Aufmacherbild

Dürr: "Eine Qual von Anfang bis zum Ende"

Nun hat auch Petter Northug seine erste Goldmedaille im Val di Fiemme.

Der Superstar der norwegischen Skilangläufer feierte am Mittwoch bei den Nordischen Weltmeisterschaften einen sicheren Sieg im 15-km-Skatingrennen, er distanzierte den Schweden Johan Olsson um 11,8 und den drittplatzierten Landsmann Tord Asle Gjerdalen um 22,3 Sekunden.

Die ÖSV-Hoffnung Johannes Dürr vermochte bei schwierigen Bedingungen nicht an die jüngsten Weltcup-Platzierungen anzuschließen und landete nur an der 43. Stelle, 3:12,2 Minuten zurück.

 Eine Frage des Materials

Der Ski mit dem richtigen Schliff war entscheidend bei steigenden Temperaturen während des Rennens.

Da zogen die Russen Nieten - Tour-de-Ski-Sieger Alexander Legkow wurde nur 25. (+2:28) - aber auch Skiathlon-Weltmeister und Olympiasieger Dario Cologna (SUI/8./+1:21) und Marcus Hellner (SWE/17./2:09) blieben offensichtlich wegen des Materials unter ihren Möglichkeiten.

Bei den Österreichern fand man Freud und Leid. Während der erst 20-jährige Max Hauke mit früher Startnummer 13 für sein Gefühl gut durchkam (45.), hatten seine Kollegen Probleme.

Bernhard Tritscher (51.) meinte, er habe nach dem 7. Platz im Team-Sprint noch schwere Beine gehabt, "leider waren wir auch mit den Ski nicht ganz dabei", sagte der Salzburger. Der Vorarlberger Aurelius Herburger gab auf.

Dürr erwischt "schlechten Tag"

Der Niederösterreicher Dürr führte sein im Vergleich zum jüngsten Weltcup-Top-Ten-Platz in Davos schwaches Abschneiden hingegen ausschließlich auf seinen körperlichen Zustand zurück.

"Ich habe einfach einen schlechten Tag erwischt. Es war von den Bedingungen her sehr schwierig, wenn man sich da nicht hundertprozentig gut fühlt, wird jeder Schritt zur Qual", sagte der 25-jährige Niederösterreicher, der in wenigen Tagen erstmals Vater wird. "Ich bin überhaupt nicht ins Rennen gekommen."

Es war aber nicht zu übersehen, dass er wohl auch nicht die beste Skiwahl getroffen hatte. Eine grobe Struktur auf dem Belag war nötig auf dem immer feuchter werdenden Schnee.

"Es hat gesaugt, es war eine Qual von Anfang bis zum Ende", gab Dürr zu.

Dählie-Bestmarke in Gefahr

Northugs Betreuer hatten dem 27-Jährigen bestes Material angeschnallt.

Der Dreifach-Champion von Oslo feierte mit später Startnummer einen "Start-Ziel-Sieg", musste dabei aber an seine Grenzen gehen.

Völlig verausgabt sank der WM-Zweite des Sprints gleich hinter der Ziellinie zu Boden.

Wenig später jubelte der 50-km-Olympiasieger über sein achtes WM-Gold. Nur ein Titel fehlt ihm noch auf die Herren-Bestmarke seines Landsmannes Björn Dählie.

Keine ÖSV-Herren-Staffel

Für die ÖSV-Herren sind die WM-Bewerbe damit vorbei, die Staffel und der abschließende 50-km-Bewerb werden nicht beschickt.

"Wir sind auf einem guten Weg, aber mit der Staffel noch nicht in der Lage, ein Top-Ten-Ergebnis zu erreichen", erklärte Gandler.

Deshalb sei es besser, sich dank etwas längerer Rennpause gezielt auf die kommenden wichtigen Rennen in Skandinavien vorzubereiten.

Mehr zum Thema Zum Seitenanfang»