"Ich denke, ich habe mir meine Chancen verbaut"

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Man wollte seinen Augen kaum trauen, doch am Ende stand für die Nordischen Kombinierer im WM-Teambewerb in Val di Fiemme nur der fünfte Platz zu Buche.

Nach guten Sprüngen lief es für das Quartett Wilhelm Denifl, Bernhard Gruber, Lukas Klapfer und Mario Stecher auch im Laufen lange Zeit wie am Schnürchen.

Klapfer als tragische Figur

Mit 22,7 Sekunden übergab Gruber auf Klapfer. Der Steirer erwischte allerdings keinen guten Tag und konnte nur eine Runde lang die Erwartungen erfüllen. Danach ging es Schlag auf Schlag, die Konkurrenz zog vorbei und auch Schlussläufer Stecher hatte den Franzosen, Norwegern und US-Amerikanern nichts mehr entgegenzusetzen.

Zur tragischen Figur wurde Klapfer. Dieser war im Einzelwettkampf noch Zuschauer, aufgrund seiner läuferischen Fähigkeiten bekam er jedoch für den Teambewerb den Vorzug gegenüber dem sprungstarken Christoph Bieler.

Bitter enttäuscht: Kombinierer Lukas Klapfer

Die Ursache für sein Leistungstief ist ihm selbst ein unerklärliches Rätsel. An den Skiern konnte es nicht gelegen haben, da er mit jenen lief, die bereits Denifl unter den Füßen hatte. Die Nerven waren es auch nicht („Ich habe keine Nervosität verspürt.“)

"Aufstellung ein Fehler"

Klapfer vermutet, die Last auf seinen Schultern könnte zu schwer gewesen sein. „Mir wurde es wohl zu viel, dass ich als Führender bei einer Weltmeisterschaft einsam meine Runden drehe.“

Aus diesem Grund erklärte er LAOLA1, es tue ihm „wirklich leid, dass es so gelaufen ist. Vor allem tut es mir auch für Bieles leid, dass er keine Chance bekommen hat. Das, was ich gezeigt habe, hätte er im Laufen auch locker draufgehabt. Und im Springen ist er natürlich besser als ich. So gesehen muss man sagen, dass die Aufstellung wohl doch ein Fehler war.“

"Meine Chancen verbaut"

Bei aller Enttäuschung muss Klapfer dennoch versuchen, die Motivation wieder zu finden, schließlich stehen zwei weitere Bewerbe auf dem Programm – der Einzelwettkampf auf der Großschanze sowie der Teamsprint auf selbiger.

Den Glauben an eine weitere Einsatzmöglichkeit scheint er allerdings verloren zu haben. "Ich muss im Training gute Sprünge zeigen. Ob ich noch einmal zum Einsatz komme, wird sich zeigen, ich denke aber, dass ich mir meine Chancen verbaut habe.“

 

Aus Val di Fiemme berichtet Christoph Nister

Am Boden zerstört

Der 27-Jährige war nach seinem Rennen am Boden zerstört, konnte er sich seine Schwäche in der Loipe doch einfach nicht erklären.

„Die erste Runde war richtig locker, es fühlte sich gut an. Auf der zweiten wurde es unerwartet schwieriger. Von Anstieg zu Anstieg fühlte ich mich immer schlechter“, gestand er im Gespräch mit LAOLA1.

Gegen die stärksten Läufer

In Sachen Nettolaufzeit hielt er zwar mit seinen Teamkollegen Denifl und Gruber mit, doch es wurde von ihm mehr erhofft. Zudem hatte der Eisenerzer das Pech, dass seine direkten Rivalen – Sebastien Lacroix (lief Tages-Bestzeit), Akito Watabe (Rang zwei), Magnus Krog (Rang drei) und Routinier Todd Lodwick – allesamt Top-Läufer waren und gemeinsame Sache machten.

So kam, was kommen musste: Klapfers Reserven waren aufgebraucht, während die Verfolger den Anschluss herstellten und am letzten Anstieg sogar noch am Österreicher vorbeizogen.

Nur noch heil ins Ziel

„Man sollte sich in diesem Moment eigentlich 'scheiße, scheiße, scheiße' denken. Ich war in diesem Moment aber mit dem Laktat so weit oben, dass ich nur noch darum kämpfte, überhaupt ins Ziel zu kommen.“

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