Altmann-Comeback soll ÖEHV-Defensive verstärken

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Mario Altmann gehört zu den Routiniers im Team von Headcoach Dan Ratushny.

Doch bislang konnte der 28-jährige Defender bei der A-Weltmeisterschaft in Prag Team Austria noch nicht unter die Arme greifen.

Eine in der Vorbereitung zugezogene leichte Gehirnerschütterung machte ein Comeback im österreichischen Line-Up vor dem Frankreich-Spiel unmöglich. Ausgerechnet im richtungsweisenden Spiel gegen die "Grande Nation" soll der Wiener zu seinem diesjährigen WM-Debüt kommen. 

Routine kommt zurück

"Die letzten Tage sind schon gut gegangen, seit Montag in der Früh fühle ich mich sehr gut und bin schon heiß auf das Spiel gegen Frankreich", meint Altmann.

Gerade zum richtigen Zeitpunkt, möchte man meinen. Ein Sieg gegen die Franzosen könnte immens wichtig für den Klassenerhalt in der tschechischen Hauptstadt sein. Die Franzosen stehen gegen die ÖEHV-Auswahl bereits gehörig unter Druck. Nach der unerwarteten Niederlage gegen Deutschland (1:2), wäre eine Pleite gegen Österreich ein großer Dämpfer im Kampf gegen den Abstieg aus der A-Gruppe.

Mario Altmann kommt in der EBEL auf 490 Spiele, im Nationalteam auf 88

In solch einem wichtigen Spiel sind Routine und Physis Trumpf. Über die nötige Routine verfügt Mario Altmann wie kein anderer Crack im ÖEHV-Aufgebot.

Bereits zum sechsten Mal schnürt der Neo-Linzer seine Eisschuhe bei einer Weltmeisterschaft. Viermal davon bei einem A-Turnier – kein anderer Kaderspieler von Ratushny kann eine dermaßen erfahrene Karriere vorweisen. Dazu kommen 88 Länderspiele und ein Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi 2014.

Der "Ruhige" will den Körper zeigen

Seine Rolle im Team sieht er klar definiert. Als Führungsspieler würde sich der von seinen Kollegen als „ruhiger Typ“ beschriebene Altmann, nicht bezeichnen. „Wir haben genügend Spieler im Team die auch die Führung übernehmen können. Jeder muss seinen Job, auf der Position wo er spielt, so gut machen wie nur kann. Dann braucht es auch niemanden der die Führung vorgibt. Ich kenne meine Aufgaben und die versuche ich bestmöglich zu erfüllen“, meint der Defender.

Durch die Rückkehr des 1,93 Meter großen und robusten Verteidigers, bekommt die Mannschaft die nötige Physis in ihr Spiel zurück, dass sie auf diesem Level unbedingt benötigt wird.

„Ich werde gegen Frankreich versuchen, meinen Körper einzusetzen und physisch zu spielen. Das ist gerade bei einer A-WM sehr wichtig, da sind die Gegner recht groß“, so Altmann über seinen „Größen-Vorteil“. Ob das Tempo für ihn ein Problem werden könnte, da er ja noch „kalt“ ins Turnier startet meint er: „Ich hoffe, dass ich gut starte. Die anderen haben ja schon zwei Spiele Vorsprung. In den ersten paar Wechseln werde ich mich vielleicht noch an das Tempo anpassen müssen, aber das sollte kein Problem sein.“

Sieg gegen Schweiz nur Bonus

Trotz der zwei Punkte, die das ÖEHV-Team bereits eingefahren hat, sieht der passionierte Gameboy-Spieler („Mein erstes Spiel war logischerweise Super Mario“) keinen Vorteil gegenüber den Franzosen. „Dass wir zwei Punkte haben, bringt eigentlich wenig. Wenn wir gegen einen direkten Konkurrenten wie Frankreich verlieren, sind sie nämlich umsonst. Sollten wir gewinnen, ist es natürlich ein schöner Bonus.“

Ein weiterer Bonus für Altmann ist, dass er sich seinen Wunsch nach einem Vereinswechsel noch vor der Weltmeisterschaft erfüllte und sich deshalb nicht in die Auslage spielen muss.

„Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hat sich dieser Transfer in den letzten Monaten bereits abgezeichnet“, erklärt er seinen Wechsel nach sechs Jahren beim Villacher SV zu den Linzer Black Wings.

Tapetenwechsel in der EBEL

„Ich hatte fünf schöne Jahre beim VSV und habe mich dort richtig eingelebt. Nach den anstrengenden Saisonen habe ich beinahe immer meinen Sommerurlaub in Kärnten verbracht, das war alles wunderbar. Es war aber auch an der Zeit sich einer neuen Aufgabe zu stellen. Immerhin ziehe ich mit Freundin, Hund und mit allen sieben Sachen nach Linz“, so Altmann, der bei den Mannen von Coach Rob Daum einen Zweijahrsvertrag unterzeichnet hat.

Eine Auslands-Klausel hat er sich jedoch nicht in das Arbeitspapier reinschreiben lassen. Nach einem  weniger erfolgreichen Jahr in der schwedischen zweiten Liga bei Örebrö Hk (2008/09), besteht zurzeit keine Lust auf ein Abenteuer außerhalb der EBEL-Grenzen.

Altmann ist für Frankreich top vorbereitet

„Es ist schwer zu sagen, ob ich noch einen Versuch im Ausland wage. Nach dem Vertrag in Linz bin ich 30 Jahre alt und könnte es theoretisch versuchen. Aber meine Gedanken sind derzeit nur beim Nationalteam  und danach in Oberösterreich. Ich möchte noch viele in der Stahlstadt erreichen.“

"Franzosen haben Top-Mannschaft"

Ob die Entscheidung für Linz mit der oberösterreichischen Konstanz und der Chance auf seinen zweiten Meistertitel zu tun hätte, meint der Wiener: „Auch Villach war in den letzten Jahren konstant gut und stets bedacht in den Playoffs vorne mitzuspielen. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass wir mit dem VSV jedes Jahr um den Meistertitel mitspielen hätten können. Aber es war für mich einfach an der Zeit, eine neue Herausforderung anzunehmen. Und wegen dem Meistertitel: Man muss sich erst einmal die Mannschaft für das kommende Jahr ansehen. Im Vorhinein ist es schwer Prognosen abzugeben.“

Aber das ist ohnehin noch alles Zukunftsmusik, jetzt heißt es erst einmal mit Österreich in Prag die Klasse zu halten und Altmann ist durchaus positiv gestimmt, dass es dieses Jahr klappen kann, auch wenn er vor Frankreich warnt.

„Die Franzosen haben eine Top-Mannschaft, ihre Spieler verdienen in den besten Ligen der Welt ihr Geld. Nicht umsonst haben sie sich seit Jahren in der A-Gruppe etabliert. Wir sind sicher der Underdog.“

Ein Underdog, der wie schon gegen die Schweiz jederzeit zubeißen kann, da der Teamgeist stimmt, so sieht es jedenfalls Altmann:

„Für viele ist es die erste A-WM. Jeder akzeptiert seine Rolle in der Mannschaft, versucht seine Aufgaben gut zu machen. Dadurch hat sich eine Dynamik entwickelt. Wir sind sicher nicht die talentiertesten oder die schnellsten, aber wir sind mannschaftlich sehr gut.“

Paul Preisig/Fabian Santner

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