Daniel Welser zeigt immer vollen Einsatz

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Sorgt die verpatzte Generalprobe für eine gelungene Premiere? Österreichs Eishockey-Team unterliegt auf der Anreise zur A-WM nach Helsinki im letzten Tespiel Dänemark mit 1:2 (SPIELBERICHT).

Wenn Österreich bei der A-WM in Schweden und Finnland den Klassenerhalt schaffen will, muss die Mannschaft nicht nur spielerisch überzeugen.

Voller Einsatz, unbedingter Wille und enormer Kampfgeist werden von jedem einzelnen Spieler gefordert sein, wenn das ÖEHV-Team das erklärte Ziel erreichen will.

Kampfgeist und Erfahrung

All diese Eigenschaften vereint Daniel Welser. Der Salzburg-Crack ist ein typischer Arbeiter. Er geht dorthin, wo es wehtut, wirft sich in jeden Schuss und nimmt jeden Zweikampf an. „Man muss unangenehm sein“, lautet sein Erfolgs-Credo.

Er weiß, wovon er spricht, schließlich hat er schon bei fünf A-Weltmeisterschaften seine Knochen für Österreich hingehalten und 30 Spiele auf Top-Niveau absolviert. Insgesamt stand der 30-jährige Allrounder 122 Mal für sein Heimatland auf dem Eis und sammelte dabei 133 Strafminuten.

Welser hat aber nicht nur in der Defensiv-Arbeit Qualitäten. 25 Tore und 30 Assists für das ÖEHV-Team zeugen von seiner Offensiv-Stärke. Nicht zuletzt, weil er im Gegensatz zum Verein als Stürmer aufgeboten wird.

Im Gespräch mit LAOLA1 verrät der Zwei-Wege-Stürmer, was eine A-WM so besonders macht, wie man auch gegen die großen Nationen bestehen kann und was nötig sein wird, damit Österreich nicht absteigt.

LAOLA1: Wie beurteilst du so kurz vor der WM die Stimmung in der Mannschaft?

Daniel Welser: Durch die Olympia-Qualifikation ist ein richtiger Ruck durch das Team gegangen. So ein Erfolg gibt natürlich Selbstvertrauen. In Bietigheim-Bissingen hat jeder für jeden gekämpft, das ist genau das, was wir auch bei der WM machen müssen. Mit so einem Spirit hat man auch Erfolg.

LAOLA1: Was ist der Unterschied zu den Nationalmannschaften der letzten Jahre?

Welser: Das ist schwer zu vergleichen. Wir sind in den letzten Jahren immer abgestiegen und wieder aufgestiegen und mussten viel Negatives von der Presse einstecken. Man muss jetzt einfach einmal das Positive sehen. Wir fahren zu den Olympischen Spielen und sind bei der A-WM dabei. Wir dürfen uns mit den Besten messen. Hier wollen wir bleiben. Das ist aber umso schwieriger, wenn man immer nur Negatives liest und von außen eine schlechte Stimmung in die Mannschaft gebracht wird.

LAOLA1: Ist die Vorfreude oder die Anspannung vor einer A-WM eine andere als vor einer B-WM?

Welser: Bei einer A-WM spielt man gegen die besten Spieler der Welt. Gleich das erste Spiel gegen die US-Amerikaner wird sicherlich ein heißer Tanz , sehr körperbetontes Eishockey. Das ist ganz was anderes, als wenn man gegen Großbritannien, Japan oder Ungarn spielt. Es ist einfach interessant gegen die besten Nationen der Welt zu spielen.

LAOLA1: Wie wichtig wird ein guter Start für den Turnierlauf?

Welser: Wichtig ist, wie wir spielen, nicht das Ergebnis. Natürlich schauen wir, dass wir das bestmögliche Resultat herausholen können, vielleicht gelingt uns auch die eine oder andere Überraschung, aber primär wollen wir eine gute Leistung bringen. Unser Ziel ist es, eine Mannschaft zu sein, gegen die man nicht gerne spielt. Wir wollen eine Nation sein, die nie aufgibt, wir wollen ein unangenehmer Gegner sein.

Welser fordert mehr körperliche Präsenz

LAOLA1:Wie kann es gelingen, dass man einen sogenannten Großen ärgert?

Welser: Wir müssen über die vollen 60 Minuten hart kämpfen. Natürlich werden wir auch etwas Glück benötigen. Einfach ausgedrückt, müssen wir in den entscheidenden Situationen am richtigen Platz sein. Logischerweise dürfen die Tore nicht fehlen und eine starke Torhüterleistung wird sicher auch nötig sein.

LAOLA1: Glaubst du, dass Österreich zu wenig „harte Hunde“ wie dich im Team hat?

Welser: Nein. Wir haben immer gute harte Arbeiter gehabt. Trotzdem glaube ich, dass wir mit dem Körper noch nicht  so präsent sind, wie wir es eigentlich sein sollten. Wenn man die Körpermaße hernimmt, sind wir im Vergleich zu den anderen Nationen eher Durchschnitt. Auf Top-Niveau braucht man starke, robuste Spieler. Man muss nicht zwingend jeden an die Bande nageln, man muss einfach nur unangenehm sein. Wen n wir das schaffen, dann sind wir für jeden ein schwer zu spielender Gegner.

LAOLA1: Ist Österreich im Vergleich zu den großen Nationen körperlich im Nachteil?

Welser: Ja klar. Die spielen jeden Tag auf höchstem Niveau, müssen immer gegen Parademaße antreten. In unserer Liga ist das halt nicht so der Fall. Man wird es gleich im ersten Spiel gegen die Amerikaner sehen, die werden jeden Check fertigfahren. Darauf müssen wir vorbereitet sein und die Zweikämpfe annehmen.

LAOLA1: Du hast deinen Vertrag vor der WM verlängert. War das wichtig für dich und deine Vorbereitung?

Welser: Ja, absolut. Ich wollte den Vertrag so schnell wie möglich unter Dach und Fach bringen. Ich bin eher ein Kopfmensch, aber ich glaube, es ist für jeden Spieler einfacher, wenn die Zukunft geregelt ist. Es war für mich sehr wichtig, dass ich vor der WM unterschrieben habe, da es auch aus versicherungstechnischer Sicht nicht so einfach ist. Wenn man sich beispielsweise während dem Turnier verletzt und keinen Vertrag hat, kann das kompliziert werden. Jetzt bin ich in einer guten Situation und kann so befreit zum Turnier fahren.

LAOLA1: Du bist vielseitig einsetzbar, hast du eine Lieblingsposition?

Welser: Ich werde jede Rolle einnehmen, die der Trainer für mich vorsieht. Wir haben genug Spieler, die ihre Stärke in der Offensive haben und Powerplay spielen können, ich werde eher defensiv arbeiten müssen. Unsere Linie wird wohl gegen die stärkeren Linien der Gegner antreten müssen. Aber wie genau der Gameplan aussieht und in welcher Situation mich der Trainer reinschickt, das werden wir dann erst sehen.

LAOLA1: Warum steigt Österreich nicht ab?

Welser: Weil wir wissen, um was es geht und wir eine hart arbeitende Mannschaft sind.

 

Das Gespräch führte Fabian Santner

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