Österreich holt Gold im Teambewerb

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Dieser Weltmeister-Titel ist für Österreichs Skispringer wirklich Gold wert: Wolfgang Loitzl, Manuel Fettner, Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer haben bei der letzten Chance, im Val di Fiemme doch noch einen Titel zu holen, zugeschlagen.

Zum Helden der ÖSV-Adler mutierte am Samstag in Predazzo dabei Fettner, der im zweiten Durchgang nach der Landung einen Ski verlor, aber auf einem Bein über die Sturzlinie fuhr.

Silber und Bronze ging an Deutschland und Polen. Die ursprünglich silbernen Norweger wurden wegen eines Rechenfehlers später auf Platz vier zurückgereiht.

"Ich habe gewusst, ich muss irgendwie über die Sturzlinie"

"Das sind so Momente, wenn man es probiert, gelingen sie sicher nicht. Jetzt bin ich es zum Glück derfahren", jubelte Fettner nach seinem Bravourstück im Auslauf, das ihm seine erste WM-Medaille überhaupt, und die gleich in Gold, brachte.

"Ich habe gewusst, ich muss irgendwie über die Sturzlinie kommen. Ich weiß nicht, ob mir das ein zweites Mal gelingen wird."

Wolfgang Loitzl durfte sich im Alter von 33 Jahren auch noch über seinen insgesamt siebenten Weltmeister-Titel freuen.

Loitzl: "Ich habe viele Nerven verloren"

"Ich habe viele Nerven verloren beim Fetti. Er hat es irgendwie gemeistert, ich weiß nicht wie. Das hat mir ein paar Jahre meines Lebens gekostet", stöhnte der Steirer, der nicht ausschließen wollte, dass er auch 2015 noch eine WM bestreitet. "Sag niemals nie."

Für eine Schrecksekunde sorgte auch Morgenstern, der im ersten Durchgang nur bei 121 m gelandete war. Nach seinem zweiten Satz auf 129,5 m, der Österreich endgültig auf Goldkurs brachte, griff er sich an sein rechtes Knie.

"Ich glaube, das Adrenalin im Körper verdrängt die Schmerzen. Ich bin stolz auf meine Teamkollegen, die meinen Patzer aus dem ersten Durchgang verziehen haben."

Morgenstern: "Extreme Genugtuung"

Morgenstern, nunmehr schon achtfacher Weltmeister, habe sich im zweiten Durchgang "einen Stock höher" als im ersten Sprung gefühlt.

Vor sechs Wochen sei er nicht sicher gewesen, ob er es überhaupt in die Mannschaft schaffen würde.

"Von daher ist es eine extreme Genugtuung, was ich hier erreicht habe." Der Kärntner hatte wie Schlierenzauer ja auch schon Silber im Mixed-Bewerb geholt.

Schlierenzauer: "Bei der WM zu siegen, ist schon geil."

Schlierenzauer bilanziert nun mit einmal Gold und zweimal Silber. Nach der Enttäuschung im Großschanzen-Einzel wohl Balsam für ihn.

"Wenn man mit dem Team noch eine tolle Leistung bringen und sich Weltmeister nennen darf, darf man zufrieden sein. Mit Manuel, das war unglaublich. Ein paar Japaner tun sich schon schwer, einen Sprung mit beiden Füßen zu stehen. Er steht ihn mit einem", erklärte der Tiroler.

"Österreich war im Teamwettkampf in der Saison kein einziges Mal vorne. Bei der WM zu siegen, ist schon geil."

"Das war eine Mannschaftsleistung"

Cheftrainer Alexander Pointner war besonders stolz auf Fettner. "Was Manuel in dieser Situation geleistet hat, ist schon einmalig. Aber das war heute eine Mannschaftsleistung, ich möchte da keinen herausnehmen", erklärte er.

"Die Voraussetzungen heuer waren schwieriger, die Gegner stärker. Wir haben aber gewusst, dass es passt und haben uns nicht aus der Fassung bringen lassen."

Überglücklich war auch ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der bei beiden Medaillenentscheidungen am Samstag, also auch bei Silber für die Kombinierer, in den Stadien war.

"Das stimmt alle fröhlich. Das heute war über drüber für mich. Bei Fettner dachte ich schon, es ist vorbei." Und der sportliche Leiter für diese Sparte, Ernst Vettori, fügte hinzu. "Es ist schon die ganze Saison eine enge Geschichte, auch heute war es knapp. Vor allem bei Manuel, der den Sturz verhindert hat."

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