Frankreich muss aus den Köpfen raus

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Frankreich geistert noch immer in den Köpfen herum.

Auch einen Tag danach war den ÖEHV-Spielern die bittere 0:2-Niederlage gegen „Les Bleus“ bei der A-WM in Prag deutlich anzusehen.

Die Partie ist noch in den Köpfen“

„Das war ein bitterer Abend. Wir haben uns das Spiel natürlich ganz anders vorgestellt. Mit diesem Ergebnis ist keiner zufrieden“, fasste Florian Iberer gegenüber LAOLA1 die Stimmungslage der Mannschaft zusammen.

Auch Thomas Hundertpfund war noch sichtlich geknickt. „Die Partie ist schon immer noch in den Köpfen der Spieler. Jeder ist da etwas anders, aber ich nage schon ein, zwei Tage an so einer Pleite.“

Zu schaffen machte den ÖEHV-Cracks dabei vor allem der Umstand, dass sie jetzt zwei spielfreie Tage vor sich haben.

„Die zwei Tage Pause sind hart, lieber wäre uns natürlich, wenn wir gleich wieder eine Partie hätten, damit wir nicht so viel darüber nachdenken müssen. Aber so ist der Spielplan nun einmal“, wäre Iberer lieber wieder gleich aufs Eis gegangen.

Regeneration ist angesagt

Headcoach Daniel Ratushny schien hingegen nicht unglücklich über die Auszeit zu sein: „Wir haben nur ein leichtes Workout gemacht und regeneriert. Wir waren über eine Woche jeden Tag auf dem Eis, da war das eine gute Abwechslung“, so der 44-jährige Kanadier, dessen Hauptaufgabe jetzt sein wird, die Köpfe der Spieler frei zu bekommen.

Denn natürlich ist ihm nicht entgangen, wie nah seinen Cracks die Niederlage ging. „Man hat die Enttäuschung in der Kabine förmlich gespürt.“

Auch Hundertpfund ist sich bewusst, dass man keinen Blumentopf gewinnt, wenn man eine unnötige Niederlage im Hinterkopf hat. „Wir müssen das jetzt verarbeiten, sonst wird es schwer, sich auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten.“

Nicht an die Vergangenheit denken

Auch Iberer will eigentlich keine Gedanken mehr an das Frankreich-Spiel verschwenden, gibt aber gegenüber LAOLA1 zu, dass dies alles andere als leicht ist: „Man muss sehr gut abschalten können, das ist das große Geheimnis. Nach einer Niederlage darf man keinesfalls zu down sein.“

Einer, der das bereits macht, ist Michael Raffl. Der NHL-Legionär hat in seiner Zeit in den USA gelernt, mit Höhen und Tiefen umzugehen. „Never too high, never too low“, so das Motto des 26-Jährigen. „Es geht jetzt ganz normal weiter, das ist ein langes Turnier.“

Was passiert, wenn man zu viel über Vergangenes nachdenkt, sieht man gut am Beispiel von Deutschland, wie Iberer ausführt: „Ich glaube, die Deutschen haben das 0:10 gegen Kanada etwas im Hinterkopf mitgezogen, das hat man in der Partie gegen die Schweiz gesehen.“

Damit hat der 32-Jährige recht, selten hat man ein deutsches Team mit so wenig Selbstbewusstsein spielen sehen, wie beim 0:1 gegen die Eidgenossen.

Um Österreich ein ähnliches Schicksal zu ersparen, warnt der Verteidiger der Vienna Capitals deshalb eindringlich: „Wenn wir die Niederlage gegen Frankreich jetzt die nächsten paar Spiele mitziehen, haben wir keine Chance. Wir müssen das als Mannschaft hinter uns lassen und nach vorne schauen.“

Entwicklung steht im Vordergrund

Ratushny ist ebenfalls kein großer Anhänger der Vergangenheit, es blieb ihm aber natürlich nicht erspart, das Spiel gegen die Franzosen per Video zu analysieren. Sein Fazit: „Wir haben eindeutig zu wenige Torchancen kreiert.“

Die Konzentration gilt nun aber den kommenden Aufgaben und da hat der Teamchef einiges vor sich. „Fakt ist: Es war nur ein Spiel. Der Fokus bei einem Turnier liegt immer auf der Entwicklung und wir haben viele Dinge gegen Frankreich gut gemacht. Die Qualität hat mir im Großen und Ganzen gefallen. Unser erklärtes Ziel ist es, in jedem Spiel etwas besser zu werden. Daran arbeiten wir.“

Diese nordamerikanische Herangehensweise gefällt. Schon Kanadas Headcoach Todd McLellan sagte nach dem gemächlichen Auftritt seiner Mannschaft beim Testspiel in Wien, dass es seine Aufgabe sei, die Mannschaft von Tag zu Tag, von Spiel zu Spiel, ja von Drittel zu Drittel, besser zu machen.

Ratushny hat also einiges zu tun. Vorher gilt es aber, Frankreich aus den Köpfen zu bekommen.

 

Aus Prag berichtet Fabian Santner

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