Den langen Schatten abgelegt

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Seifriedsberger tritt aus dem Schatten Iraschkos

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Über Jahre hinweg stand sie im Schatten von Daniela Iraschko, der besten österreichischen Skispringerin der letzten Jahre.

Nun ist sie endgültig aus diesem getreten. Jacqueline Seifriedsberger hat mit dem Gewinn der Bronzemedaille gezeigt, dass sie in der Lage ist, die Führungsrolle im ÖSV-Damenteam zu übernehmen.

In Abwesenheit der verletzten Iraschko, die als Zuschauerin zu Gast war und zu den ersten Gratulantinnen gehörte, gewann die 22-Jährige erstmals eine Medaille bei einem Großereignis.

Wirklich fassen konnte sie das zunächst nicht.

Iraschko freute sich mit

„Ich glaube, das kommt noch“, gab sie zu Protokoll. „Es ist einfach super.“

Dass Iraschko als Daumendrückerin im Zielraum stand und sich für Seifriedsberger mitfreute, hatte für diese einen besonderen Wert.

„Mich freut es, dass sie sich für mich freut, denn ich habe mein Bestes gegeben und das hat gut funktioniert.“

Kein Kraut gewachsen

Gegen Weltmeisterin Sarah Hendrickson aus den Vereinigten Staaten und Vize-Weltmeisterin Sara Takanashi aus Japan war an diesem Tag kein Kraut gewachsen.

„Es war schwierig. Beide sind super Springerinnen. An einem anderen Tag wäre vielleicht mehr drin gewesen. Ich bin aber zufrieden und wenn ich mich über Bronze nicht mehr freuen würde ...“, wollte sie erst gar nicht einen Funken an Enttäuschung aufkommen lassen.

Eine Portion Unsicherheit

Ungewöhnlich war derweil, dass sie im Zielraum lange Zeit emotionslos wartete, obwohl ihr ihm zweiten Durchgang ein starker Sprung gelang, der letztendlich die Medaille bedeutete.

„Ich wollte mich schon freuen, wusste aber nicht, wie ich das einschätzen soll“, schildert Seifriedsberger ihre Gemütslage nach dem Sprung. Sie habe eben nicht gehört, wie weit die anderen gesprungen waren, daher schwang eine gewisse Portion Unsicherheit mit.

Wie paralysiert

Nach bangen Sekunden war allerdings klar, dass sie die Medaille sicher hatte. Doch selbst zu diesem Zeitpunkt war die 22-Jährige wie paralysiert. „Es war einfach unbeschreiblich. So etwas hatte ich noch nie.“

Am Abend kostete sie die Siegesfeier im Österreich-Haus aus, insgeheim galt der Blick jedoch bereits dem nächsten Wettkampf.

Mixed-Bewerb kann kommen

Der Mixed-Bewerb steht am Sonntag auf dem Programm, dank einer außergewöhnlichen Leistung von Chiara Hölzl – die 15-Jährige landete auf dem neunten Rang – zählt Österreich plötzlich wieder zu den heißesten Medaillenanwärtern.

Bei Seifriedsberger ist die Vorfreude groß. „Der Mixed-Bewerb ist eine super Erfindung und einfach malwas anderes. Ich denke, wir sind gut aufgestellt für Sonntag.“

 

Aus Val di Fiemme berichtet Christoph Nister

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