"Fast alles schiefgegangen"

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"Der Schuss ist nach hinten losgegangen"

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Während Stefan Kraft seine erste WM-Medaille feierte, waren seine Kollegen am Grübeln.

Speziell Gregor Schlierenzauer und Michael Hayböck bereiten dem Trainerstab Sorgen.

„Nicht nur im ersten Durchgang, auch im Probedurchgang ist so ziemlich alles schiefgegangen“, redete Hayböck nicht lange um den heißen Brei herum und zeigte sich enttäuscht von seiner Performance, die ihm lediglich Rang 21 einbrachte.

Schuss ging nach hinten los

Dabei hatte der Oberösterreicher mit dem Trainerteam in den letzten Tagen ein neues Konzept erarbeitet, mit dem sie sich erhofften, dass Hayböck wieder jene Lockerheit und Sprünge zeigt, die ihn während der Vierschanzentournee so stark machten.

„Der Schuss ist ordentlich nach hinten losgegangen, das hat gar nichts gebracht“, resümierte der Sieger von Bischofshofen. Vor allem das Gefühl in der Hocke bereitet ihm große Sorgen. Im Bewerb kehrte er schließlich wieder zu einem etwas älteren Konzept zurück, wenngleich er bestätigt, dass auch dieses nicht optimal ist.

Erstmals ohne Schlierenzauer

Auch Schlierenzauer hatte sich deutlich mehr erwartet als den 22. Platz. In den ersten Trainings im Rahmen der Nordischen Ski-WM in Falun zeigte der Tiroler ansprechende Leistungen und nährte die Hoffnungen, dass er pünktlich zum Saisonhighlight wieder ganz vorne mitspringen könne.

Der Bewerb von der Normalschanze war jedoch ein Rückschritt. „Ich konnte nichts verlieren, nach dem Training hätte ich mir aber natürlich mehr erwartet“, meinte der Stubaier, „aber was soll ich machen?“

Seine Basis sei noch nicht breit genug, um für die jeweilige Aufgabe immer die passende Antwort parat zu haben. Auf der Großschanze sei es einen Tick einfacher, weil über den Flug mehr rauszuholen sei.

Schlierenzauers Probleme wachsen

Dass Schlierenzauer am Sonntag, wenn der Mixed-Bewerb über die Bühne geht, nur Zuschauer ist, bedeutet eine Premiere. Der 25-Jährige wurde erstmals überhaupt für einen Bewerb bei einem Großereignis nicht nominiert.

Cheftrainer Heinz Kuttin erklärte die Entscheidung damit, dass Hayböck sich langsam besser mit der Schanze zurechtfindet, während Schlierenzauers Probleme immer einen Tick größer werden.

Silber in Val di Fiemme

So vertreten Kraft, Hayböck sowie Daniela Iraschko-Stolz und Jacqueline Seifriedsberger den ÖSV im Mixed-Event, der zum zweiten Mal nach Val di Fiemme 2013 bei einer WM ausgetragen wird.

Vor zwei Jahren gewann Österreich (Chiara Hölzl, Seifriedsberger, Thomas Morgenstern, Schlierenzauer) Silber, auch dieses Mal zählt das rot-weiß-rote Team zum Favoritenkreis.

„Wir wissen, dass wir gut Skispringen können“, meint Hayböck, der sich natürlich eine Leistungssteigerung erhofft.

Druck bei den Mädels

Kraft glaubt indes zu wissen, wer im geschlechterübergreifenden Wettkampf für die Entscheidung sorgen wird. „Ich bin davon überzeugt, dass die Mädels das entscheiden werden. Bei den Herren ist alles so eine enge Kiste, dass da eher die Damen um Danie und Jaci vielleicht etwas rausholen können.“

Dass er damit die Verantwortung an die beiden Mädels abdrückt, stört ihn nicht. „Ich wär ja schön blöd, wenn nicht“, grinst er, wohlwissend, dass nur eine exzellente Teamleistung Österreich eine weitere Medaille bescheren kann.


Aus Falun berichtet Christoph Nister

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