Krimi-Garantie für das Teamspringen

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Zwei packende Einzelkonkurrenzen haben uns die Skispringer bei der Weltmeisterschaft im Fleimstal bislang gezeigt.

Auf der Normalschanze ging Gold an den Norweger Anders Bardal, auf der Großschanze an den Polen Kamil Stoch.

Abschließend steht für die ÖSV-Adler, die Silber durch Gregor Schlierenzauer (Normalschanze) vorweisen können, und ihre Rivalen der Teambewerb auf dem Programm.

Die Ausgangslage verspricht dabei Hochspannung, konnte sich doch bislang keine Mannschaft einen deutlichen Vorteil erkämpfen.

Bereit für Heldentaten

Österreich hat sich im Vergleich zu den letzten Wochen enorm verbessert, doch auch Norwegen, Deutschland und einige weitere Nationen wähnen sich bereit für Heldentaten.

LAOLA1 hat den Einzelbewerb der Großschanze noch einmal genauer unter die Lupe genommen und errechnet, welche Nation die Teamwertung gewonnen hätte.

Durch diese Spielerei, die freilich nur bedingt Aussagekraft besitzt, kam ein unglaublich enges Resultat zum Vorschein, das auf einen packenden letzten Skisprung-Wettkampf in Predazzo hoffen lässt.

Rechnet man die Leistungen der vier ÖSV-Adler zusammen, hätte es am Donnerstag mit dem Minimalvorsprung von 0,1 Punkten zu Gold gereicht. Nach den nicht immer einfachen letzten Wochen wäre das alleine schon hoch genug einzuschätzen.

Doch es gibt noch weitere positive Aspekte: Thomas Morgenstern wurde im 1. Durchgang als gestürzt gewertet und bekam dadurch empfindliche Punkteabzüge. Gregor Schlierenzauer vergriff sich beim Material und auch Manuel Fettner ortete "noch Reserven" für den Teambewerb.

Springer

Punkte Einzelwettkampf

Wolfgang Loitzl

284,9 Punkte

Gregor Schlierenzauer

279,2 Punkte

Manuel Fettner

272,7 Punkte

Thomas Morgenstern

271,8 Punkte

GESAMT

1.108,6 Punkte

Bei Olympia 1998 um 0,1 Punkte vor Finnland gewonnen, hätten sie diesmal selbst den Rückstand gerne in Kauf genommen und Silber abgestaubt. Die deutschen Adler haben bislang in den Einzelkonkurrenzen allesamt gute bis sehr gute Leistungen gezeigt, das einzige Problem: Medaille wollte (noch) keine rausspringen.

Zwar gelang diese mit Bronze im Mixed-Bewerb, doch nun wollen die Herren geschlossen als Quartett nachlegen. Den stärksten Eindruck erweckte in den letzten Tagen Richard Freitag. Dem 21-Jährigen wird aber nachgesagt, in den entscheidenden Momenten nicht mit dem besten Nervenkostüm ausgestattet zu sein. Das ist am Samstag jedoch unabdingbar, um Edelmetall zu gewinnen.

Springer

Punkte Einzelwettkampf

Richard Freitag

280,4 Punkte

Severin Freund

277,4 Punkte

Andreas Wank

276,4 Punkte

Michael Neumayer

274,3 Punkte

GESAMT

1.108,5 Punkte

Unglaublich, aber wahr: Die "Wikinger" landeten im Teamranking des Einzelbewerbs mit nur 0,6 Punkten Rückstand auf Platz drei. Cheftrainer Alexander Stöckl wird es herzlich egal sein, da es sich lediglich um eine Spielerei handelt.

Seine Jungs können auf Handfestes verweisen: Gold für Anders Bardal von der Normalschanze, Bronze für Anders Jacobsen auf der großen. Gemeinsam mit Tom Hilde und Andreas Stjernen fühlen sich die Norweger bereit, nun auch als Quartett den Sprung unter die Top 3 zu vollbringen.

Springer

Punkte Einzelwettkampf

Anders Jacobsen

289,1 Punkte

Anders Bardal

276,4 Punkte

Tom Hilde

273,6 Punkte

Andreas Stjernen

268,9 Punkte

GESAMT

1.108,0 Punkte

*) Japans vierter Springer, Yuta Watase, kam nicht in den zweiten Durchgang. Aus diesem Grund wurde die Wertung seines ersten Sprungs in eine Hochrechnung auch für den zweiten herangezogen.

Teambewerbe sind so etwas wie Pokalspiele im Fußball - sie haben ihre eigenen Gesetze. So sieht zwar vieles nach einem Dreikampf an der Spitze aus, doch so einfach wollen es die Japaner, Slowenen und Polen ihren Konkurrenten nicht machen.

Erstgenannte zählen für Stöckl zum engsten Favoritenkreis - so gab es bereits Mixed-Gold für Ito und Takeuchi. Die Slowenen bauen auf Prevc, der als einziger Teilnehmer auf beiden Schanzen zu einer Medaille sprang. Und die Polen setzen neben einem fanatischen Anhang auf den frischgebackenen Weltmeister Stoch.

Spannung sollte damit garantiert sein ...

 

Aus Val di Fiemme berichtet Christoph Nister

Nation

Gesamtpunkte Einzelwettkampf

Polen (u.a. Stoch)

1.087,9 Punkte

Slowenien (u.a. Prevc)

1.071,9 Punkte

Japan (u.a. Ito)

1.050,3 Punkte*

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