Österreich testet zum letzten Mal zu Hause

Aufmacherbild
 

Es ist das letzte Spiel der Saison. Zumindest für zwei Cracks im Kader von Teamchef Manny Viveiros.

Am Freitag trifft die österreichische Nationalmannschaft im Eissportzentrum Wien Kagran auf Slowenien (LAOLA1 überträgt das Match ab 18:00 Uhr LIVE). Nach dieser Partie werden zwei rot-weiß-rote Kufenakrobaten den Urlaub antreten.

Cut nach dem Wochenende

Derzeit hat Teamchef Manny Viveiros 26 Spieler im Kader, mit Thomas Vanek und Thomas Pöck kommen noch zwei weitere hinzu, was die Zahl an nominierten Akteuren auf 28 ansteigen lässt.

Mit 26 Spielern wird sich der ÖEHV-Tross auf den Weg nach Helsinki machen, 25 dürfen dann schlussendlich für die Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland genannt werden.

„Nach diesem Wochenende wird es den Cut geben und wir hoffen, dass sich nicht noch weitere Spieler verletzen. Zwei müssen noch gehen“, erklärt Viveiros gegenüber LAOLA1.

Begründungen bleiben intern

Nach dem Testspiel gegen Slowenien in Maribor vor einer Woche hatte das österreichische Trainerteam bereits erste Spieler in den Urlaub geschickt. Unter anderem traf es Capitals-Verteidiger Phil Lakos, dem aufgrund seiner defensiven Anlage und seinem körperlichen Spiel durchaus gute Chancen auf einen Platz im WM-Kader vorausgesagt wurden.

„Die Nominierungen werden immer viel diskutiert, aber mir bleibt nicht viel Zeit, um mir ein Bild der Spieler zu machen. Es ist ein Problem, welches prinzipiell bei der Nationalmannschaft entsteht, wenn man nur eine bedingte Zeit hat, um mit den Spielern zu arbeiten. Die Entscheidung haben wir als Trainerteam intern getroffen und werden das auch nicht öffentlich diskutieren“, gibt Viveiros keinen Grund an, warum Lakos nicht mit zur WM fährt.

Während der Wiener also schon im Urlaub weilt, werden noch für zwei weitere ÖEHV-Cracks die WM-Träume bereits am Ende dieser Woche begraben. Matthias Iberer, der auch in der Olympia-Qualifikation zum Aufgebot gehörte, hofft, dass es nicht ihn treffen wird.

„Die Trainer lassen sich diesbezüglich nicht in die Karten blicken. Ich kann nur bis zum letzten Tag 100 Prozent geben und wenn es reichen sollte, dann ist es super. Wenn es nicht reicht, wird es eine bittere Zeit werden, den Jungs zuzusehen“, so der Stürmer der Graz99ers, der aufgrund seines Körperspiels durchaus gute Chancen hat, auf A-Niveau sein Können zeigen dürfen.

Viveiros will, dass seine Spieler das System verinnerlichen

Einspielen und System lernen

Das anstehende Spiel gegen Slowenien dient aber nicht nur der Kader-Findung, sondern nimmt auch einen großen Stellenwert ein, wenn es um die Verinnerlichung des von Viveiros erstellten Systems geht.

„Das Match ist ganz wichtig, denn wir haben wieder neue Leute dazubekommen und wir müssen die Taktik in die Köpfe bekommen. Im Verein hat man andere Aufgaben als im Nationalteam, auch für mich ist vieles neu und daher ist es wichtig, dass wir das System auch richtig ausführen“, streicht Iberer, der in der kommenden Saison für Linz stürmen wird, den Wert der Testpartie heraus.

Die Slowenen werden in Schweden und Finnland als Aufsteiger ebenso dabei sein, wie Österreich. Durch die geographische Nähe und die gemeinsame Teilnahme an der EBEL verbindet die beiden Länder aber noch um einiges mehr. Auch wenn im Kader des Gegners kaum noch Spieler stehen, die ihr Geld bei einem Klub der Erste Bank Eishockey Liga verdienen.

„Der Entwicklung der Slowenen gilt es Respekt zu zollen, denn die haben viele gute Spieler, die in Schweden oder der DEL unter Vertrag stehen. Sie haben von der Punkteregel in unserer Liga profitiert. Mannschaften wie Ljubljana oder Jesenice mussten aufgrund eines kleineren Budgets auf junge Spieler setzen und so bekamen Eigenbauspieler die Chance, in der ersten oder zweiten Linie zu spielen. Das hat ihnen sehr geholfen und so haben sie den Sprung in andere Ligen geschafft“, ist Routinier Manuel Latusa von der derzeitigen Verfassung der Slowenen beeindruckt.

„Dennoch denke ich, dass Österreich und Slowenien vom Potential her auf Augenhöhe agieren. Es ist ein guter Test und wird sicher interessant“, glaubt der RBS-Stürmer aber nicht an einen Vorteil für die Gäste.

Vanek als Vorbild für die Jungen

Am Freitag noch nicht mit von der Partie sind NHL-Star Vanek und AHL-Verteidiger Pöck. Während der Klagenfurter in Kopenhagen zum Team stoßen wird, reist der Buffalo-Stürmer direkt nach Helsinki und trifft dort kurz vor dem ersten Match erstmals auf seine Teamkollegen.

Thomas Vanek würde auch spielen, wenn er erst eine Minute vor Spielbeginn zur Mannschaft stoßen würde“, sagt Viveiros mit einem Lächeln im Gesicht.

Die Tatsache, dass der Superstar tatsächlich kommt, macht den Teamchef glücklich und ist für ihn auch für die Entwicklung des Nationalteams von immenser Bedeutung.

„Es geht hier nicht nur um diese WM, sondern um die Zukunft. Spieler wie Unterluggauer, Koch, Vanek oder Welser sollen den jungen Spielern den Weg zeigen und die Kristlers, Hundertpfunds und Schumnigs können von Top-Spielern lernen. Sie sind die Zukunft unserer Mannschaft. Die Tatsache, dass Thomas Vanek kommt, die Spieler auch Off-Ice mit so einem Star zusammen sein und ihn kennenlernen werden, ist als Motivation für die eigene Karriere sehr wichtig“, streicht der Austro-Kanadier die Vorbildfunktion des NHL-Profis hervor.

Noch zwei Testspiele

Mit Iberer steht ein Spieler im Kader, der mit Vanek bereits zu Zeiten des Lockouts bei den Graz99ers auf dem Eis stand. Der Neo-Linzer hat von diesen Erfahrungen nur das Beste zu berichten.

„Er ist ein super Typ und bringt immer gute Stimmung in die Mannschaft. Von der sportlichen Qualität müssen wir ohnehin nicht sprechen. Einen solchen Spieler kann jede Mannschaft brauchen. Mit dem Rummel, den es um seine Person gibt, so umzugehen, das können nicht viele. Er ist für jeden Fan da, egal ob es um ein Foto geht oder kurzes Gespräch geführt wird. Ich glaube, dass nicht viele Stars so sind wie er. Ich bin froh, dass er kommt.“

Bevor der Ausnahmekönner aber das ÖEHV-Trikot überstreifen wird, stehen gegen Slowenien und Dänemark (am 30. April in Kopenhagen) noch zwei Testspiele an.

„Es gilt eine starke kämpferische Leistung hinzulegen, vor allem die Spieler, die noch Wackelkandidaten sind, werden sich mit Sicherheit gegen Slowenien zerreißen“, prophezeit Iberer, der hofft, dass das letzte Heimspiel nicht gleichzeitig sein letztes der Saison sein wird und der Urlaub noch ein wenig auf sich warten lässt.

Sebastian Rauch

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen