Kein Platz für Eitelkeiten

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Gemeinsam, mit dem Blick auf das Ziel gerichtet

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Als sich der KAC kurz vor Ende der Zwischenrunde von Trainer Manny Viveiros trennte, befürchteten etliche Fans des Nationalteams den Supergau.

Der Austro-Kanadier, damals in Doppelfuktion Funktion Klagenfurt-Trainer und ÖEHV-Teamchef, wurde bei den Kärntnern ausgerechnet durch Christian Weber ersetzt. Der Schweizer war bis dato für den Nachwuchs der „Rotjacken“ zuständig und fungiert im Nationalteam als Co-Trainer von Head Coach Viveiros.

Den beiden Eishockey-Strategen wurde immer ein gutes Verhältnis nachgesagt, jedoch wäre es nur allzu menschlich gewesen, hätte Viveiros gegen seinen Nachfolger einen Groll gehegt. Doch dem war nicht so. Kurz nach der Übernahme beim KAC durch Weber äußerte sich sein Vorgänger ausschließlich positiv über den Ersatz und versprach keinerlei Auswirkungen im Bezug auf die gemeinsame Arbeit beim Verband.

Gute Chemie und klare Aufgaben-Verteilung

Und Viveiros hielt Wort. Derzeit kämpfen beiden gerade Seite an Seite mit dem Nationalteam um den Wiederaufstieg bei der B-WM. Viveiros ist als Head Coach aber der Chef, daran gibt es keinen Zweifel. Dennoch haben seine Co-Trainer ein Wort mitzureden.

„Wir stellen ein sehr erfahrenes Trainerteam und natürlich beraten mich meine Assistenten auch in taktischen Angelegenheiten. Alle haben Ehrfurcht vor einander und die Spieler kennen genau unsere Erwartungen“, sieht Viveiros die Aufgaben klar verteilt.

Neben Weber stellt Meister-Coach Rob Daum von den Black Wings Linz als Co-Trainer sein Eishockey-Know-How der rot-weiß-roten Auswahl zur Verfügung. Die Aufgaben im Team sind klar verteilt, die Positionen eindeutig bezogen.

„Manny ist der Hauptverantwortliche und was auch immer er von uns verlangt, werden wir umsetzen. Er ist am Ende für den Erfolg oder Nicht-Erfolg verantwortlich. Ich arbeite mit den Jungs am Powerplay und Christian ist für das Unterzahl-Spiel zuständig“, gibt der Kanadier Einblick in die Arbeit.

Viveiros ist der Boss und trifft die Entscheidungen

Trainerteam ist gewarnt

Jeder weiß um die Stärken des anderen und Viveiros hat stets ein offenes Ohr für etwaige Veränderungen. In diesem Team ist kein Platz für Eitelkeiten und falschen Stolz.

Trotz der Harmonie, die offensichtlich zwischen den Verantwortlichen herrscht, sind die Trainer der ÖEHV-Auswahl auf der Hut.

Denn obwohl man zu den Favoriten auf den Aufstieg in die Weltelite zählt, sind vermeintlichen kleinen Nationen im B-Pool nicht zu unterschätzen. Selbst wenn diese Großbritannien und Japan heißen.

„Es gibt keine leichten Gegner, sie sind alle gefährlich. Wir haben eine Chance auf die A-Gruppe, aber wichtig ist auch, dass die Spieler die WM-Erfahrung sammeln. Damit wir nächste Saison auch in der Olympia-Qualifikation gut aussehen. Es wird eine schwere Aufgabe, aber wir freuen uns darauf“, hat diese WM für Viveiros auch Ausbildungscharakter.

Eine Mannschaft für die Zukunft

Viveiros will eine Mannschaft formen, die auch in Zukunft konkurrenzfähig ist und das Fahrstuhl-Dasein Österreichs mit dem Pendeln zwischen A- und B-Pool endlich langfristig beenden. Von daher liebäugelt er zwar mit einem Aufstieg, ein Muss ist es aber nicht. Zu groß ist das Fragezeichen hinter den unerfahrenen Cracks, von denen viele zum ersten Mal bei einer WM ihr Können beweisen.

„Der einzige Weg um Erfahrung zu sammeln ist, bei einem Turnier dabei zu sein. Es ist ein Teil von Mannys Zukunftsplan, den jungen Spielern die Chance zu geben. Es sind aber auch alle gute Spieler und nicht nur dabei weil sie jung sind. Sie verdienen die Möglichkeit sich zu präsentieren und wir werden sehen wie sie mit dem Druck eines WM-Turniers umgehen werden“, ist auch Assistent Daum von dem Plan überzeugt.

Nicht der einzige Aspekt, in welchem die drei Trainer einer Meinung sind, denn schließlich arbeitet man gemeinsam, am selben Ziel.

Sebastian Rauch

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