Schlierenzauer versilbert den WM-Auftakt

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Gregor Schlierenzauer hat am Samstag für die dritte Medaille bei der WM im Val di Fiemme für Österreich gesorgt.

Der 23-jährige Tiroler holte hinter dem Norweger Anders Bardal auf der Normalschanze den Vizeweltmeistertitel und verpasste Gold um 4,2 Punkte. Bronze ging an den Slowenen Peter Prevc.

Zweite Silberne für Schlierenzauer

Für Schlierenzauer bedeutet dies die zweite WM-Silberne vom kleinen Bakken nach Liberec 2009, damals hatte er sich Wolfgang Loitzl um sieben Punkte beugen müssen.

Den angestrebten WM-Hattrick auf der Normalschanze nach Loitzl und Thomas Morgenstern (Oslo 2011) verfehlte Schlierenzauer aber.

"Diese Medaille glänzt sehr"

"Diese Medaille glänzt sehr für mich. Ich bin schon einmal Vizeweltmeister auf der Kleinschanze geworden. Ich bin sehr zufrieden, es war heute schwierig. Anders Bardal hat verdient gewonnen", zeigte sich der Weltcup-Seriensieger als fairer Verlierer.

Seine Sprünge seien nicht ganz am Punkt gewesen, dennoch wirkte er zufrieden. "Mein Ziel von einer Einzelmedaille ist damit erledigt, jetzt kann ich ganz locker in die weiteren WM-Bewerbe gehen."

Bardal gewinnt erstmals Gold

Norwegens Weltmeister und auch sein österreichischer Cheftrainer Alexander Stöckl freuten sich sehr.

"Es ist ein schöner Tag für mich. Es war sehr schwierig, diesen Bewerb zu gewinnen. Es ist schwer, das in Worte zu fassen, was ich jetzt fühle", sagte Bardal, der schon nach dem ersten Durchgang geführt hatte.

Morgenstern beim Comeback knapp an Medaille vorbei

Für den entthronten Weltmeister Thomas Morgenstern hatte der gute fünfte Rang einen bitteren Beigeschmack, obwohl ihm nach sechswöchiger Wettkampf-Auszeit und einer Verkühlung im WM-Ort ein gutes Comeback gelungen ist. 2,3 Punkte fehlten auf Bronze.

"Ich habe zweimal den Telemark gescheit verhaut. Schade, dass jetzt zwei Punkte auf die Medaille fehlen, die sind sicher im Telemark begraben", war sich der 26-jährige Kärntner bewusst.

"Durch die Verkühlung fehlt mir etwas die Kraft, deshalb bin ich sehr stolz, was ich da heute gemacht habe. Wenn ich im Mixed-Bewerb dabei bin, dann freut mich das irrsinnig. Das wird sicher ein cooler Wettkampf."

Die Bestätigung kam wenig später vom Cheftrainer Alexander Pointer, der Morgenstern neben Schlierenzauer für den dritten Skisprungbewerb dieser WM am Sonntag nominierte.

"Ein schwieriger Wettkampf"

"Das Ziel war eine Medaille. Gratulation an den Gregor, es war ein ganz schwieriger Wettkampf, er hat toll agiert. Anders Bardal hat verdient gewonnen, Gratulation", erklärte Pointner, der auch die Rückkehr Morgensterns "besonders hervorstreichen" wollte.

"Wir haben schon viele Goldmedaillen gewonnen, heute war eine Silbermedaille ein großartiger Erfolg", übte sich Pointner, dessen Chef, ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, den Bewerb vor Ort verfolgt hatte, in Bescheidenheit.

"Gregor und Thomas werden im Mixed-Bewerb an den Start gehen. Sie können ruhig schlafen, weil sie heute eine sehr gute Leistung gebracht haben", stellte der gebürtige Oberösterreicher fest.

Unzufriedenheit bei Loitzl und Fettner

Ex-Weltmeister Wolfgang Loitzl war über Rang 17 wenig erfreut. "Wenn man etwas gewinnen will, dann muss man riskieren. Mein erster Sprung war nicht gut genug. Bei der WM zählen nur die ersten drei, dafür war es eben nicht gut genug", erklärte der 33-jährige Steirer.

Auch Manuel Fettner (20.) war unzufrieden mit seinem Auftritt, er hatte sich nach dem Training doch mehr zugetraut.

"Der zweite Sprung war für die Fisch'. Die Medaillenchancen waren schon nach dem ersten Durchgang klar weg. Deswegen geht man nicht mehr mit dem Feuer in den zweiten, weil nichts mehr zu holen ist", konstatierte der 27-jährige Tiroler.

Kraft verpasst Finale

Doch etwas enttäuschend verlief auch das WM-Debüt von Youngster Stefan Kraft. Der 19-jährige Salzburger landete im ersten Durchgang nur bei 92,5 Metern und verpasste als 33. das Finale.

"Ich habe alles probiert, es kommt mir oben der Ski noch ein bisschen zu viel hinein. Wegstecken, die WM dauert ja noch ein bisschen", meinte Kraft.

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