Österreich stolpert über Underdog Japan

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Österreich musste bei der B-WM in Ljubljana völlig überraschend die erste Niederlage hinnehmen.

Die "rot-weiß-roten" Cracks unterlagen im dritten Spiel Japan nach Penaltyschießen mit 3:4.

Durch die Pleite konnten die ÖEHV-Cracks nur einen Punkt im Kampf um den Aufstieg in die Elite-Gruppe mitnehmen. Japan bekam für den Sieg hingegen zwei Zähler gutgeschrieben.

Für die Österreicher ist es die erste WM-Niederlage gegen Japan seit 33 Jahren.

Österreich drückt, Japan kontert

Die Japaner kamen gut aus den Startlöchern und tauchten in den ersten drei Minuten zwei Mal gefährlich vor Keeper Bernhard Starkbaum auf. Dieser wusste die Möglichkeiten aber zu vereiteln und mit Fortdauer der Partie übernahmen die Österreicher das Kommando.

Den ersten nennenswerten Schuss auf das Tor der Japaner gab Manuel Latusa in Minute sechs ab. Eher zufällig kam er im Slot an die Scheibe, zögerte nicht lange, fand aber im gegnerischen Keeper Yuta Narisawa seinen Meister.

Nur zwei Minuten später prüfte Defender Johannes Kirisits den japanischen Schlussmann mit einem Hammer von der blauen Linie, doch auch in diesem Fall blieb der Torhüter Sieger.

Starkbaum rettet bei Gegenstößen

Die Mannschaft von Manny Viveiros ließ den Puck gut zirkulieren und spielte teilweise wie im Powerplay. Mario Altmann war es dann, der in der 12. Minute mit seinem ersten Turniertreffer die Führung erzielte. Latusa setzte sich geschickt an der Bande durch, spielte zurück zum Bullykreis, von wo der Villacher den japanischen Schlussmann mit einem Schlenzer über die Schulter bezwang.

Auch nach dem Führungstreffer hatten die Österreicher deutlich mehr vom Spiel und schnürten die Asiaten weiter ein. Diese verlagerten sich aufs Kontern und konnten auch den ein oder anderen gefährlichen Gegenstoß fahren. So musste Starkbaum in Minute 14 aus kurzer Distanz all sein Können aufbieten, um den Ausgleich zu verhindern.

Bis auf die gelegentlichen Angriffe überließen die Japaner jedoch den Österreichern die Eisfläche. Latusa hatte vor der Pause nach starkem Solo noch die Chance auf 2:0 zu erhöhen. Sein Schuss ging deutlich über die Querlatte, so blieb es bei der knappen 1:0-Führung.

Tormann-Fehler bringt Japan zurück

Der zweite Abschnitt begann wie der erste aufhörte, mit Österreich als spielbestimmende Kraft.

So stellte sich gleich zu Beginn Matthias Trattnig bei Narisawa vor und Michael Grabner (25.) kam im Slot zu einer guten Möglichkeit. Bis zur 26 Minute hatte man das Spiel gut im Griff, als Stefan Ulmer eine Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis absitzen musste.

Es dauerte keine 18 Sekunden, da nützen die Japaner ihre Überzahl mit dem ersten Schuss im zweiten Drittel. Shuhei Kuji kam mittig vor dem Tor an die Scheibe und Starkbaum ließ den zentral angetragenen Schuss durchrutschen. Diesen Treffer muss sich der VSV-Schlussmann ankreiden lassen.

Plötzlich waren die Japaner im Spiel, es entwickelte sich ein schnelles Duell mit Chancen auf beiden Seiten.

Wechselfehler verursacht Ausgleich

Die beste Möglichkeit für die Österreicher vergab Thomas Koch (28.) nach schöner Kombination über Grabner und Daniel Welser aus kurzer Distanz.

In Minute 30 machte es Verteidiger Ulmer dann besser. Zuerst trug der Vorarlberger die Scheibe ins gegnerische Drittel. Raphael Herburger schlenzte das Spielgerät von der Blauen in Richtung Tor, wo sich Ulmer bereits in Position gebracht hatte und den Puck unhaltbar abfälschte.

Doch die Japaner ließen sich von diesem Treffer nicht beirren, spielten weiterhin munter mit. Den Ertrag ihrer Arbeit ernteten die Asiaten in Minute 37, als die Österreicher gerade einen Wechsel vollzogen. Kuji wurde schnell bedient und startete ins österreichische Drittel.

Kirisits wollte den schnellen Japaner stellen, doch dieser ließ den KAC-Defender wie eine Slalomstange stehen und baute die Scheibe im kurzen Eck ein. Damit war der Spielstand wieder ausgeglichen.

Kirisits patzt gegen Kuji

In den letzten 20 Minuten gingen die Österreicher zum dritten Mal in dieser Partie in Führung. Matthias Trattnig (48.) schlenzte die Scheibe bei einer fünf gegen drei Überzahl von der blauen Linie genau in das Kreuzeck. Doch Kirisits, der nicht seinen besten Tag erwischte, machte mit einem schweren Fehler den Ausgleich der Japaner möglich.

Der Verteidiger senste mit dem Schläger über den Puck und überließ somit Kuji (49.) das Spielgerät, der zum dritten Mal einnetzte. Und die Japaner blieben gefährlich.

Österreich zeigten extreme Defizite im Umschalten von Offensive auf Defensive, wodurch die schnellen Japaner oftmals in Überzahl einen Angriff fuhren. Zwar hatten die im Vorfeld favorisierten ÖEHV-Cracks Möglichkeiten das Spiel zu entscheiden, zwingend wurden sie nach dem dritten japanischen Gegentreffer aber nur noch selten.

Nur Grabner trifft im Shootout

Die beste Gelegenheit zur Entscheidung hatte Thomas Hundertpfund 30 Sekunden vor dem Ende. Im Slot brachte der KAC-Stürmer sowohl den ersten Schuss als auch den eigenen Rebound nicht an Narisawa vorbei.

Somit ging es mit 3:3 in die Verlängerung, in welcher die Japaner mit einem Stangenschuss die beste Möglichkeit vorfanden. Auf Seiten der Österreicher fälschte Thomas Raffl einen Ulmer-Schlenzer gefährlich ab, Narisawa ließ sich aber nicht überraschen.

Nach 65 Minuten musste das Penaltyschießen einen Sieger ermitteln. Dort hatten die Japaner die besseren Nerven, verwandelten zwei ihrer drei Versuche. Für die ÖEHV-Auswahl traf lediglich Grabner, Koch sowie Baumgartner scheiterten.

Somit war die erste WM-Pleite gegen Japan seit 33 Jahren besiegelt.

Sebastian Rauch

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