WM-Gastgeber im direkten Duell

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Das Gastgeberduell: Schweden-Finnland

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Die Weltmeisterschaft geht in ihre entscheidende Phase.

Am Samstag stehen die Halbfinal-Partien mit dem Gastgeber-Duell zwischen Schweden und Finnland (15:00) und der Außenseiter-Paarung USA gegen die Schweiz (19:00 Uhr) in der Globe Arena zu Stockholm auf dem Programm.

LAOLA1 nimmt die beiden Gastgeber Schweden und Finnland genauer unter die Lupe.

Schweden

Turnierverlauf: Die Heim-WM in Stockholm begann für die „Tre Kronor“ mit einer 2:3-Niederlage gegen die Schweiz denkbar schlecht. Auch die knappen Siege gegen Tschechien (2:1) und Weißrussland (2:1) stellte das verwöhnte schwedische Publikum in der Globe Arena nicht sonderlich zufrieden. Ein lockerer 5:1-Erfolg über den „Erzfeind“ Norwegen stimmte die Medienlandschaft und auch die Öffentlichkeit dann aber versöhnlich, bevor mit einem 0:3 gegen Kanada der nächste Dämpfer folgen sollte. Ein knappes 2:0 gegen Absteiger Slowenien und ein 4:2-Sieg über den skandinavischen Nachbarn Dänemark ließ ebenfalls keine Jubelstimmung aufkommen. Dies änderte sich allerdings am Donnerstag mit dem Einzug ins Halbfinale. Auf dem Weg unter die besten Vier schalteten die Schweden den großen Favoriten Kanada aus. Zwar war man in einem schnellen und spannenden Spiel die Mannschaft mit den geringeren Chancen, am Ende siegte der Gastgeber aber mit 3:2 nach Penaltyschießen.

Keyplayers: Wie wichtig die beiden angereisten Sedin-Zwillinge für die Schweden sind, haben sie im Viertelfinale bewiesen. An beiden Treffern gegen Kanada hatten Henrik und Daniel ihre Stöcke im Spiel und leiteten die Tore durch Verteidiger Nicklas Danielsson und Stürmer Loui Eriksson ein. Dennoch ist der wohl wichtigste Mann im Aufgebot von Trainer Par Marts Goalie Jhonas Enroth. Der Buffalo-Schlussmann bekam gegen die Kanadier 43 Schüsse auf seinen Kasten, wobei nur zwei den Weg am Schlussmann vorbei fanden. Im kompletten Turnier hat er in 298,29 Minuten nur sieben Gegentreffer erhalten, was eine Fangquote von sensationellen 94,44 Prozent bedeutet. Das macht ihn gemeinsam mit Kanadas Mike Smith zum derzeit besten Keeper des Turniers.

WM-Statistik: Die Schweden gehören in jedem Jahr zu den Favoriten auf den Titel. Eishockey ist im Königreich Nationalsport Nummer eins und im Schnitt üben 0,75 Prozent der Bevölkerung den Sport aus. Damit belegen die Schweden hinter Kanada (1,76 Prozent) und Finnland (1,2 Prozent) weltweit den dritten Platz. So verwundert es auch nicht, dass in den letzten 20 Jahren nur sechs Mal eine Medaille verpasst wurde. Allerdings erlebte man im Vorjahr als Co-Veranstalter mit Platz sechs eine fast historische Pleite. Lediglich in den Jahren 2000 (7. Platz) und 1937 (10. Platz) war die „Tre Kronor“ schlechter platziert. In diesem Jahr soll es wieder mit Gold klappen, zuletzt konnte man 2006 den WM-Titel in den hohen Norden holen.

Finnland

Turnierverlauf: Bereits vor der WM gab es einige Störfeuer, da zahlreiche NHL-Spieler ihre Teilnahme am Turnier absagten, was ihnen in ihrer Heimat großen Unmut einbrachte und viele Fans veranlasste, die Mannschaft bereits vorzeitig abzuschreiben. Mit Lauri Korpikoski (Phoenix) und Mikael Granlund (Minnesota) stehen nur zwei NHL-Cracks im Aufgebot. Im Auftaktspiel gegen Deutschland rettete man sich in die Verlängerung und konnte dort zur großen Erleichterung einen 4:3-Sieg davontragen. Erfolge gegen die Slowakei (2:0) und Frankreich (3:1) folgten. Gegen die USA hatte man aber mit 1:4 das Nachsehen, was man mit einem 3:2 gegen Weltmeister Russland wieder korrigierte. Abschließend leistete man sich gegen Österreich (7:2) und Lettland (3:2 n.V.) keine Ausrutscher und ging als Gruppenerster ins Viertelfinale, wo man mit 4:3 gegen die Slowakei die Oberhand behielt.

Keyplayers: Bei den Finnen dreht sich das komplette Offensiv-Spiel um die erste Linie mit Juhamatti Aaltonen (4 Tore), Janne Pesonen (2) und Petri Kontiola (8). Das Trio zeichnet sich für nicht weniger als für 14 der 27 Turnier-Treffer verantwortlich und verbuchte zusätzlich unschlagbare 20 Assists. Somit gehen 34 Punkte des Teams auf das Konto der ersten Linie. Ohne diese drei Stürmer hätte der Co-Gastgeber wohl schon nach der Vorrunde die Segel streichen können. Im Viertelfinale war nur einer der vier Treffer nicht aus einer Koproduktion der ersten Sturmreihe entstanden.

WM-Statistik: Zwei Mal jubelten die Finnen über einen WM-Titel - zuletzt erst 2011, als man auf eindrucksvolle Weise den samstägigen Gegner Schweden mit 6:1 vom Eis fegte. Erstmals kürte sich „Suomi“ 1995 zum Weltmeister, als man ebenfalls den Schweden den Titel wegschnappte. Ein gutes Omen also für das anstehende Duell. Im letzten Jahr, bei der Heim-WM, verpasste Finnland das Finale und im Anschluss sogar eine Medaille als man gegen die Tschechen im Spiel um Platz drei mit 2:3 das Nachsehen hatte. Zuvor scheiterte man im Halbfinale mit 2:6 deutlich am späteren Weltmeister Russland. Insgesamt holte die finnische Nationalmannschaft bei WM-Turnieren elf Medaillen (erstmals 1992), davon zweimal Gold, sechsmal Silber und dreimal Bronze.

LAOLA1-Prognose: Beide Mannschaften zeigten sich im Turnierverlauf eher minimalistisch veranlagt, nimmt man den Kantersieg der Finnen gegen Österreich mal aus. Die Schweden haben sich aber in ihrer Spielweise unberechenbarer gezeigt und sind nicht so abhängig von der Leistung einzelner Cracks wie der Kontrahent. Mit dem Publikum im Rücken, auch wenn der Globe in den letzten Spielen nie ausverkauft war und die Fans etwas verhalten sind, dürfte ein kleines Plus bei den Hausherren liegen. Daher, Vorteil: Schweden!

Sebastian Rauch

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