US-Boys ringen Titel-Favorit Kanada nieder

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Bei der 76. Eishockey-Weltmeisterschaft in Finnland und Schweden hat der zweite Tag die ersten sportlichen Highlights gebracht.
 
Gastgeber Schweden bestärkte die Hoffnung der Fans in Stockholm auf den neunten WM-Titel mit einem souveränen 4:1 im Topspiel am Abend gegen Tschechien.
 
Nach dem 3:1 am Abend zuvor gegen Norwegen führt Schweden mit sechs Punkten aus zwei Spielen die Tabelle der Gruppe B an.
 
USA schlägt Kanada in Verlängerung
 
Die USA haben am Samstag in Helsinki mit einem 5:4 (1:1,1:1,2:2;1:0) nach Verlängerung über Kanada für die erste Überraschung der 76. Eishockey-WM gesorgt.
 
Das entscheidende Tor in dem nordamerikanischen Prestigeduell erzielte Kapitän Jack Johnson vom NHL-Club Columbus Blue Jackets in der zweiten Minute der Verlängerung.
 
"Die Amerikaner erteilten uns eine Lektion. Wir müssen uns noch in jeder Hinsicht steigern", stellte danach der kanadische Teamchef Brent Sutter fest.
 
Revanche für Vancouver 2010
 
Vor zwei Jahren hatte Kanada in Vancouver durch ein 3:2 nach Verlängerung über die USA olympisches Gold gewonnen. Wie 2010 schenkten sich die Erzrivalen auch in diesem WM-Vorrundenspiel nichts. Im Schlussdrittel wurde es dramatisch.
 
Nach Toren von Jim Slater (2.) und Johnson (34.) für die USA sowie John Tavares (7.) und Jeff Skinner (28.) für Kanada gingen die US-Boys nach dem zweiten Seitenwechsel zweimal in Führung.
 
Das Unterzahltor von Patrick Dwyer (47.) glich Jungstar Evander Kane von den Winnipeg Jets kurz darauf aus (50.).
 
Die neuerliche Führung durch Nate Thompson (57.) konnte Duncan Keith kurz vor dem Ende (59.) noch egalisieren und sicherte den kanadischen Supertalenten immerhin noch einen Punkt.
 
Pechvogel des Abends war der 21 Jahre alte Torjäger Tavares von den New York Islanders, der eine Sekunde vor dem Ende der regulären Spielzeit wegen Spielverzögerung auf die Strafbank musste. Kurz bevor die Strafe ablief, schlug Johnson mit seinem bereits dritten WM-Tor zu.
 
Russland und Schweiz starten mit Siegen
 
Mitfavorit Russland und die Schweiz haben am Samstag ihre Auftaktspiele bei der 76. Eishockey-WM in Finnland und Schweden gewonnen. Russland setzte sich gegen Lettland nach 0:1-Rückstand mit 5:2 (0:1,2:0,3:1) durch, die Schweiz feierte gegen Kasachstan einen souveränen 5:1 (2:0,3:1,0:0)-Erfolg.
 
Aufgrund des enttäuschenden Zuschauer-Interesses für die Spiele des schwedischen Teams im Globen von Stockholm haben die Veranstalter die Kartenpreise für die Matches des "Tre Kronor"-Teams massiv gesenkt.
 
Russland geriet gegen Lettland durch einen Treffer von Miks Indrasis (12.) in Rückstand und schaffte erst in der 34. Minute im Powerplay durch Ilja Nikulin den Ausgleich.
 
Danach schlug der große Stürmerstar des Turniers zweimal zu. Jewgenij Malkin von den Pittsburgh Penguins, bester Scorer der NHL in dieser Saison, ebnete seinem Team mit Toren in der 37. Minute im Powerplay und in der 46. Minute den Weg zum Sieg.
 
Ticketpreise gesenkt
 
Die Schweizer feierten mit dem 5:1 in Helsinki gegen Kasachstan ihren höchsten Startsieg bei einer WM seit acht Jahren. Ivo Rüthemann (10., 33./PP), NHL-Verteidiger Mark Streit, Teamkollege von Michael Grabner bei den New York Islanders (12./PP, 25./PP2), und Felicien du Bois (37.) erzielten die Tore der Eidgenossen.
 
Bereits am zweiten WM-Tag hat das Organisations-Komitee die Ticketpreise für die Spiele des schwedischen Teams gesenkt.
 
"Wir haben uns verkalkuliert. Wir haben realisiert, dass wir eine falsche Preisstrategie hatten. Ich hoffe, dass es uns nun gelingt, mehr Fans in die Arena zu locken", räumte der schwedische OK-Chef Christer Englund am Samstag in Stockholm ein.
 
"Die Fans und auch die Spieler haben sich beschwert über die Stimmung. Und wir wollen natürlich auch volle Ränge haben", sagte Englund. Am Freitagabend waren zum ersten schwedischen Spiel gegen Norwegen (3:1) offiziell nur 7.770 Zuschauer in den 13.850 Menschen fassenden Stockholmer Globen gekommen.
 
Nur 1.033 Zuschauer im Stadion
 
Als Konsequenz daraus wurde eine Kartenkategorie von rund 145 Euro gleich um rund 100 Euro reduziert. "In dieser Kategorie haben wir bisher gar keine Karten verkauft", erklärte Englund. Bisher sei auch lediglich das schwedische Spiel gegen Russland am 11. Mai ausverkauft.
 
Die Preisreduktion gelte nur für die schwedischen Spiele. "Bei den übrigen Spielen kostet die günstigste Karte zwölf Euro und die teuerste 40 Euro", berichtete Englund. Zum ersten Spiel in Stockholm am Freitagmittag zwischen Deutschland und Italien (3:0) waren dennoch nur 1.033 Zuschauer gekommen.

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