Vor Hausarrest erkämpft Northug noch 50-km-Gold

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Sieg zum Auftakt im Sprintbewerb und Sieg am letzten Tag bei schwierigsten Bedingungen im Marathon, dazwischen Gold im Teamsprint und mit der Staffel.

Petter Northug ist der erfolgreichste Athlet der 50. Nordischen Ski-WM in Falun.

Der Norweger gewann den 50-km-Bewerb am Sonntag im Endspurt vor dem Tschechen Lukas Bauer (1,7 zurück) und dem schwedischen Titelverteidiger Johan Olsson (2,0).

Hausarrest folgt

Northug, der nach der WM wegen eines Verkehrsunfalls unter Alkoholeinfluss einen 50-tägigen Hausarrest mit Fußfessel absolvieren muss, durfte als erster Langläufer über eine vierte Goldmedaille bei Titelkämpfen jubeln.

-Überschwängliche Freude versprühte Northug nach dem vierten Titel aber nicht. "Natürlich ist es großartig. Aber ich bin ziemlich leer nach diesem Rennen, da ist nicht viel Platz für Gefühle", meinte der norwegische Sportstar, der in Schweden die Rekordzahl der Herren bei Weltmeisterschaften auf 13 schraubte.

Seine weiblichen Pendants sind die Russin Jelena Wälbe und seine Landsfrau Marit Björgen (dreimal Gold in Falun) mit je 14.

Gewaltige Stockschübe

Starker Schneefall und extrem tiefe Spur machten das Rennen in der klassischen Technik zu einem der härtesten und mit 2:26 Stunden längsten. Vor allem die Lokalmatadore Olsson und Anders Södergren versuchten sich mit Attacken, doch das Feld rückte immer wieder zusammen. Vor der letzten 5-km-Runde zählte die erste Gruppe noch 18 Läufer.

Der 37-jährige Tscheche Bauer gab im Finish das Tempo an, schien mit Skiathlon-Weltmeister Maxim Vylegzhanin (Russland) wegzukommen. Doch plötzlich war Northug wieder da.

Der 29-Jährige hatte sich, wie es seine Art ist, lange Zeit im Hintergrund gehalten, stürmte aber auf dem letzten Kilometer nach vorne. Auf der Zielgeraden zog er mit gewaltigen Stockschüben an Bauer vorbei, 15-km-Sieger Olsson sicherte sich vor Vylegzhanin Bronze.

"Brutal schweres Rennen"

Im Sprint hatte Northug in Falun erstmals in seiner Karriere triumphiert, über die längste Distanz holte der Olympiasieger von 2010 (klassisch) schon die dritte Goldene nach 2009 und 2011 (jeweils Skating).

Bernhard Tritscher, Österreichs einziger Beitrag und eigentlich ein Skating-Spezialist, kämpfte sich bis ins Ziel durch und wurde als 28. (+3:15,3 Minuten) klassiert.

"Damit kann ich leben. Dafür, dass es so ein brutal schweres Rennen war und auch noch in der Klassik-Technik, bin ich schon zufrieden", meinte der 26-Jährige.

Stockbruch

In einer Schwächephase zwischen Kilometer 15 und 25 habe er Zeit eingebüßt, bedauerte Tritscher, dem beim Skiwechsel auch noch ein Stock brach.

"Danach habe ich aber wieder gut ins Rennen gefunden und bin einen Platz nach dem anderen nach vorne gekommen", sagte der Sechste des 15-km-Bewerbs.

Kommendes Wochenende betätigt er sich am nächsten WM-Schauplatz in Lahti wieder als Sprinter, eine Woche darauf steht der Marathon am Holmenkollen in Oslo an. Tritscher: "Da erwarte ich mir ein bisschen mehr als heute."

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