambewerb mit aufgemalten Schnurrbärten im Stars-and-Stripes-Style. Ob diese als Zusatzmotivation dienten, ist unbekannt, geschadet hat es nicht: Die US-Boys landeten auf Rang drei.

DIE GROSSEN ABRÄUMER

Im Vergleich zu Oslo hat sich wenig geändert: An den Norwegern gab und gibt es - speziell im Langlauf - kein Vorbeikommen. Marit Björgen staubte viermal Gold sowie einmal Silber ab und avancierte zur erfolgreichsten Athleten der WM.

Landsfrau Therese Johaug (vier Medaillen, davon zwei in Gold) sowie Landsmann Petter Northug (drei Medaillen/zwei in Gold), der sich mit seinen von vielen als überheblich betrachteten Aktionen während der Staffel nicht nur Freunde machte, zählten ebenfalls zu den großen Gewinnern im Fleimstal.

Hervorzuheben ist freilich auch Jason Lamy Chappuis, der sich dreimal die WM-Krone aufsetzte und im vierten Bewerb Bronze gewann. Sebastien Lacroix profitierte von seiner Stärke und war in beiden Teambewerben mit von der Partie. Ebenfalls Doppel-Gold gab es zudem für den Russen Nikita Kriukov.

STIMMUNGSKANONEN

Gut, mit einer Alpinen Ski-WM in Schladming oder den Biathlon-Titelkämpfen in Nové Město konnten weder Predazzo noch Lago di Tesero, die beiden Austragungsorte der Nordischen WM, mithalten - und dennoch war die Stimmung durchaus ausgelassen.

Speziell die Norweger - wie sollte es angesichts ihrer nordischen Tradition auch anders sein - heizten auf Schanze und Loipe kräftig ein und sorgten für eine angenehme Atmosphäre.

Lobend hervorzuheben sind auch die Polen, die sich einmal mehr als Skisprung-fanatisch präsentierten und Kamil Stoch im Einzelbewerb auf der Großschanze zu Gold schrien. Auch zahlreiche österreichische Athleten brachten ihre Fans mit, sodass auch die rot-weiß-rote Fahne stets hochgehalten wurde.

STECHERS TURBULENTE WM

Viel aufregender hätte die WM für Mario Stecher kaum verlaufen können. Zunächst war lange unklar, ob der 35-Jährige überhaupt an der WM würde teilnehmen können. In letzter Minute löste er sein Ticket, um im Fleimstal für mächtig Trubel zu sorgen.

Zunächst aus sportlicher Sicht, gelang ihm doch im ersten Einzelbewerb der Sprung aufs Podest - der Steirer gewann die Silbermedaille. Stecher hatte damit seine sportlichen Ziele mehr als erfüllt und schlug anschließend auch verbal kräftig zu.

Sein Rundumschlag gegen Ausrüster Fischer kostete ihn die Zusammenarbeit mit selbigem, brachte ihm aber in Athletenkreisen viel Zustimmung ein. Ausklingen ließ er die WM als "Betreuer". Im Teamsprint verzichtete er auf seine Teilnahme, war aber dennoch vor Ort, um Gruber und Denifl an der Strecke lautstark anzufeuern.

 

Christoph Nister

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