Das Umkehr-Beispiel zu Lettland

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"Das war unsere beste Turnier-Leistung"

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„Sie haben uns gezeigt, wie man Eishockey spielt, wir ihnen, wie man Tore schießt.“

Diese Aussage tätigte Verteidiger Thomas Pöck nach dem 6:3-Erfolg über Lettland, als Österreich aus wenigen Chancen ein halbes Dutzend Treffer erzielen konnte.

Einen Tag später, nach der unglücklichen 0:2-Niederlage gegen Deutschland, ist die Situation genau umgekehrt. Die Österreicher hatten in 60 Minuten gegen den Erzrivalen die besseren Möglichkeiten, blieben aber tor- und glücklos.

„Wir haben super Eishockey gespielt und uns viele gute Chancen herausgearbeitet. Wir haben die Deutschen zu Fehlern gezwungen, aber es ist einfach nichts hineingegangen. Das genaue Gegenteil zum Spiel am Dienstag“, lautete diesmal das Resümee des Klagenfurters.

„Österreich war das bessere Team und wir hatten mit Rob Zepp einen starken Rückhalt, der uns die drei Punkte festgehalten hat“, sagte DEB-Trainer Pat Cortina anerkennend.

Nicht absichtlich vorbei geschossen

Der Schlussmann, der durch einen Fehler im Spiel gegen die Slowakei sein Team einen Punkt gekostet hatte, war in den ersten zwei Dritteln in der Tat viel beschäftigt, musste nicht weniger als 24 Schüsse abwehren.

„Natürlich kann man auf der Tribüne sitzen und sagen, ihr hättet ein Tor schießen sollen, aber glaubt mir, wenn ich den Puck hatte, habe ich versucht, einen Treffer zu erzielen. Ich hab nicht absichtlich daneben geschossen, weil mir fad war“, stellte Pöck klar.

„Doch obwohl wir das Spiel verloren haben, war es unsere beste Leistung bei diesem Turnier“, so der 31-Jährige.

Nicht da, um Gold zu gewinnen

Dies sah sein Mannschaft-Kollege Thomas Vanek ähnlich. „Es war ein super Kampf. Das Einzige, was man uns vorwerfen kann, ist, dass wir die Möglichkeiten nicht genützt haben. Mehr Kampfgeist kann man von unserem Team nicht verlangen, denn wir sind nun mal nicht Schweden, Finnland, Russland oder Tschechien“, sagte der Buffalo-Angreifer.

Die Art und Weise, wie die Mannschaft das Spiel bestritten hatte, stimmte die Protagonisten positiv.

Durch den Sieg gegen Lettland ist der Klassenerhalt noch durchaus machbar, da die Balten bisher noch ohne Punkte auf dem Abstiegsplatz liegen. Allerdings hat das Schlusslicht mit Frankreich und Deutschland noch zwei vermeintlich leichtere Gegner vor der Brust.

„Die Chancen liegen nun eher bei den anderen, aber wir haben bereits drei Punkte und müssen zusehen, dass wir aus den verbleibenden Spielen noch irgendwo einen Zähler erkämpfen. Vielleicht haben wir ein Glück und können mit einer super Defensiv-Leistung in einem Spiel noch was holen“, so Pöck, der keinen Grund sieht, nach der Niederlage gegen Deutschland Trübsal zu blasen.

„Wir brauchen nicht den Kopf in den Sand zu stecken, herum heulen oder klassisch österreichisch nach Fehlern suchen. Es war ein super Spiel, jeder hat sein Bestes gegeben und so müssen wir in zwei Tagen wieder in die Partie gehen. Wir wussten vorher, dass wir nicht hierher gekommen sind, um Gold zu gewinnen. Man gewinnt Spiele und manchmal verliert man sie auch.“

Nicht bis zum Schluss warten

In den verbleibenden drei Spielen duellieren sich die Österreicher im Kampf um weitere Punkte gegen den Abstieg zunächst mit Vize-Weltmeister Slowakei, dann folgt Gastgeber Finnland und als krönender Abschluss, das Duell mit dem bisher noch ungeschlagenen Weltmeister Russland.

„Eines ist klar, wir sollten uns nicht aufs letzte Spiel verlassen“, sagte Pöck abschließend mit einem Lächeln.

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