"Können auch die Großen ärgern"

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"Wir können auch die Großen ärgern"

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Tschechien vor der Brust, Lettland und Deutschland im Hinterkopf.

Vor den Schnittpartien gegen die vermeintlich schlagbaren Gegner, steht für die österreichische Nationalmannschaft erst noch das Duell mit Tschechien an.

Tschechien ist "haushoher Favorit"

„Natürlich hat man Lettland und Deutschland im Hinterkopf, das werden die entscheidenden Partien. Wir wollen aber auch gegen Tschechien eine gute Leistung abrufen“, so KAC-Stürmer Thomas Hundertpfund gegenüber LAOLA1.

Auch Florian Iberer ist sich bewusst, dass viel zusammenkommen müsste, um gegen den sechsfachen Weltmeister zu reüssieren.

„Die Gastgeber sind logischerweise haushoher Favorit, aber es ist alles möglich. Wir können auch die Großen ärgern.“

Starkbaum beginnt im Tor

Dass es gegen den Gastgeber alles andere als leicht wird, ist den Beteiligten bewusst, und obwohl das ÖEHV-Team sicherlich kein Spiel schon vor dem ersten Bully verloren gibt, wird Headcoach Dan Ratushny ein paar Änderungen im Lineup vornehmen.

So wird der Kanadier dem einen oder anderen Crack nach fünf Spielen innerhalb einer Woche eine Pause gönnen um etwaige Wehwehchen auszukurieren. Manuel Ganahl wird dafür in die Mannschaft rücken und Cracks, die bislang wenig Eiszeit hatten, dürfen wohl mit mehr Wechseln rechnen.

„Wir haben genug gesunde Spieler. Wir werden gegen die Tschechen wohl öfter wechseln und dem einen oder anderen Spieler etwas mehr Eiszeit geben, damit andere etwas verschnaufen können“, so Ratushny, der im Tor wieder auf den überragend agierenden Bernhard Starkbaum setzen wird.  

Vier Linien, viele Wechsel, Energie sparen

Das Rezept lautet also mit vier Linien und möglichst schnellen Wechseln den rollenden Angriffen der Tschechen Herr zu werden.

„Das wird auch eine Energie-Frage. Aber dennoch werden wir hundert Prozent geben, das ist unsere Mentalität“, so Iberer und Hundertpfund zeigt sich optimistisch: „Wer weiß, mit einer guten Defensivleistung können wir vielleicht überraschen, vielleicht holen wir einen Punkt.“

Dabei hat das ÖEHV-Team am Freitag in der O2-Arena nicht nur zahlreiche NHL-Stars, allen voran Michael Raffls Teamkollege Jakub Voracek und den 43-jährige Altstar Jaromir Jagr, gegen sich, sondern auch über 17.000 Fans, die ihre Mannschaft ununterbrochen nach vorne peitschen werden.

So wie gegen die Schweden, die nach der 6:0-Führung abschalteten, wird es nicht werden. „Die nehmen den Fuß sicher nicht vom Gas und werden einen Angriff nach dem anderen fahren“, weiß auch Hundertpfund. „Aber wir wissen, was auf uns zukommt, unser Ziel ist es, kompakt zu stehen, das Spiel so lange wie möglich offen zu halten und vielleicht den einen oder anderen Konter zu fahren.“

Die lassen alles so simpel aussehen“

Die ÖEHV-Cracks geraten sogar richtig ins Schwärmen, wenn man sie zu den tschechischen Spielern befragt.

„Wenn man den Superstars zuschaut, sieht man, wie einfach das Spiel für die eigentlich ist. Die lassen alles so simpel aussehen, es geht einfach locker von der Hand. Dort will man hinkommen, aber das ist ein weiter Weg“ bleibt Iberer realistisch und warnt vor der überragenden Stock-Technik der tschechischen Angreifer:

„Das sind absolute Top-Stürmer, die haben den einen oder anderen Move im Köcher, den man vielleicht noch gar nicht gesehen hat, da heißt es aufpassen. Aber man muss gegen jeden Gegner gleich spielen, im Eins-gegen-Eins so hart wie möglich reingehen und die Zweikämpfe gewinnen.“

Bei aller Professionalität gibt Iberer aber schon zu, dass es einen nicht kalt lässt, wenn einem Jaromir Jagr gegenüber steht. „Man schaut schon, wer da auf dem Eis ist, wenn man gegen solche Superstars spielt. Wir werden aber versuchen, den fehlenden Skill durch Einsatz wettzumachen.“

Letzter Sieg vor über 83 Jahren

Ähnlich wie gegen die Schweden wird man sich auch gegen die Tschechen also nicht viel erhoffen dürfen, das war aber von vornherein klar. Neun Mal trat man seit 1993 gegen den WM-Gastgeber an, ebenso oft verließ man das Eis als Verlierer. Gegen die ehemalige CSSR feierte man den letzten Sieg im Jänner 1932.

„Die Schnittpartien sind Lettland und Deutschland“, gibt auch Ratushny zu Protokoll. „Aber wer weiß, vielleicht haben wir ja die eine oder andere Konter-Chance.“

Zu mehr wird es bei allem Optimismus wahrscheinlich wirklich nicht reichen, aber im Kampf gegen den Abstieg müssen bekanntlich ja andere Gegner geschlagen werden.

 

Aus Prag berichtet Fabian Santner

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