War es das alles wert?

Heute hieß es Abschied nehmen.

Die Eishockey-WM in Prag ist für Österreich beendet und somit ist auch meine Anwesenheit in der goldenen Stadt nicht mehr erforderlich.

Ein letztes Mal musste ich die nervigen Sicherheitskontrollen der O2-Arena über mich ergehen lassen, ein letztes Mal klemmte ich mich an dem schon so vertraut gewordenen Arbeitsplatz im Pressezentrum hinter meinen Laptop. Ein letztes Mal atmete ich die säuerlich-muffige Luft ein, die dort seit dem dritten Tag vorherrscht und ein allerletztes Mal mühte ich mich die unzähligen Stufen in die Mixed-Zone hinunter - und vor allem wieder hinauf - nur um danach erneut wie ein Irrer in die Tasten zu hauen.

„War es das alles wert?“, frage ich mich, jetzt da ich im Zug Richtung Wien sitze. Rein vom Ergebnis her war dieses Turnier ja wieder einmal eine Enttäuschung, wenn nicht sogar DIE Enttäuschung der letzten Jahre.

Für einen Aktiven mag das Sportliche alles sein, das zählt, für einen Journalisten geht es aber um mehr. Die Mannschaft fast 14 Tage lang zu begleiten, die Trainingseinheiten zu beobachten und natürlich die Spiele zu verfolgen sowie anschließend darüber zu berichten, waren ein Erlebnis, an das ich mich noch lange zurückerinnern werde.

So gesehen wäre ich noch gerne länger in Prag geblieben und freue mich sogar schon etwas auf die B-Weltmeisterschaft in einem Jahr, auch wenn ich zugeben muss, dass mir ein Trip nach Moskau oder St. Petersburg besser gefallen hätte. Allein schon die Segway-Dichte oder die Kosten für eine Taxifahrt dort würden mich interessieren.

Andererseits ist es ohnehin alles andere als sicher, ob ich weiter von Weltmeisterschaften berichten darf, ich weiß nämlich schon jetzt, wie ich am Mittwochmorgen in der Redaktion begrüßt werde.

„Dich kann man echt NIRGENDS hinschicken“, werden sie mich auslachen. Rein sportlich gesehen haben die Kollegen damit leider recht.

Aber es geht ja um mehr.

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