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Mäkäräinen: "Ich musste den Kopf frei bekommen"

Der Stress der letzten Tage war enorm, doch Kaisa Mäkäräinen hat es nicht anders gewollt.

Die Weltklasse-Biathletin, die noch vor wenigen Tagen bei den Weltmeisterschaften in Nové Město im Einsatz war, wollte auch bei der Nordischen Ski-WM ihre Chance nutzen.

Der finnische Verband berief die 30-Jährige in sein Aufgebot für Val di Fiemme und am Dienstag war es schließlich so weit.

Mäkäräinen kam über 10 Kilometer Skating zum Einsatz und landete dort auf dem achtbaren 14. Platz.

Nicht zufrieden

Wirklich zufrieden war sie mit ihrer Leistung allerdings nicht, wie sie LAOLA1 verriet. „Am Ende hatte ich nicht mehr genug Kraft. Die ersten Kilometer liefen richtig gut, aber auf den letzten zwei, drei wurde ich immer müder.“

Es sei eben doch nicht so einfach, mitten in der Saison die beiden Sparten zu wechseln und ohne Gewehr vorne mitzulaufen. „Es ist ein sehr großer Unterschied. Das bin ich einfach nicht gewohnt. Ich habe gespürt, dass es erst mein zweiter Langlauf-Einsatz in dieser Saison war.“

Gänzlich enttäuscht sei sie allerdings nicht, immerhin sei es „keine Katastrophe“ gewesen.

Große Liebe Biathlon

Generell freut sie sich zwar, auch im Fleimstal zum Einsatz gekommen zu sein, ihre große Liebe gilt jedoch dem Biathlon.

Bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft seien deutlich weniger Besucher als bei den Loipenjägern. „Bei uns herrscht auch eine viel bessere Atmosphäre. Auch die Stadien sind einfach viel stimmungsvoller.“

Dennoch sei es richtig und wichtig gewesen, sich abzulenken. „Nach Nové Město war ich schwer enttäuscht.“ Es sei dort alles andere als nach Wunsch verlaufen, trotz großer Ambitionen und einer Mitfavoriten-Rolle war sie leer ausgegangen.

„Deshalb wollte ich etwas anderes machen, etwas Neues, um den Kopf wieder frei zu bekommen.“

Vorfreude auf Oslo

Das hat sie nun geschafft, wodurch die Sehnsucht nach dem Biathlon wieder spürbar wird. „Ich freue mich jetzt definitiv schon wieder auf die nächsten Bewerbe in Norwegen. Das ist ganz einfach mein Sport“, strahlt sie übers ganze Gesicht.

Gemischte Gefühle empfindet sie bei der Frage nach Miriam Gössner, der Viertplatzierten über die 10 Kilometer Freistil.

Mitfühlen mit Gössner

„Einerseits freue ich mich für sie, weil sie eine tolle Leistung gezeigt hat. Andererseits macht es mich traurig, dass sie die Bronzemedaille so knapp (um 0,5 Sekunden, Anm.) verpasst hat.“

Die Deutsche sei eine wirklich gute Freundin und habe ein wichtiges Signal für die starken Langlauf-Leistungen der Biathleten gegeben.
Gössner gibt bei den Loipenjägern auf den Skiern den Ton an und läuft serienweise Bestzeiten. „Das zeigt uns, dass wir auch auf Weltklasse-Niveau laufen, wenn wir mit ihr mithalten können.“

In Oslo will sie das unter Beweis stellen, dort treffen die beiden wieder aufeinander. Dann allerdings wieder in gewohnter Rolle – mit dem Gewehr auf dem Rücken.

 

Aus Val di Fiemme berichtet Christoph Nister

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