Deutschland brennt auf Revanche

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Wir gewinnen, weil es einfach Österreich ist. Wir sind Deutschland, die sind Österreich“

Selbst die beste Motivationsrede aller Zeiten hätte die Cracks der österreichischen Nationalmannschaft nicht mehr anstacheln können, als die Aussage von Constantin Braun vor dem entscheidenden Spiel beim Olympia-Qualifikationsturnier Mitte Februar in Bietigheim-Bissingen.

„Blamage für Deutschland“

Der Ausgang ist bekannt. Das ÖEHV-Team erreichte dank des Ausgleichstreffers von Markus Peintner die Verlängerung und qualifizierte sich für Sotschi 2014. Die Deutschen hingegen werden zum ersten Mal seit 1948 nicht bei den Olympischen Winterspielen dabei sein.

„Das war eine große Blamage für Deutschland“, ist sich Peintner sicher. „Sie haben nicht geglaubt, dass Österreich ein Stolperstein sein kann.“

Doch nur 87 Tage nach der Schmach, bietet sich den Deutschen die Möglichkeit zur Rehabilitation. Das DEB-Team trifft im vierten Gruppenspiel am Mittwoch den 8. Mai auf Österreich und ist logischerweise heiß auf eine Revanche.

„Natürlich werden die Deutschen alles geben, damit sie uns eine reinwischen. Sie werden sich das sicher nicht gefallen lassen, dass wir sie bei ihnen zu Hause aus dem Turnier gekickt haben“, ist sich Daniel Welser sicher. Der Salzburg-Spieler setzt sogar noch einen drauf: „Wir haben ihren olympischen Traum zerplatzen lassen.“

Schwache Bilanz gegen DEB

Trotz der pikanten Ausgangslage ist man im Lager der Österreicher bemüht, dem Spiel keine allzu große Bedeutung beizumessen. „Wir haben vorher schon zwei wichtige Spiele, auf die wir uns konzentrieren müssen“, erinnert Welser daran, dass es auch in den anderen Partien Punkte zu holen gibt. „Wir konzentrieren uns nicht auf die Deutschen, sondern auf unser Spiel“, richtet auch Peintner den Blick aufs Wesentliche.

Es wäre auch sicherlich der falsche Ansatz, sich nur auf das dieses Spiel zu konzentrieren, gerade wenn man sich die WM-Bilanz gegen unseren Nachbarn vor Augen hält.

Erst drei Mal durfte das ÖEHV-Team bei einer Weltmeisterschaft einen Sieg gegen die DEB-Cracks bejubeln. Mit dem 2:0 1933 in Prag und dem 2:1 1934 in Mailand stammen zwei dieser Siege dazu aus grauer Vorzeit. Zuletzt war man 2009 mit 1:0 in Bern erfolgreich.

Auch die Gesamtbilanz sieht nicht gerade rosig aus. In 39 Aufeinandertreffen verließ Österreich das Eis bei vier Remis 25 Mal als Verlierer. Das Torverhältnis lautet 63:124.

Viveiros erwartet ein hitziges Duell

ÖEHV-Team bleibt optimistisch

Neben den bisherigen Duellen spricht noch ein kleines Detail für die Deutschen. Während Österreich einen Tag vor dem großen Spiel gegen die Letten ran muss, haben die DEB-Crack spielfrei und können ausgeruhter in die Partie gehen.

Dennoch herrscht unter den heimischen Cracks Optimismus vor, an eine etwaige Niederlage denkt keiner.

„Wenn wir unserem System treu bleiben, werden wir sicher gut Chancen haben gegen Deutschland zwei Punkte zu holen“, ist Peintner überzeugt. Etwas vorsichtiger fällt die Prognose von Co-Trainer Christian Weber aus. „Es wird auf den Turnierverlauf und die Tagesform ankommen“, erwartet der Schweizer eine eher ausgeglichene Partie.

„Dafür spielt man Eishockey“

Egal wie die Chancen stehen, die Vorfreude unter den ÖEHV-Cracks und Coach Manny Viverios ist groß.

„Ich erwarte mir, dass es wie schon in der Olympia-Qualifikation ein heißes, emotional aufgeladenes Spiel wird“, glaubt Viveiros an ein hitziges Duell. „Jedes Spiel gegen Deutschland, egal ob WM, Olympia-Quali oder Freundschaftsspiel ist immer etwas Besonderes. Es wird ein wichtiger Moment im Turnier.“

Davon geht auch Kapitän Thomas Koch aus. „Das wird ein ganz enges Spiel. Es wird um jeden Zentimeter Eis gekämpft werden. Beide Mannschaften werden sich nichts schenken.“ Für den geborenen Klagenfurter sind es natürlich gerade diese Nachbarschaftsduelle, diese Derbys, die den besonderen Reiz ausmachen, schließlich stand er schon oft genug in einem Kärntner Derby auf dem Eis. „Das sind die tollen Spiele, die man als Sportler gerne hat. Dafür spielt man Eishockey!“

Ein Spiel der Emotionen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass obwohl die Abstiegsfrage nicht nur in diesem Spiel geklärt werden wird, es dennoch emotional einen hohen Stellenwert unter den Akteuren einnimmt.

Doch egal was alles im Vorfeld darüber geschrieben und gesagt wird, bleibt das Spiel dasselbe. Oder wie es Gerhard Unterluggauer treffend formuliert:

„Es wird sicher Emotionen geben. Aber trotzdem wird die Scheibe wie immer reingeschmissen und dann geht’s los.“

 

Fabian Santner

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