Stecher-Rauswurf übertrieben?

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Pro & Contra: Ist der Stecher-Rauswurf gerechtfertigt?

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Nach seiner Kritik an Fischer beendet der Ausrüster die Zusammenarbeit mit Mario Stecher.

Der unsanfte Rauswurf lässt die Wellen hochgehen. Auch in der LAOLA1-Redaktion, die sich in einem Pro & Contra der Frage widmet, ob die Reaktion Fischers gerechtfertigt ist:

 

Pro: Ja, die Reaktion Fischers ist nachvollziebar.

Von Reinhold Pühringer

Dass die Reaktion Fischers auf den ersten Blick dünnhäutig erscheint, mag sein. Dass der Rauswurf Stechers die Außendarstellung der Ausgangs-Thematik zunächst sogar verschlimmert, ist wohl nicht abzustreiten.

Doch aus Sicht des Unternehmens war es der einzig logische Schritt.

Denn was würde passieren, wenn Stechers Rundumschlag ohne Folgen geblieben wäre? Wenn es plötzlich keine Konsequenzen dafür gäbe, gegen das Material von Fischer zu wettern? Es würde sich jeder auf zehn Fingern abzählen können, wohin das führen würde. Weitere Läufer würden aufstehen, sich lauthals beschweren.

Denn eines steht wohl außer Frage: Im Material-Krieg herrscht Ungleichheit. Die Verteilung der „Waffen“ in diesem Wettkampf bestimmen die Firmen. Und sie tun dies nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil sie versuchen, das Beste für ihre Firma und für ihre Mitarbeiter herauszuholen.

Hierbei geht es nicht mehr nur um Hundertstel und Medaillen, sondern um das Bekanntmachen der eigenen Marke und um eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Denn bei aller Liebe zum Sport zählt am Ende der Gewinn, wovon in weiterer Folge die Sicherung von Arbeitsplätzen abhängt. Auch von jenen Mitarbeitern in Ried.

Darum galt es für Fischer zu reagieren, ein Exempel zu statuieren, um eine größere Protestwelle, die zu einem viel größeren Imageschaden geführt hätte, abzuwenden. Dass es ausgerechnet ein heimisches Aushängeschild war, das aufgemuckt hat, wird wohl auch die Fischer-Führung bedauern.

 

 

Contra: Nein, die Reaktion ist überzogen.

Von Christoph Nister

Kritik an der eigenen Skifirma hat im Wintersport Seltenheitswert. Erst recht, wenn jemand wie Mario Stecher zum Rundumschlag ausholt und sich öffentlich über die Behandlung seitens Fischer beschwert. Ihn deshalb rauszuwerfen, ist jedoch eine extrem dünnhäutige Reaktion.

Nach dem Husarenritt des 35-Jährigen zu WM-Silber genoss man die positive Werbung, nun, wo Gegenwind herrscht, spielt man die beleidigte Leberwurst. Keine Frage, der Steirer hätte die Angelegenheit anders – sprich intern – lösen können. Doch hätte das wirklich gefruchtet?

Es ist doch ein alarmierendes Zeichen, wenn ein Athlet in einer höchst erfolgreichen Phase zur Verbalkeule greift.

Wenn dann Gerhard Urain auf LAOLA1-Nachfrage nur ausweichende Antworten auf Stechers Vorwürfe über ungleichmäßige Behandlung zwischen Langläufern und Kombinierern gibt – O-Ton des Fischer-Rennschefs: „Das ist seine persönliche Meinung. Wir mühen uns, ein gutes Programm für die Nordische Kombination zu machen.“ -, wächst die Skepsis gegenüber der Skifirma und zugleich der Glaube an die Anliegen des Athleten.

Stecher gehört zur Sorte Sportler, die mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg halten und auch mal kritischere Töne anschlagen. Das zeichnet ihn aus, das macht ihn stark, damit eckt er natürlich auch an.

Fischer hatte damit ein Problem und trennte sich von ihm. Aus Werbesicht vielleicht kein großer Verlust, aus menschlicher aber sehr wohl. Denn Athleten vom Schlag eines Stecher tun jeder Skifirma gut.

 

Und wie denkst du darüber?

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