Public Viewing für Fortgeschrittene

Ich gebe zu, ich bin normalerweise kein Fan von Public Viewing. Schon alleine der Gedanke daran, sich ein Spiel – egal welcher Sportart – gemeinsam mit Fremden auf einer überdimensionalen Leinwand anzusehen, lässt mich schaudern. Und dazu bedarf es nicht einmal eines Auftritts der omnipräsenten, dauergrölenden „Schland“-Fans.

Diese künstlich erzeugte Stadion-Atmosphäre hat bei mir nie gewirkt, da konnten noch so viele Fans „Stimmung“ machen, es hat mich einfach nie gepackt. Ich habe es oft versucht, doch jedes mal dachte ich mir, dass ich jetzt lieber zu Hause oder natürlich im Stadion selbst wäre.

Doch das war einmal. Seit ich das Fan-Dorf neben der O2-Arena kennenlernen durfte, bin ich mit dem Konzept von Public Viewing warm geworden. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich hier in Prag zum ersten Mal bei einer Eishockey-Großveranstaltung mit Public Viewing konfrontiert werde. Bislang war dies nur dem Fußball vorbehalten.

Während beim Spiel mit dem runden Leder nämlich ein erschreckend hoher Anteil der Public-Viewing-Zuschauer unter die Kategorie Event-Fans fällt, ist dies beim Eishockey nicht der Fall. Hier tummeln sich nur die „echten Fans“, die Atmosphäre ist viel authentischer, als sie es beim Fußball jemals sein könnte.

Das spürt man und das spüre auch ich, während ich mir inmitten einer bunten Menge köstliches tschechisches Bier und Prager Schinken vom Grill schmecken lasse.

So macht Public Viewing sogar mir Spaß.

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