"Ich bin heiß auf Skispringen"

Aufmacherbild
 

Kraft: "Ziel ist es, mit einer Medaille heimzufahren"

Aufmacherbild
 

Skispringer Stefan Kraft kommt mit voll aufgeladenen Batterien zur Nordischen Ski-WM nach Falun.

Das Auslassen der Skiflugbewerbe in Vikersund zugunsten von Normalschanzentraining in Villach und eines freien Wochenendes sei die richtige Entscheidung gewesen, um in Schweden ausgeruht auf die erhoffte Medaille loszugehen, betonte Kraft im Interview.


Frage: Sie hatten seit langem wieder einmal ein freies Wochenende. Wie wichtig ist diese Ruhe vor einem Großereignis?

Stefan Kraft: "Das freie Wochenende hat dazu beitragen, dass ich richtig gut im Saft bin. Ich war Skifahren in Bramberg bei Neukirchen am Großvenediger. Mit meiner Freundin habe ich auch eine Rodeltour gemacht. Das war einmal etwas ganz Anderes, um ein bisschen den Kopf frei zubekommen."

Frage: Wie schätzen Sie im Nachhinein die Entscheidung ein, davor statt des Skifliegens einen Trainingsblock auf der Normalschanze für den ersten WM-Bewerb am Samstag eingeschoben zu haben?

Kraft: "Das war schon richtig. Skifliegen ist im Vergleich zu einer 90er-Schanze, wie Abfahrt und Slalom. Wir hatten sicher die bessere Vorbereitung, und ich habe auch den Körper wieder voll aufgetankt und ein gutes Training gehabt. Ich fühle mich frisch, die zweite Halbzeit der Saison steht noch aus und ich bin gut drauf."

Frage: Mit welchem Gefühl kommen Sie zur WM nach Falun?

Kraft: "Ich freue mich riesig darauf. Das freie Wochenende hat sehr gut getan, ich bin richtig heiß auf Skispringen. Beim Skifliegen hab' ich schon ein bisschen neidisch zugeschaut, das hat im Fernsehen cool ausgeschaut, da wär ich schon gerne selber geflogen."

Frage: Sie haben auch nach der Tournee bis auf Willingen konstant sehr stark abgeschnitten. Gab es in den anstrengenden Wochen keine Müdigkeitserscheinungen?

Kraft: "Es war nur Willingen, wo ich mir als Sechster und Siebenter schwerer getan habe, da war ich gesundheitlich angeschlagen. In Titisee-Neustadt (Anm.: 2. und 5.) war es dann schon wieder sehr gut. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden, ich habe es bisher perfekt durchgezogen, aber es war auch Zeit für die Pause."

Frage: Durch diese Pause haben Sie die Weltcupführung an Peter Prevc (Anm.: 1. und 16. in Vikersund) verloren. Wie beurteilen Sie nun den Kampf um die Gesamtwertung?

Kraft: "Er hat doch etwas liegen lassen am zweiten Tag. Es sind aber noch so viele Wettkämpfe bis Planica. Ich denke, es wird bis zum Schluss spannend bleiben."

Frage: Prevc ist einer der WM-Favoriten, wen zählen Sie noch dazu?

Kraft: "Anders Fannemel (Anm.: Skiflugweltrekord in Vikersund) ist sicher dazugekommen. Prevc, Severin Freund und Kamil Stoch sind auch in Topform, da finden sich schnell zehn Leute. Aber auch der Gregor und der Michi sehr gut drauf. Man wird sehen, wer es zum richtigen Zeitpunkt abrufen kann. Und auch mit dem Wind ist es da oben oft nicht so einfach, da braucht man auch Glück."

Frage: Wie gut sind Sie mit den WM-Schanzen vertraut?

Kraft: "Die kleine Schanze kennen wir alle noch gar nicht, die große liegt mir ganz gut, da bin ich letztes Jahr schon Fünfter geworden."

Frage: Wie gehen Sie an das erste Großereignis als Mitfavorit heran?

Kraft: "Ich sehe es schon so wie jedes andere Springen. Außer von der kleinen Schanze, die wir sonst nie haben, ich bin schon lieber auf den großen unterwegs. Aber man muss schauen, dass man gut hineinstartet. Mit dem Selbstvertrauen, das ich jetzt habe, kann ich es beruhigt angehen, bis jetzt hat das ja ganz gut funktioniert. Ich möchte es weiterhin so durchziehen, wie ich es bis jetzt gemacht habe. Das große Ziel ist es, mit einer Medaille heimzufahren, und natürlich auch im Team und im Mixed - ich wäre am liebsten überall dabei."

Frage: Wie viel Erfolgsdruck machen Sie sich selbst?

Kraft: "Es ist dieses Mal schon eine andere Situation, aber ich fahre lieber als Favorit hin und die Leute erwarten sich etwas, als ich bin wieder nur so dabei. Ich nehme das gerne in Kauf, dass etwas erwartet wird, ich erwarte mir ja selber am meisten. Jetzt spüre ich aber keinen Druck, der mich behindert. Ich glaube, ich bin durch die Tournee und die Bewerbe danach schon abgehärtet."

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen