Österreich ist wieder eine A-Nation

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Österreich Eishockey-Nationalmannschaft ist wieder erstklassig.

Die rot-weiß-roten Adler setzten sich im vierten Spiel der B-WM gegen Ungarn mit 7:2 durch und sind auch bei einer Niederlage am Samstag gegen Gastgeber Slowenien (ab 20:00 Uhr im LIVE-Ticker) von einem Aufstiegsplatz nicht mehr zu verdrängen.

Auch wenn es das deutliche Ergebnis nicht vermuten lässt, leisteten die Magyaren lange Zeit beherzt Gegenwehr. Im Schluss-Abschnitt geigten die ÖEHV-Cracks allerdings befreit auf.

Dabei begann das Spiel mit einem Schock. Bereits nach fünf Minuten sah man sich mit einem Rückstand konfrontiert.

Österreicher geben die richtige Antwort

Nikandrosz Galanisz, Akteur von Nationalliga-Klub Dunaujvaros, stahl sich hinter dem Tor davon und wurde danach am langen Pfosten völlig vergessen. Prompt kam der Pass auf den freistehenden Stürmer und der Rest war nur noch Formsache.

Die Österreicher wussten die Kampfansage der Ungarn zu kontern. Nur zwei Minuten später drängten sie ihren Gegner ins eigene Drittel und ließen die Scheibe wie im Powerplay zirkulieren. Plötzlich tat sich der Raum auf: Johannes Kirisits sah am langen Pfosten Stefan Geier warten und den perfekten Diagonal-Pass durch das gesamte Drittel verwertete der KAC-Angreifer cool.

Kurz darauf musste ein Ungar in die Kühlbox, Österreich spielte eine starke Überzahl. Michael Grabner, Gerhard Unterluggauer, Thomas Koch und Thomas Raffl hatten allesamt die Führung auf dem Schläger, scheiterten aber stets am gut positionierten Bence Balizs. So verstrich die nummerische Überlegenheit ohne zählbaren Erfolg.

Grabner scheitert alleine vor Balizs

In Minute elf zeigten die Ungarn dann wie man den Puck im Powerplay im gegnerischen Tor versenkt. Manuel Geier saß gerade in der Kühlbox, als Balazs Landanyi den Puck Richtung Bernhard Starkbaum schlenzte. Istvan Sofron nahm dem Keeper die Sicht, worauf der den Puck prallen lassen musste. Die Scheibe fiel Marton Vas direkt vor die Füße, der nur noch ins leere Tor einschießen musste.

Die Chance zum Ausgleich vor der Pause hatte NHL-Export Grabner auf der Schaufel. In Unterzahl eroberte er sich die Scheibe und war danach nicht mehr zu halten.

Mit seiner Schnelligkeit hängte er die Gegenspieler ab, scheiterte aber im Abschluss mehr an sich selbst als am ungarischen Schlussmann. So gingen die Ungarn mit einer 2:1-Führung in die Pause.

Latusa erzielt die erste ÖEHV-Führung

Im Mittelabschnitt waren es aber die ÖEHV-Cracks, die mit dem Tor ins Drittel starteten. Während sich zwei Ungarn in der Kühlbox befanden, hämmerte Gerhard Unterluggauer (23.), der nach Verletzung das erste WM-Spiel bestritt, die Scheibe aus kurzer Distanz per Schlagschuss in die Kreuzecke.

In der Folge hatten die Mannen von Teamchef Manny Viveiros das Spiel im Griff, auch weil die Ungarn vermehrt Strafen zogen. Die beste Möglichkeit vergab erneut Grabner. Seinen Schlagschuss holte Balizs locker aus der Luft. Trotz optischer Überlegenheit schlichen sich im Aufbauspiel immer wieder Fehler ein, die den Ungarn selbst in Unterzahl die ein oder andere Chance ermöglichte.

Nach 30 Minuten kehrte sich die Situation um. Die Österreicher spielten durch teils unnötige Strafen sechs Minuten en suite mit einem Mann weniger. Das Penaltykilling funktionierte aber gut und so konnten die Ungarn sich nur selten in Position bringen.

In Minute 39., Österreich zur Abwechslung mal komplett, nahm sich Grabner ein Herz von der Blauen. Balizs musste die Scheibe abprallen lassen und Latusa, der mit Abstand beste Österreicher des Turniers, erzielte die erstmalige Führung für das ÖEHV-Team.

Latusa und Unterluggauer treffen doppelt

Im Schlussdrittel waren es wieder die Österreicher, die den Ton angaben und in Person von Patrick Harand das vierte Tor erzielten. Der Neo-KACler wurde von Daniel Oberkofler gut eingesetzt, sein Schuss zwischen den Bullykreisen von einem ungarischen Spieler noch abgelenkt und somit unhaltbar für den Keeper.

Plötzlich ein verändertes Bild. Österreich tief stehend und auf Konter wartend während die Ungarn das Spiel machen mussten. Dies gelang nur bedingt und spätestens als Unterluggauer (52.) mit dem zweiten Treffer nach Grabner-Vorarbeit traf, war der Wille Ungarns gebrochen.

Latusa (54.PP) schnürte ebenso seinen Doppelpack, den Deckel macht letztlich Gregor Baumgartner (56.) drauf.

Somit ist Österreich nach einjähriger Absenz zurück in der A-Gruppe.

Sebastian Rauch

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