"Wollte diese Goldmedaille unbedingt"

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Marit Björgen ist wie vor zwei Jahren bei ihrer Heim-WM in Oslo auch bei den Nordischen Titelkämpfen im Val di Fiemme die erfolgreichste Athletin.

Die 32-Jährige eroberte am Samstag im 30-km-Langlauf in der klassischen Technik schon ihre vierte Goldmedaille bei den 49. Weltmeisterschaften, sie setzte sich 3,7 Sekunden vor der Polin Justyna Kowalczyk durch und drehte damit das Resultat der Olympischen Spiele in Vancouver um.

Ihre norwegische Landsfrau Therese Johaug, die 10-km-Weltmeisterin und Titelverteidigerin, sicherte sich Bronze (+8,7).

Dreikampf um Medaillen

Für die 30-jährige Olympiasiegerin Kowalczyk war die Langstrecke nach den Plätzen fünf und sechs in Lago di Tesero die letzte Hoffnung auf eine Medaille.

Die große Gegnerin der Norwegerinnen, die heuer die Tour de Ski gewonnen hat und im Weltcup führt, bestimmte denn auch über weite Strecken das Tempo der immer kleiner werdenden Spitzengruppe.

Nach rund zwei Dritteln der Distanz lag Kowalczyk mit den zwei stärksten Norwegerinnen alleine in Front.

Diese parierten den Antritt auf der letzten Steigung und auf der Zielgeraden zog Björgen davon.

In Oslo hatte 2011, allerdings in der Skatingtechnik, Johaug vor Björgen und Kowalczyk triumphiert. "Ich habe alles probiert, aber Marit war stärker", sagte die Polin im Ziel.

"Wollte diese Goldmedaille unbedingt"

Björgen holte damit wie vor zwei Jahren viermal Gold (Sprint, Skiathlon, Staffel, 30 km), dazu einmal Silber (10 km). Sie hält nun bei zwölf WM-Titeln, nur zwei fehlen noch auf die Bestmarke der Russin Jelena Wälbe.

"Ich wollte diese Goldmedaille unbedingt, in Vancouver hatte ich den Sieg so knapp verpasst", erklärte die Norwegerin.

"Auf den letzten zehn Kilometern, als es immer wärmer wurde, wollte ich nicht vorne laufen, um Kraft zu sparen, im Finish habe ich den Windschatten genützt und auf der Zielgeraden angegriffen."

Rekorde nicht so wichtig

Die Zahl der Medaillen und Rekorde würden ihr nicht so viel bedeuten, beteuerte Björgen. Nein, sie sei nicht die Größte aller Zeiten.

"Ich bin Langläuferin und lebe hier und jetzt. Aber hier fünf Medaillen zu holen, damit bin ich sehr zufrieden."

Sie hatte in dieser Saison wegen leichter Herzrythmusstörungen pausiert und nach dem Verzicht auf die Tour de Ski die WM zu ihrem Höhepunkt erklärt.

Northug hat einen Plan

Petter Northug, der Dreifach-Champion von Oslo, hat am Sonntag im 50-km-Marathon die Chance, seine dritte Goldmedaille nach 15 km-Bewerb und Staffel zu holen.

"Ich habe einen Plan, aber es wird sehr schwierig, auch wegen der hohen Temperaturen", sagte der Superstar.

Norwegen hatte 2011 die Medaillenwertung mit 20 Stück (8-6-6) überlegen (vor Österreich) gewonnen, im Val di Fiemme schraubten Björgen und Johaug die Bilanz vorerst auf 19 (8-5-6).

Drei Bewerbe (je einer im Langlauf, Skispringen und in der Nordischen Kombination) standen noch aus.

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