Österreichs Chancen bei der Nordischen Ski-WM

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Während Österreichs Alpine nach überaus erfolgreichen Weltmeisterschaften in Vail/Beaver Creek schon wieder zuhause sind, scharren die Nordischen mit den Hufen.

Von 18. Februar bis 1. März geht die 50. Nordische WM über die Bühne, zum bereits vierten Mal nach 1954, 1974 und 1993 ist die schwedische 37.000-Einwohner-Stadt Falun Gastgeber der Titelkämpfe.

In 21 Bewerben werden Gold, Silber und Bronze vergeben, doch nicht in allen zählen die rot-weiß-roten Vertreter zum Favoritenkreis.

LAOLA1 zeigt, welche Athleten heiße Medaillenkandidaten sind, wer zum erweiterten Favoritenkreis gehört und bei wem eine Medaille einem kleinen Wunder gleichkäme.

 

 
 

STEFAN KRAFT

17 Top-10-Plätze in Folge, Siege in Oberstdorf, Wisla und in der Tournee-Gesamtwertung, dazu bis vor wenigen Tagen Gesamtweltcup-Führender: Stefan Kraft ist in dieser Saison eine Bank in den Reihen der österreichischen Adler und zugleich das heißeste Eisen für die WM. Der Salzburger springt die Saison seines Lebens und bewies bei der Tournee, dass er auch in den entscheidenden Momenten die nötige Nervestärke hat, um zum großen Wurf auszuholen.

 

DANIELA IRASCHKO-STOLZ

1,1,1,2,1,3,2,1 - Daniela Iraschko-Stolz' sensationelle Podestserie spricht eine klare Sprache. Der Weg zu Gold bei den Titelkämpfen in Falun führt über die Steirerin. Sie tritt als Skisprung-Weltcup-Führende an und ist drauf und dran, erstmals in ihrer Karriere die große Kristallkugel zu gewinnen. Selbst auf der Schanze in Rasnov, die sie bislang nicht besonders mochte, sprang sie zweimal aufs Stockerl. Die 31-Jährige ist zudem nervenstark (WM-Gold 2011, Olympia-Silber 2014) und weiß daher mit dem Druck eines Großereignisses umzugehen.

BERNHARD GRUBER

Bei der Generalprobe im Fleimstal räumte der Salzburger den kompletten "Medaillensatz" ab - Sieger und Zweiter im Einzel, Dritter im Teamsprint (mit Sepp Schneider). Aktuell liegt der Kombinierer auf dem zweiten Rang im Gesamtweltcup und gehört damit automatisch zu den heißesten Medaillenanwärtern. Hinzu kommt sein Killerinstinkt bei Großereignissen (drei Olympia-, vier WM-Medaillen). 

 

 
 

MICHAEL HAYBÖCK

Zu Saisonbeginn startete er eine Super-Serie, bis inklusive Bischofshofen war er nie schlechter als Neunter. Nach seinem Premierensieg zeigte die Formkurve des ehemaligen Junioren-Weltmeisters allerdings leicht nach unten. Der Oberösterreicher ließ wie etwa auch Kraft und Gregor Schlierenzauer das Skifliegen in Vikersund aus, um sich wieder in Tournee-Form zu bringen. Gelingt ihm das - aus dem Umfeld des Teams ist zu hören, dass er wieder deutlich stärker springt -, ist er ein heißer Medaillenanwärter.


 
 

GREGOR SCHLIERENZAUER

Der Tiroler ist und bleibt eine Wundertüte. An einem guten Tag kann er gewinnen (siehe Lillehammer), an einem schlechten hat er mit dem Ausgang des Bewerbs nichts zu tun. Es wäre ein Fehler, Schlierenzauer aufgrund seiner letzten Resultate nicht zum Kreis der Medaillenanwärter zu zählen. Der 25-Jährige versteht es wie kein zweiter ÖSV-Adler, in den entscheidenden Momenten zur Stelle zu sein. 18 Medaillen bei Großereignissen sollten Beweis genug dafür sein.

 

JACQUELINE SEIFRIEDSBERGER

Gleich mehrfach war die öberösterreichische Skispringerin in dieser Saison ganz nah dran am Podest, dreimal musste sie mit dem unliebsamen vierten Platz vorlieb nehmen. Davon hat sie genug, bei der WM soll es einen Schritt weiter nach vor gehen. Die WM-Bronzemedaillengewinnerin von Val di Fiemme 2013 ist nach einem Kreuzbandriss in der Vorsaison schon wieder fast die Alte. Kitzelt sie auch die letzten ein, zwei Prozent ihres Potenzials aus sich heraus, ist weiteres Edelmetall im Bereich des Möglichen.

EVA PINKELNIG

Auch die Quereinsteigerin ist reif für den großen Wurf. Die 26-jährige Skispringerin, die erst seit der Sommervorbereitung zum Team gehört, verblüffte viele Experten mit konstant starken Leistungen. Einzig ein Podestplatz fehlt der Vorarlbergerin, die sechsmal die Top 6 enterte. Den will sie im hohen Norden nachholen. Ein Fragezeichen steht dabei hinter ihrem Nervenkostüm, ist es doch das erste Großereignis für Pinkelnig.


LUKAS KLAPFER

Lange musste der Steirer warten, erst im Alter von 29 Jahren gewann er in Schonach seinen ersten Kombi-Weltcupbewerb. Neben Bernhard Gruber ist der Routinier der konstanteste ÖSV-Athlet in diesem Winter. Nachdem er zum Auftakt gleich zweimal disqualifiziert wurde, besann sich Klapfer auf seine Stärken und kann auf sechs Top-10-Plätze verweisen. Kann er dem Druck standhalten, ist ihm in Schweden ein Coup zuzutrauen.

 

 
 

CHIARA HÖLZL

Bei der WM 2013 verblüffte sie als Teamküken (15) mit Mixed-Silber. Zwei Jahre später hat sie sich im Skisprung-Weltcup längst etabliert. Mit etwas Glück, guten Bedingungen und passender Tagesform ist - wie in Sapporo mit Platz drei - eine Überraschung drin.

 

PHILIPP ORTER

21 Jahre jung und vierfacher Junioren-Weltmeister. Orter gilt als eine der größten ÖSV-Zukunftshoffnungen in der nordischen Kombination. Gelingt ihm ein passabler Sprung, ist ihm alles zuzutrauen. Den nötigen Killerinstinkt hat er in die Wiege gelegt bekommen.

 

 
 

ANDREAS KOFLER

Sofern der Tiroler zum Zug kommt, ist er nicht außer Acht zu lassen. Vor vier Jahren konnte er auf der Normalschanze Silber holen. Ein Podestplatz fehlt ihm 2014/15, doch ab und an lässt er seine Klasse aufblitzen - so etwa in Ruka (Platz vier) und Oberstdorf (Rang fünf). 

 

CHRISTOPH BIELER

Der Tiroler Kombinierer ist stark in die Saison gestartet, stürzte allerdings in der Ramsau schwer und brach sich fünf Rippen. Seit seiner Rückkehr ist er zwar auf der Schanze stark, in der Loipe hat er jedoch noch Aufholbedarf.

WILHELM DENIFL

Nach schwachem Saisonstart war die Form zuletzt stark ansteigend (Plätze zehn bzw. neun im Fleimstal). Vor zwei Jahren war der Kombinierer auf den Punkt genau fit (Silber im Team-Sprint).

 

SEPP SCHNEIDER

"Last minute" ist er auf den WM-Zug aufgesprungen, mit Rang vier im Einzel sowie Platz drei im Teamsprint von Val di Fiemme hinterließ er mächtig Eindruck. Der 23-jährige Kombinierer ist allerdings ein Debütant bei Großereignissen und muss seine Reife erst noch beweisen. Unklar ist zudem, ob er zum Einsatz kommt.

 

TERESA STADLOBER

Ein sechster und ein zehnter Etappenrang bei der Tour de Ski, zudem Gesamtposition zehn - die Ex-Junioren-Weltmeisterin kämpft sich Schritt für Schritt an die Weltspitze im Langlauf heran. Eine Medaille scheint aber für die Langläuferin (vorerst) außer Reichweite.

 

TEAMBEWERBE

Diese nehmen eine gesonderte Rolle ein. Springer (regulärer Teambewerb plus Mixed), Kombinierer (klassischer Teambewerb plus Team-Sprint) und Langläufer (Staffel, Team-Sprint) haben jeweils zwei Mannschaftsbewerbe. Bei den Kombinierern und Springern zählt der ÖSV jeweils zu den Mitfavoriten, der erklärte Titelfavorit ist Österreich aber wohl nur im Mixed-Bewerb. Bei den Langläufern hat Österreich im Team-Sprint der Herren die besten Chancen, das Duo Harald Wurm/Bernhard Tritscher hat dabei einen siebenten Platz aus Val di Fiemme zu verteidigen.
 

Medaillenbank

 

Mitfavorit

 

Medaillenchancen

 

Außenseiter

 

Ein Wunder muss her



Aus Falun berichtet Christoph Nister

 

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