Pointner: Wir erwarten nichts

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Pointner: "Siege sind zur Gewohnheit geworden"

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Für die Langläufer wurde es am Donnerstag erstmals ernst im Rahmen der Nordischen Ski-WM in Val di Fiemme. Die Kombinierer greifen wie die Skisprung-Damen am Freitag an, das Schlusslicht bilden die Skisprung-Herren am Samstag.

Dann geht es für Gregor Schlierenzauer und Rivalen auf der Normalschanze (HS 106) erstmals um Gold, Silber und Bronze.

Dominanz ist verschwunden

Nachdem die ÖSV-Adler in den letzten Jahren mannschaftlich alles dominierten und von Erfolg zu Erfolg eilten, ist die Ausgangslage diesmal differenzierter.

Aushängeschild Gregor Schlierenzauer hält die rot-weiß-roten Fahnen weiter hoch, dahinter klafft allerdings eine große Lücke.

Thomas Morgenstern und Andreas Kofler legten zwischenzeitlich Wettkampfpause ein, um sich neu zu sortieren, Wolfgang Loitzl fehlt weiter ein Ausreißer nach oben, Manuel Fettner wurde von einem Sturz in Bischofshofen zurückgeworfen.

„Es ist zur Gewohnheit geworden, dass wir alles gewonnen haben“, ist sich Alexander Pointner der hohen Erwartungshaltung seitens der Fans und Medien bewusst. Zugleich fügt der Cheftrainer aber an:

Ausnahme Gregor Schlierenzauer

„Kaum ein Springer zeigt sich konstant in Hochform – einzige Ausnahme ist Gregor. Er hält als einziger den Level immer hoch.“

Dennoch blickt der Tiroler den Titelkämpfen zuversichtlich entgegen. Pointner ist vom Potenzial seiner Mannschaft überzeugt.

„Wir sind hier mit sechs Athleten angereist und ich weiß, dass jeder von ihnen ganz vorne mitspringen kann.“

Hoffen ja, erwarten nein

Er und sein Trainerteam wollen die Medaillenausbeute weiter nach oben schrauben. „Natürlich erhoffen wir uns Medaillen.“ Wichtiger Zusatz: „Wir erwarten sie aber nicht.“

Angesichts der Dominanz, die Schlierenzauer in diesem Winter an den Tag legte – er steht kurz vor dem Gewinn der großen Kristallkugel, triumphierte bei der Vierschanzen-Tournee und löste Matti Nykänen als erfolgreichsten Springer im Weltcup ab – wäre eine WM ohne Edelmetall allerdings eine herbe Enttäuschung.

Jeder mit denselben Chancen

Positiv hervor streichen will Pointner einen, der zum ersten Mal im Konzert der Großen dabei ist. „Es wurden Stimmen laut, dass die Nachwuchs-Arbeit im ÖSV nicht funktioniert. Doch sie funktioniert sehr gut. Das sieht man bei Stefan Kraft.“

Der 19-Jährige habe genau dieselben Chancen auf einen Platz im Team für die Normalschanze wie alle anderen. Schlierenzauer sei als einziger Springer gesetzt, Morgenstern ist als Titelverteidiger ohnehin mit einem Fixplatz ausgestattet.

Oslo war „etwas Besonderes“

Bei der Vergabe der restlichen Tickets will der Chef im Adlerhorst „keine Meter zusammenzählen. Wir werden unser Erfahrungsreservoir nutzen, dann wird entschieden.“

Angesprochen auf eine mögliche Wiederholung der Ausbeute bei den letzten Weltmeisterschaften – die ÖSV-Adler gewannen in Oslo sämtliche Wettkämpfe – will er nichts ausschließen, man habe immerhin den „besten Skispringer der Welt“ in den eigenen Reihen.

„Natürlich ist das möglich. Es wird aber extrem schwer für uns, denn die WM 2011 war etwas Besonderes. Dafür müssen einfach viele Dinge zusammenpassen.“

 

Aus Val di Fiemme berichtet Christoph Nister

 

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