Stecher: "Wir sind nur irgendwelche Nummern"

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Für gewöhnlich sind Pressegespräche einfach nur Routine und bieten wenig spannenden Stoff für eine Geschichte.

Auch jene zur Halbzeit-Bilanz der Nordischen Kombinierer schien unspektakulär zu verlaufen.

Als jedoch das Material zur Sprache gebracht wurde, kam Bewegung in die Sache.

ÖSV-Team leistet sensationelle Arbeit

Mario Stecher, der seinen Teil der Fragerunde bereits erfüllt hatte, war es ein Anliegen sich noch einmal zu Wort zu melden.

"Wir haben eine sensationell gute Mannschaft, die unsere Ski präpariert", lobte der Silbermedaillengewinner des Einzelbewerbs auf der Normalschanze die Crew, die der Österreichische Skiverband unterhält.

Schuld liegt bei den Skifirmen

Wenn man allerdings die Franzosen um Doppel-Weltmeister Jason Lamy Chappuis als Vergleich heranzieht, so würde man diesen klar verlieren.

Nicht, weil der ÖSV zu wenig investiert, die Schuld sieht der Steirer ganz klar bei den Skifirmen.

Nicht die Ski eines Lamy Chappuis

"In Frankreich steht eine ganze Firma hinter der Mannschaft", so der sichtlich erregte Routinier. In Österreich sei das nicht der Fall, "das ist leider Gottes traurig".

Die rot-weiß-roten Kombinierer seien deshalb so stark, "weil der ÖSV hier etwas Tolles aufgebaut hat. Die Ski, die Jason Lamy Chappuis kriegt, die haben wir allerdings nicht."

"Sind nur irgendwelche Nummern"

Stecher holt weiter aus und erklärt, was er meint. Lamy Chappuis sei auf Salomon umgestiegen. Ein Franzose auf französischer Marke.

"Er kriegt das Beste vom Besten. Er ist die Nummer eins, wird sind dagegen nur irgendwelche Nummern."

Kombinierer kaufen teilweise die Ski

Bei österreichischen Skifirmen sei das Procedere ein anderes. Österreicher werden keinesfalls bevorzugt, schon gar keine Kombinierer, habe der Sport doch keinen hohen Stellenwert.

"(Bei Stechers Marke Fischer, Anm.) Da ist ein Petter Northug wichtig, das ist traurig. Wir kaufen sogar Ski, weil wir sie teilweise nicht kriegen."

Zweimal mit einer Rakete zu Gold

Dass sich die umfangreiche Betreuung für Lamy Chappuis bezahlt macht, sah man in den ersten beiden WM-Bewerben.

Der 26-Jährige hatte jeweils eine "Rakete" unter den Beinen und profitierte davon beträchtlich.

Wenngleich er ohnehin seit Jahren einer der besten Kombinierer der Welt ist, sind es bei einer WM am Ende meist Nuancen, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen.

 

Aus Val di Fiemme berichtet Christoph Nister

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