Ukraine: Die große Unbekannte

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Es war nicht viel Zeit, die Manny Viveiros mit dem gesamten Team zur Vorbereitung auf die B-WM in Ljubljana hatte. Der Austro-Kanadier musste lange Zeit ohne die Spieler der EBEL-Finalisten KAC und Linz und deren Trainer Christian Weber und Rob Daum auskommen.

Bei den Testspielen gegen die Schweiz in Feldkirch konnte der Teamchef erstmals fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf den NHL-Legionär Michael Grabner, der erst am Freitag zum Team stieß, waren alle Spieler an Bord.

(Hier spricht Grabner über das Team, die WM und seine Saison)

Bedenken, der Islanders-Stürmer könnte sich nicht in das System einfügen und als Fremdkörper agieren, hatten die Verantwortlichen noch vor der Ankunft des Stürmer bereits zerschlagen.

„Das wird kein Problem, denn er ist ein sehr guter und talentierter Spieler. Er wird sich sehr schnell einfinden und unsere Idee von Eishockey verstehen. Er wird definitiv ein Schlüsselspieler für uns werden, egal ob er einmal mit uns trainiert oder fünf Mal. Das wird keinen Unterschied machen“, war sich sich Daum bereits in Feldkirch sicher.

Viveiros tat die Frage nach der Integration des Aushängeschilds mit einem Lächeln ab. „Wir werden schon einen Platz im Team für ihn finden“, antwortete der Head Coach mit einem Schmunzeln.

Kaum Informationen

Diese Dinge gehören aber bereits der Vergangenheit an. Grabner ist da und die Vorbereitung auf das erste Spiel gegen die Ukraine läuft auf Hochtouren.

„Leider haben wir nicht viel Zeit, aufgrund der langen Saison miteinander zu arbeiten. Das können wir nicht ändern. Der Fokus liegt voll auf dem Auftaktspiel am Sonntag gegen die Ukraine“, hat Viveiros den Auftakt-Gegner bei der B-WM bereits im Visier.

Dabei war die Vorbereitung auf das Team aus dem Osten Europas keine leichte Aufgabe. Es sind nur wenige Details über den ersten Kontrahenten in Ljubljana bekannt.

„Wir versuchten händeringend eine DVD zu bekommen, aber wir haben nur spärliches Material über die Ukraine bekommen. Wir holten über Kontakte Informationen ein und wissen daher in etwa, was uns erwartet“, stellte die Beschaffung der Quellen den Head Coach vor einige Probleme.

Kaum Informationen zur Ukraine

Dabei könnte gerade die Ukraine das Zünglein an der Waage sein. Neben den Österreichern haben die Ungarn sowie die Slowenen die besten Chancen sich einen der zwei Plätze, die zum Aufstieg in die A-Gruppe berechtigen, zu schnappen. Ein Ausrutscher im ersten Spiel gegen unberechenbare Ukrainer könnte hierbei schon extremen Druck für die Spiele gegen die weiteren Konkurrenten bedeuten.

„Es ist nicht gut, nur wenig Informationen über die Nation zu haben, gegen die man als erstes spielt. Alle anderen Teams kannst du im Turnierverlauf noch beobachten, diese Option fällt bei der Ukraine weg“, weiß auch Assistent Daum um die Problematik.

Trotz der mangelnden Quellen hat Viveiros bereits einen Masterplan, wie das Auftaktspiel zu bestreiten ist.

„Sie sind technisch sehr gut und spielen im Scheibenbesitz sehr stark. Wir müssen unsere Schnelligkeit ausnützen, so können wir sie knacken“, geht der Austro-Kanadier von einem körperlich robusten Gegner aus, der aber in der Beweglichkeit seine Defizite haben soll.

Unterluggauer fraglich

Am Samstag Abend nominierte Viveiros für den Auftakt zunächst nur 18 Feldspieler sowie die Keeper Bernhard Starkbaum, der als Nummer eins in das Spiel gehen wird, und Fabian Weinhandl. Kurz vor Spielbeginn wird sich dann entscheiden, welche zwei Spieler aus dem Quartett Gerhard Unterluggauer, Mario Fischer, Mario Altmann und Michael Schiechl zum Kader gehören werden.

Ersterer wäre prinzipiell gesetzt, laboriert aber an einer Verletzung aus dem Freitag-Training. Sollte er nicht fit werden, wird wohl Altmann seinen Platz in der Defensive bekommen. Fischer und Schiechl liefern sich hingegen ein Rennen auf Augenhöhe. Sollte Viveiros einen weiteren Stürmer nominieren, könnte die größerer Erfahrung des Salzburgers hierbei zu seinen Gunsten den Ausschlag geben.

Sebastian Rauch

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