Das Psychospiel der Norweger

Aufmacherbild
 

"Der Zusammenhalt ist größer als in Österreich"

Aufmacherbild
 

Bereits die ganze Saison liefern sich die Teams aus Norwegen und Österreich im Skisprung-Zirkus ein heißes Duell.

Bei der Tournee (Schlierenzauer vor Jacobsen) und im Gesamtweltcup (Schlierenzauer vor Bardal und Jacobsen) liegt der ÖSV voran, bei der WM sind es – vorerst – die „Wikinger“.

Gold auf der Kleinschanze durch Anders Bardal, Bronze auf der großen für Anders Jacobsen.

Logisch, dass Cheftrainer Alexander Stöckl mit Stolz erfüllt ist.

„Wir sind sehr, sehr zufrieden mit den bisher gezeigten Leistungen der Burschen“, strahlt der Österreicher im Gespräch mit LAOLA1.

Die harte Arbeit trägt Früchte

Vor allem sei es schön zu sehen, dass das Team nicht nur von einem Athleten abhängig ist, sondern bereits zwei auf dem Podium Platz nehmen durften.

„Das zeigt, dass die Arbeit, die wir leisten, passt und Früchte trägt. Wir können mit mehreren Leuten an der Spitze mitspringen. Das ist natürlich ein zufriedenstellendes Gefühl.“

Alexander Stöckl und Anders Jacobsen - ein eingespieltes Team

Spitzen gegen das ÖSV-Team

In diesem Fall will er dies nicht als Stichelei gegen das ÖSV-Team verstanden wissen, in den letzten Tagen und Wochen war das wohl nicht immer der Fall.

Der Teamspirit seiner Norweger sei ein besserer als jener im Lager der Österreicher, behauptete Stöckl. Ob er sich seiner Sache wirklich so sicher ist?

„Sicher kann ich mir natürlich nicht sein, weil ich ja nicht in das Innenleben der österreichischen Mannschaft blicken kann.“

"Der Zusammenhalt ist größer"

Aus seiner Erfahrung könne er allerdings sagen, „dass die Norweger sehr gesellige Typen sind. Das ist eine zusammengeschweißte Truppe, in der jeder einen wichtigen Platz hat. Ich habe ganz einfach das Gefühl, dass dieser Zusammenhalt etwas größer ist als in Österreich.“

Im Teambewerb, für den er vier Nationen – Norwegen, Österreich, Deutschland und Japan – ganz oben auf seiner Rechnung hat, wollen die Norsker das einmal mehr unter Beweis stellen.

Wie viel Psychospiel hinter seinen Aussagen steckt, verrät er indes nicht. „Das kann ich nicht, sonst wäre es ja kein Spielchen mehr.“

 

Aus Val di Fiemme berichtet Christoph Nister

Die Leichtigkeit des Seins

Es ist eine Leichtigkeit des Seins, die die Norweger derzeit auszeichnet. Gerade für Jacobsen freut sich Stöckl, da dieser nach dem knapp verpassten Tournee-Sieg nun auch endlich etwas in Händen halten kann.

„Er hat immer wieder gezeigt, dass er ganz vorne mitspringen kann. Es ist toll, dass er es auf den Punkt gebracht und eine Medaille gewonnen hat. Erst recht, nachdem sein Einstieg in die WM etwas schwierig verlief.“

Bessere Verteilung ist wichtig

Doch nicht nur darüber freut er sich, sondern auch generell über die Medaillenverteilung auf der Großschanze. Gold ging an Polen (Stoch), Silber an Slowenien (Prevc), Bronze eben an Norwegen.

Dass Österreich ohne Edelmetall blieb, tue dem Sport zumindest nicht schlecht, so Stöckl.

„Für das Produkt Skispringen ist es eine gute Sache. Der polnische Fankreis ist riesig, hier sind auch enorm viele norwegische Fans dabei. Dazu kämpft Deutschland, ein riesiger Markt, um die Medaillen mit. Es ist gut, wenn sich das auf mehrere Nationen aufteilt.“

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen